Was Sie hören und was Sie besser lassen sollten

Eigentlich wollte ich ja über die sich selbst zerstörende Castingshow Deutschland sucht den Superstar und die daraus hervorgehenden Sternchen nichts mehr schreiben, aber da mich viele Leser gefragt haben, wann ich denn die beiden Finalisten bespreche, kann ich mich da natürlich nicht vor verschließen.

16 Lenze zählt der Zweitplatzierte Daniele Negroni, dessen erstes Werk „Crazy“ getauft wurde. Die Songs stammen wieder aus der Feder von Dieter Bohlen und eigentlich könnte die Rezension jetzt hier enden. Neben diesen Songs sind jedoch auch zahlreiche Coversongs enthalten, die schon während den Shows dargeboten wurden.

Dass die Pisa Studie nicht lügt, merkt man an der grausigen Aussprache der englischen Texte. Musikalisch sind die Songs, wie vom Juryoberhaupt gewohnt, austauschbar. Am Brauchbarsten ist noch die Singleauskopplung „Don’t think about me“ oder das fast rockige „Terror in my heart“.

Ganz schlimm sind aber die Coverversionen, sei es Caligolas „Forgive forget“ oder das völlig leblose „Oh Jonny“ welches im Original durch Jan Delays einzigartige Stimme lebt. Den Gipfel setzt er aber mit Bob Dylans „Knockin on heavens door“ auf. Es gibt ja viele grausame Versionen dieses Klassikers, aber ich glaube der Gesangslegastheniker Negroni unterbietet alle.

„Crazy“, dass die Platte trotz Radioboykotts und musikalischer Grausamkeit erfolgreich sein wird.

Luca Hänni heißt der Gewinner der letzten Staffel und platzierte damit auch folgerichtig seine erste Single (beide interpretierten den selben Song als Singleauskopplung) vor Daniele. „My name is Luca“ betitelte der Schweizer sein Debut und bleibt bei der Namenswahl genauso kreativlos, wie auf dem ganzen Silberling.

Positiv ist hervor zu heben, dass die Stimme des aus Bern stammenden Teenagers klar und angenehm ist. Leider hat sie aber auch keine Ecken und Kanten und passt damit natürlich gut zu der emotionslosen Musik. Teilweise wird auch mit Discobeats hantiert, die genauso überflüssig sind wie die zahlreichen Coverversionen.

Reinhörtipps gibt es eigentlich keine, aber Weghörtipps um so mehr. Kings of Leons grandioses „Use somebody“ wird dermaßen verhunzt, dass es einem die Zornesröte ins Gesicht treibt. „Eisener Steg“ im Original von Philipp Poisel wirkt ebenfalls völlig deplatziert. Und letztendlich noch Polarkreis 18 mit dem Song, dem man dieses Album wünschen mag: „Allein Allein“ - ohne Fortsetzung.

Autor:

Kay Utermark aus Herdecke

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