Kreisveterinäramt: Wildtiere nicht anfassen
Fledermaus in Haltern mit Tollwut infiziert

Fledermäuse haben in ihrem Insektenfressergebiss nadelspitze Zähne, mit denen sie empfindlich tief beißen können. Foto: Archiv
  • Fledermäuse haben in ihrem Insektenfressergebiss nadelspitze Zähne, mit denen sie empfindlich tief beißen können. Foto: Archiv
  • hochgeladen von Michael Menzebach

Haltern. Bei einer Fledermaus, die in Haltern am See kraftlos am Boden lag, wurde das Fledermaus-Tollwut-Virus nachgewiesen. Die Amtsveterinäre des Kreises Recklinghausen warnen daher ausdrücklich davor, Fledermäuse ohne dicke Handschuhe anzufassen.

Grundsätzlich gilt: Nicht anfassen. Es ist nicht normal, dass sich eine Fledermaus auf dem Boden aufhält. Fledermäuse haben in ihrem Insektenfressergebiss nadelspitze Zähne, mit denen sie empfindlich tief beißen können. Eine Übertragung des Virus auf andere Säugetiere und auf Menschen ist dadurch möglich.Im aktuellen Fall wurde die Fledermaus an eine Fachstelle weitergegeben, wo das Tier aufgepäppelt werden sollte. Der Zustand der Breitflügelfledermaus verschlechterte sich allerdings rapide. Sie wurde mit Verdacht auf Fledermaus-Tollwut eingeschläfert. Ein Verdacht, der sich am Freitag bestätigt hat. Das Kreis-Veterinäramt hatte das Tier zum Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Münster geschickt, von dort wurde der Verdacht bestätigt.

Tollwut ist bei den Fledermäusen in Norddeutschland endemisch. Sie tritt örtlich begrenzt auf, zeitlich aber immer wieder.  Grundsätzlich geht nach Auskunft der Kreis-Veterinäre von Fledermäusen keine erhöhte Gefahr aus. Gesunde Fledermäuse fliegen oder halten sich in ihren Schlafquartieren auf. Wenn eine Fledermaus flugunfähig auf dem Boden liegt, ist davon auszugehen, dass das Tier verletzt oder erkrankt ist. Für eine Verletzung oder Erkrankung kann es vielfältige Gründe geben. Flugunfähigkeit heißt nicht automatisch Tollwut. Hinweise auf Tollwut können bei den nachtaktiven Tieren das Attackieren von nahegelegenen Gegenständen, Orientierungsschwierigkeiten, Schluckbeschwerden oder Lähmungserscheinungen sein.

Hintergrund: Hilfe für verletzte und kranke Fledermäuse gibt es beim Fledermausschutz: https://www.fledermausschutz.de/ansprechpartner/
Die Kreis-Veterinäre empfehlen, dass Hunde und Freigänger-Katzen gegen Tollwut geimpft sein sollten, damit sie sich bei Kontakt mit infizierten Fledermäusen nicht selber infizieren können.

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