Das Stadtquartier rückt näher

Planungsamtsleiterin Doris Voeste, Rudolf und Cordelia Krähling und Bürgermeisterin Dr. Katja Strauss-Köster
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  • hochgeladen von Jens Holsteg

Einen freudigen Anlass nannte Bürgermeisterin Dr. Katja Strauss-Köster den Pressetermin am Donnerstag im Herdecker Rathaus. Und sie hatte Recht: Mit dem Familienunternehmen „Kräling Immobilien“ aus Dortmund hat die Stadt einen Investor für rund ein Drittel des Westfalia-Geländes gefunden.

Sieben Jahre ist es her, dass mit dem Weggang von Westfalia Separator 450 Arbeitsplätze in Herdecke verloren gingen.
Es folgten Ideenwettbewerbe, Planungswerkstätten, Bürgerinfo-Abende und ein ein Masterplan, die sich mit der zukünftigen Gestaltung des Neuen Stadtquartiers an der Ruhr beschäftigten. „Wir haben über die Jahre Investoren kommen und gehen sehen“, erzählt Bürgermeisterin Strauss-Köster, „und viele Bürger haben inzwischen vielleicht den Glauben verloren, dass sich auf dem Westfalia-Gelände noch etwas tut.“ Aber dann ging plötzlich alles ganz schnell: Anfang Februar fanden die ersten Gespräche mit dem Familienunternehmen Krähling Grundstücksgesellschaft aus Dortmund statt, jetzt kann sich die Stadt über den Kauf des Grundstücks freuen.
„Eigentlich wollten wir schon das ehemalige Hertie-Gebäude übernehmen“, erzählt Rudolf Krähling im Pressegespräch. Dort kam man zwar nicht zum Zuge, aber Krähling erzählt lächelnd weiter: „Da haben wir uns in den Standort Herdecke verliebt.“
Das beim Investor aus Dortmund unter dem Arbeitsnamen „Quartier Ruhr-Aue“ firmierende Areal umfasst rund 24.000 Quadratmeter und vier bis fünf neue Gebäude. Neben dem derzeit im Umbau befindlichen „Mühlencenter“ (Kaufpark, dm, Lidl) soll nach den Vorstellungen des Investors ein von „Edeka betriebenes Pilot-Projekt, nämlich ein generatuionsübergreifender Markt“ entstehen. Dieser zeichnet sich durch übersichtliche, niedriger hängende Regale, breitere Gänge und verschiedene Ruhezonen aus.Ausreichende Stellplätze neben dem Markt sollen ein gemütliches, stressfreies Einkaufen ermöglichen.
Weiter geplant ist ein Kaufhaus mit einem großen Elektronik-Fachmarkt, Schuhe über zwei Ebenen sowie Fitness, Wellness und Reha im Obergeschoss. Zu den Vorstellungen Krählings gehört auch eine Seniorenresidenz. Dazu Bürgermeisterin Strauss-Köster: „Ich weiß, dass sich das die Herdecker wünschen. Wir müssen aber auch gucken, ob das nicht zu einer Konkurrenz mit dem GVS führt.“
Das geplante Quartier soll zudem einen attraktiven Mix von Einzelhandel und Gastronomie in zwei so genannten „Boulevardgebäuden“ bieten.
Apropos Boulevard: Da Rudolf Krähling „die Bürger an die Ruhr bringen“ möchte, entsteht vor dem Ruhrvorland ein etwa 200 Meter langer, rund sieben bis zehn Meter breiter, ansprechend designter Boulevard, von dem aus man „die herrliche Landschaft an der Ruhr“ betrachten kann. Überdies sollen die vier bis fünf neuen Gebäude so locker arrangiert werden, dass die Bürger die Möglichkeit haben, auf kleinen Wegen zwischen den Gebäuden zur Ruhr flanieren zu können.
„Ein detailliertes Nutzungskonzept der geplanten Gebäude werden wir erst im Herbst vorstellen können“, so Rudolf Krähling, „wenn die Gespräche mit den möglichen Mietern abgeschlossen sind.“
Die Zeichen stehen allerdings auf Grün: Der Investor hat das Grundstück bereits gekauft, und der Planungsausschuss des Rates hat mit den Stimmen der Jamaika-Koalition der Verwaltung den Arbeitsauftrag erteilt, für das Gelände jetzt Planungsrecht zu schaffen.
Wenn alles nach Plan läuft, kann mit den Abbrucharbeiten im August begonnen werden, mit einer Grundsteinlegung wäre dann im Mai nächsten Jahres zu rechnen. Bereits im Herbst geht es allerdings mit den Straßenarbeiten los, so Andreas Schliepkorte von den Technischen Betrieben: „Wir beginnen mit den Arbeiten am Tunnel Wetterstraße bis zur Post, wo ein Kreisverkehr ensteht.“ Im weiteren Verlauf führt die neue „West-Umfahrung“ dann über die Ruhrstraße ins neue Stadtquartier (auch hier, am „Linksknick“ der Straße entsteht dann ein Kresiverkehr) bis zur Mühlenstraße.
Falls die Bürgerschaft die Pläne allerdings ablehnen sollte, kann Krähling von einer Ausstiegsklausel im mit der Stadt geschlossenen Vertrag Gebrauch machen.

Autor:

Jens Holsteg aus Herdecke

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