Die Gärtnerei der Hans-Prinzhorn-Klinik wirtschaftet naturschonend

Gärtnermeister Martin Bartsch an einem „Igelhaufen“. Foto: LWL/Nehm
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Von Wiesenorchideen bis Igelhaufen

In der Gärtnerei der LWL-Klinik Hemer, Hans-Prinzhorn-Klinik, denken die Gärtner schon jetzt an den kommenden Frühling. In den Parkanlagen und Gewächshäusern, in denen auch Patientinnen und Patienten im Rahmen der Arbeitstherapie tätig sind, ist das ganze Jahr Betrieb.

Hemer. Umweltschutzthemen werden in der Klinik großgeschrieben, denn die schöne waldnahe Lage auf dem Frönsberg wird sowohl von den Beschäftigten als auch von den Patienten sehr geschätzt.
Gärtnerei-Leiter Martin Bartsch: „Wir bauen die große Wiese unterhalb des Klinikgeländes zu einer sog. Magerwiese aus. Dies bedeutet u.a., dass auf jede Art Düngung verzichtet wird. Der Stickstoffgehalt wird so nach und nach reduziert, die Wiese wird abgemagert. Auf diese Wiese gehen langsam die stickstoffliebenden Pflanzen zurück und die so entstandene Nische wird durch eine Vielzahl verschiedener Pflanzen gefüllt. Magerwiesen sind also artenreich, bunt und gute Bienenweiden.“ Den Bedürfnissen der schwarzgelben Brummer haben die Gärtner auch die Mähtechnik angepasst. Blühende Abschnitte mit Kleeanteilen werden nur früh morgens gemäht, vor dem Bienenflug, schließlich hat die Klinik ja auch eigene Bienenstöcke. Das Heu der Magerwiese ist von guter Qualität und wird verfüttert.
Überhaupt gibt es auf dem Klinik-Gelände einige Extensiv-Flächen, wie Feldraine, Waldsaum und Böschungen, in denen sich eine Vielzahl von heimischen Pflanzen mit Blüten und Fruchtbesatz etabliert hat. „Extensiv“, das steht für die Nutzung von Böden mit geringstmöglichem Eingriff des Menschen. So erfreut sich Martin Bartsch auch an der großen Streuobstwiese mit altem Obstbaumbestand. Gelegentlich pflanzt er mit seinem Team hier Jungbäume nach. Abgestorbene Exemplare bleiben zum Teil stehen, weil sich hier Insekten ansiedeln. So werden tote Bäume zu einem Insektenhotel.
Die „To-do-Liste“ des Gartenteams ist lang: Der Strauchschnitt wird gehäckselt oder auf Haufen geschichtet der Verrottung überlassen. In ihm verstecken sich bodenbrütende Vögel, Schlangen und andere Lebewesen. Das sind sog. „Igelhaufen“. Ansonsten gibt es noch Rückzugsmöglichkeiten für Vögel in der Weißdornhecke. Im Frühling ist ein Grüngürtel aus Weiden und die Pflanzung von weiteren Kirschbäumen geplant. Hierdurch erhalten die Fledermäuse eine Art Orientierungshilfe für ihre Flugbahnen.
Worüber sich das Gärtnerei-Team in diesem Jahr ganz besonders freut: „Diesen Sommer haben wir die Braunrote Stendelwurz (Epipactis atrorubens) bestimmt, eine Wiesenorchidee, die unter Naturschutz steht und sich neu bei uns angesiedelt hat.“ 

Gärtnermeister Martin Bartsch an einem „Igelhaufen“. Foto: LWL/Nehm
Gärtnermeister Martin Bartsch auf der Streuostwiese. Foto: LWL/Nehm
Autor:

Christoph Schulte aus Hemer

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