"Schneckenkönig": Kopfkino

Foto: Grafit Verlag

Eine Geschichte mit überraschenden Wendungen, faszinierende Figuren, sprachliche Virtuosität und Sinn für Humor: "Schneckenkönig" knipst das Kino im Kopf an. Rainer Wittkamps Debüt als Krimi-Autor ist in jeder Hinsicht gelungen:

Sein Held ist ein strafversetztes Genie von Mordermittler, der sich mit Chefs und Kollegen gleichmaßen angelegt hat. Doch Martin Nettelbeck wird aufgrund eines akuten Personalmangels von der Abteilung "Versorgung" kurzfristig wieder vom Landeskriminalamt Berlin auf einen Fall angesetzt: Ein ermordeter, unbekannter Schwarzafrikaner wurde gefunden.

Wie ein alter Latein-Pauker dekliniert der Neurotiker die DIN-Normen von Druckerpapier, Büroklammersorten und die Kartonierung von Aktenordnern in einem inneren Monolog. Ein herrlicher Runnung Gag.

Weniger zum Lachen ist der trübe Sumpf, in dem Nettelbeck und sein (auch recht pfiffiger) junger Kollege fischen müssen, in dem sich Neonazis und eine obskure regliöse Gemeinschaft tummeln.

Dieser Kommisssar aus der Bundeshauptstadt ist außerdem ein Querdenker, Schöngeist, Frauenverehrer und Feinschmecker, also ein interessanter Charakter. Sollte Rainer Wittstamm eine neue Krimireihe gestartet haben, wäre das überaus erfreulich. Man ist nämlich am Ende der Lektüre sehr begierig, wie es mit Nettelbeck & Co. weitergeht.

"Schneckenkönig", Kriminalroman, kt., 255 Seiten, 9,99 Euro, Grafit Verlag,
ISBN 978-3-89425-416-2

Autor:

Kerstin Halstenbach aus Herten

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