Bitte diskutieren und weiter erzählen. Danke!
Mein Wochenrückblick für die KW11 im Jahr 4

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Liebe Hertenerinnen & Hertener,
liebe Freundinnen und Freunde,

zwei ungewöhnliche Wochen zeigen heute einen ersten Höhepunkt mit Auswirkungen auf unseren vertrauten Tagesablauf. Es fühlt sich nicht nur surreal an, es ist auch surreal. Wie gewohnt möchte Ich Ihnen meinen Wochenrückblick präsentieren und doch fühlt es sich anders an. Für mich ist es wichtig, mich an Vertrautem zu orientieren, ohne die Aufmerksamkeit der Veränderung zu vernachlässigen. Ich komme später darauf zurück....

Montag

Zunächst einmal ein Treffen mit meinem Büroteam – für einen aktuellen Start in die Woche.
Danach ging es in die Verwaltungkonferenz, Besprechung aktueller Themen und notwendiger Vorhaben für die kommenden Wochen zusammen mit den Führungskräften der Dezernate. Leider sind an diesem Tag eine Reihe von (externen)Terminen ausgefallen, die entstandenen Lücken nutzte ich für die Bearbeitung von Emails, Post und lesen, lesen, lesen. Das beobachten der weltweiten, europäischen und speziellen Lage in NRW wird immer intensiver. Herten ist keine unerreichbare Insel und die Tage und Abende sind immer mehr geprägt von Informationen bewerten. Zumal das Dezernat 2, Finanzen, Sicherheit und Ordnung seit geraumer Zeit krankheitsbedingt auch in meine Zuständigkeit gerückt ist.

Dienstag

Nur ein kurzes Lageupdate mit dem Büroteam in meinem Dezernat 1, dann stand der Bereich Bauen im Vordergrund: bei der Sitzung mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Dezernats 4 standen viele Projekte und deren aktueller Bearbeitungsstand im Vordergrund. In Vertretung des Baurates, kann ich mich auf ein engagiertes Team verlassen und stehe für kurze Wege und klare Entscheidung den Amtsleiterinnen zur Seite.
Ja, es gibt viel zu tun. Ja, wir sind in Sachen Personal zur Zeit in herausgeforderter Situation. Ja, wir machen weiter und wir arbeiten die Projekte nach vereinbarter Prioität ab, keine Sorge und mehr Geduld. Danke

Anschließend folgte eine ganze Reihe von Besprechungen – Finanzen, interne Orga, Wirtschaftsförderung. Und natürlich ein regelmäßiges Gespräch mit dem Personalrat - der mit mir als obersten Dienstherr für über 1000 Beschäftigte der Verwaltung in Verantwortung steht.

Abends hatte ich dann die Ehre, die Demokratiekonferenz im Glashaus mit zu eröffnen. Ehre deshalb, weil von den Demokratiekonferenzen in den letzten Jahren einige sehr positive Impulse ausgegangen sind. Das liegt auch am Projekt „Demokratie leben“. Von Jugendlichen aus unserer Stadt geschaffen, liegt nun die Hertener Erklärung vor – Herten zeigt Haltung, für Vielfalt und demokratisches Miteinander! Es freut mich, dass ich dieses Bekenntnis für ein demokratisches Miteinander und gegen Gewalt, Hass und Ausgrenzung als Erster unterzeichnen durfte. Wenn Sie die Hertener Erklärung mitzeichnen möchten, können Sie das übrigens am Empfang im Rathaus tun. Mich würde es freuen, wenn ganz viele Hertenerinnen und Hertener sich zu einer konsequenten Haltung gegen Extremismus, Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit bekennen würden. Danke auch an die vielen Menschen, die dies direkt im Glashaus getan haben!

Mittwoch

Die Wirtschaftsförderung trifft sich immer Mittwochs zu ihrem Meeting. So auch in dieser Woche. In dieser Woche gab Frau Dr. Nieder ihren Ausstand – sie wird in Zukunft bei der WIN Emscher-Lippe (https://www.emscher-lippe.de/) tätig sein und dort z.B. das Thema Wasserstoff in der Region weiter mit nach vorn bringen. Danke für die gute Zusammenarbeit und viel Erfolg!
So war auch dieser Tag von Wasserstoffaktivitäten und besonderen Entwicklungen im Hertner Süden geprägt. Dort stehen die Zeichen auf Vergrößerung, Ausweitung, Arbeitsplätze durch Ansiedlungen... hierzu bald konkret mehr!

Ein Termin mit einer Bürgerin, sowie ein aktuelles Lageupdate mit dem Büroteam und der Leitering des Bürgermeisteramtes folgten.

Tatsächlich drängte ein wenig die Zeit, denn auf das nächste Meeting folgte direkt der Weg zum Kreishaus nach Recklinghausen. Der Anlass, wenig verwunderlich: die derzeitige Corona-Situation. Landrat Süberkrüb und mein Recklinghäuser Amtskollege Tesche berichteten über die geplanten Maßnahmen des Kreises und die Absicht, ein einheitliches Vorgehen mit den anderen Kreisstädten zu verabreden.

Aus dem hier noch unregelmäßigen Informationsaustausch, entschied ich die Einberufung des SAE. Stab für außergewöhnliche Ereignisse - in der Außenbetrachtung und eine weitere Planungsgruppe - für die Innenbetrachtung. Beide Einheiten, deren Vorsitz ich eingenommen habe, tagen ab heute täglich eine Stunde vor Dienstbeginn. Da sich die Ereignisse gerade etwas überschlagen, gilt es hier Ruhe zu bewahren und einheitliche Abstimmungen herbeizuführen. Ich bin auch hier froh, engagierte und fachlich kompetente Kolleginnen und Kollegen an meiner Seite zu haben. Denn eins dürfen wir nicht vergessen, wir gleiten gerade in eine Situation, die für uns alle eine neue Herausforderung darstellt und die wir nur als Team beherrschen können.

Um einige Erkenntnisse reicher, besuchte ich an diesem Tag noch die Vorsitzenden der VIKZ / Blaue Moschee und ein nahe gelegenes Unternehmen. Auch hier ging es bereits um Auswirkungen der Corona Pandemie. Vielen Dank für die offenen Worte und freundlichen Gespräche!

Donnerstag

Konferenz der Hauptverwaltungsbeamten (10 Bürgermeister*innen) in Recklinghausen. Hauptthema: der Umgang mit der Corona-Situation. Wie Eingangs schon beschrieben, gab es eine lange und lebhafte Diskussion. Viele Punkte wollten berücksichtigt werden, auch gab es noch einmal einige Updates aus den anderen Kreisstädten zu deren Problemlagen. Relativ schnell stand fest, dass zur Notwendigkeit weitreichender Maßnahmen nicht viel diskutiert werden musste, da waren wir uns einig. Letztlich geht es darum, Menschen zu schützen. Das ist das Wichtigste. Hier werde ich wie heute vorgelagert immer versuchen aktuell zu berichten.

Es ist wichtig darüber zu sprechen. Ich brauche Sie liebe Leserinnen und Leser dringend als Multiplikatoren. Wir leben in einer medialen Welt und nun lassen Sie uns (verdammt nochmal) die Vorteile der Medien nutzen und sachlich wie seriös Information austauschen und verbreiten. Möglichst schneller als der Virus zu sein ist ein harter Lauf.

Aus Recklinghausen zurückgekehrt, ging ich mit der besprochenen Strategie in die Sitzung des Krisenstabes der Stadt Herten. In einem ausgedehnten Brainstorming wurden wichtige Punkte zusammengestellt, berücksichtigenswertes aufgelistet und Aufgaben verteilt. Erste direkte Folge: alle eigenen Veranstaltungen sind bis einschließlich zum 1.Mai abgesagt. Wir nehmen in regelmäßigen Abständen Lagebewertungen vor und werden rechtzeitig entscheiden, wann und ob die aktuellen Regelungen aufgehoben werden – oder möglicherweise verschärft werden müssen. Allgemein gilt der Rat an alle, sich umsichtig zu verhalten und Empfehlungen ernst zu nehmen.

Freitag

Zuerst ein Lage-Update. Natürlich werfen die am Donnerstag getroffenen Maßnahmen nun diverse Fragen auf, die einer Antwort bedürfen. Die zuständigen Abteilungen sind dran. Natürlich hoffen wir, dass sich die Lage nicht zum Schlechteren wendet. Der Kreis meldete am Morgen 37 bestätigte Fälle – davon 3-4 in Herten. Aktuelle Informationen finden Sie übrigens hier: https://www.kreis-re.de/Inhalte/Buergerservice/Gesundheit_und_Ernaehrung/Infektionsschutz/Coronavirus.asp?fbclid=IwAR2gUxI8Jf-bcVOcyG6GoRZ-QjAC3OVKdogFPw7ltuSxNcC5KSWjC9aMUWM

Nach einer Rücksprache mit dem Leiter Personal/IT - auch hier geht es bereits um Vorsorge und Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Hier ist nachzuholen, was über viele Jahre nicht wirklich konsequent umgesetzt wurde.

Es folgte dann eine Besprechung zum Thema Umsetzung von Beschlussvorlagen. Das operative Geschäft geht schließlich intern ungestört weiter, auch wenn nach außen andere Themen zur Zeit die Aufmerksamkeit beherrschen, kümmert sich das Bürgermeisteramt um all die Vorwürfe aus politischen Reihen - das wir angeblich keine Kontrolle über die offenen Anträge der Parteien und Ratsmitglieder hätten. Ein Blick ins Ratssystem oder auf von der Verwaltung geführte und verteilte Excellisten könnte da zwar helfen, macht aber scheinbar in der Presse weniger Eindruck. Diese unsäglich gestaltete Diskussion nimmt mittlerweile Züge an, die mich an den Orientexpress erinnern weniger an Aufgaben- und Zuständigkeitsteilung. Da das Thema den "gefühlten Wahlkampf" überleben wird, wird es uns medial so schnell nicht verlassen und weiter kostbare Zeit binden.

Der Freitag Abend gehörte einer HVB Sondersitzung - Treffen der Bürgermeister im Kreishaus zur dynamischen Lage und abzustimmenden Maßnahmen zum Schutz von Bürgerinnen und Bürger.
Bis in den Abendstunden konnten wir uns auf ein einheitliches Vorgehen verständigen. Über die Auswirkungen hatte ich umgehend berichtet. Parallel dazu informierte ich den Stab im Hertener Rathaus über Einzelheiten aktueller Erlasse des Landes, der Bezirksregierung und Empfehlungen des Kreisgesundheitsamtes. Schnell war klar - es gibt viel zu tun. So berief ich für Samstagfrüh den Stab (SAE) und eine erweiterte Personengruppe ein.

Samstag

Im Konferezraum "Arras" arbeiteten wir strukturiert die sich gestellten Aufgaben ab. Viele Punkte bedurften einer klaren und schnellen Entscheidung. Der dazu gekommene Geschäftsführer der Hertener Stadtwerke berichtete von den Vorbereitungen im Copa ca Backum den Stadtwerken und des Studio B. Hier war schnell und pragmatisch klar - nur mit einer Schließung können wir unseren Beitrag zur Eindämmung, Verzögerung der Verbreitung und zur Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger erbringen.

Die weiteren Ergebnisse und Veranlassungen hatte ich zuvor bereits kommuniziert. Ab Montag sind die Gebäude geschlossen. Schulen, Kitas, OGS, Kindertagespflege, VHS, Musikschule, CreativWerkstatt, Sportplätze, Bibliothek, Jobcenter, Rathaus, ZBH... Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden ihr bestes geben, telefonisch oder schriftlich zu beraten, Vorgänge bearbeiten, Leistungen sicherzustellen und Termine in dringenden Fällen zu vereinbaren.

Meine große Bitte an Sie liebe Bürgerinnen und Bürger - tragen Sie diese Informationen unaufgeregt weiter und prüfen Sie ganz dringend was wirklich wichtig ist und treten über Medien mit uns in Kontakt.
Nur dann. Informieren Sie sich nur auf öffentlichen Seiten der Stadt, des Kreises, des Landes und in seriösen Medien. Lassen Sie sich nicht über soziale Medien verrückt machen. Sprechen Sie mit Menschen, mit Nachbarn und Freunden. Folgen Sie unseren Empfehlungen und denen des Kreisgesundheitsamtes für medizinische Fragen.

Danke.

Ich wünsche Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende! Genießen Sie ein wenig Ruhe und passen Sie auf sich auf, dann passen Sie automatisch auf andere auch auf.

Ihr Fred Toplak
Bürgermeister für Herten

Autor:

Fred Toplak aus Herten

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