Zwei Ausstellungen im Gewerbepark-Süd eröffnet
Feindbilder im Blick

Gleich zwei Ausstellungen werden im Gewerbepark Süd parallel gezeigt: Im Außenbereich vor dem Kunstraum werden die Foto Installationen von Bettina Flitner mit dem Titel „Mein Feind“ zu sehen sein. Im Kunstraum zeigt die deutsch-mexikanische Künstlerin Sandra del Pilar (Foto) Malerei unter dem Titel „Feindbilder“ ihre Bilder.  | Foto: Foto: Michael de Clerque
  • Gleich zwei Ausstellungen werden im Gewerbepark Süd parallel gezeigt: Im Außenbereich vor dem Kunstraum werden die Foto Installationen von Bettina Flitner mit dem Titel „Mein Feind“ zu sehen sein. Im Kunstraum zeigt die deutsch-mexikanische Künstlerin Sandra del Pilar (Foto) Malerei unter dem Titel „Feindbilder“ ihre Bilder.
  • Foto: Foto: Michael de Clerque
  • hochgeladen von Corinna Rath

Ein außergewöhnliches und besonderes Ausstellungsprojekt, das ursprünglich bereits im Mai zu sehen sein sollte, wurde am vergangenen Sonntag durch die Journalistin und Publizistin Alice Schwarzer im Kunstraum Gewerbepark-Süd, Hofstraße 64 in Hilden eröffnet. Die Künstlerinnen Sandra del Pilar und Bettina Flitner stellen im und auf dem Außengelände vor dem Kunstraum aus.

Haben Sie einen Feind? Und wenn ja, was würden Sie mit ihm tun – wenn Sie es ungestraft tun dürften? Diese Frage stellte Bettina Flitner im Jahr 1992 zufällig ausgewählten Passantinnen auf den Straßen von Köln und Berlin. Für die Visualisierung ihrer Antwort stand den Frauen ein Arsenal von Spielzeugwaffen als Requisiten zur Verfügung, zu denen sie spontan greifen konnten. So entstanden 14 Fotoporträts und 14 überraschende Geständnisse.
Im September 1992 stellte Flitner die Fotografien mit Originalzitate der Protagonistinnen erstmals auf der belebtesten Kölner Einkaufsstraße, der Schildergasse aus. Die 14 überlebensgroßen Fotoskulpturen führten bis in die Antoniterkirche hinein, das letzte Bild hing über dem Altar. Die Reaktionen der Menschen und Medien waren heftig. 28 Jahre später werden diese originalen, überlebensgroßen Fotoskulpturen, die immer noch die Spuren der Beschädigungen von damals aufweisen, unter dem Titel "Mein Feind" nun erneut präsentiert. Gezeigt wird diese konzeptionelle Arbeit der Fotografin Bettina Flitner im Außenbereich des Kunstraumes.
Parallel hierzu wird die Ausstellung „Feindbilder“ der mexikanisch-deutschen Malerin Sandra del Pilar zu sehen sein. Die Künstlerin erfasst in ihrer Malerei die gewaltvollen Strukturen einer sich ständig verändernden, globalisierten Gesellschaft. In ihren narrativen Bildern übermittelt sie Gefühlszustände, häufig beklemmend und schonungslos. Oft stehen ihre Themen in einem spannungsgeladenen, vielschichtigen Kontext, der durch die Beschaffenheit ihrer Bilder noch verstärkt wird. Denn, indem sie die Farbe auf transparente, dünne Gaze-Lagen aufträgt, malt sie im Wortsinn ihre Motive auf mehreren Ebenen. Durch minimale Veränderung des Betrachterstandpunktes entsteht eine Bewegtheit, die gleichzeitig die Bildaussage verändern kann. Mit ihren meist großformatigen Bildern setzt sie sich immer wieder mit aktuellen zeitgeschichtlichen Entwicklungen auseinander. Auch die Corona-Pandemie ist ein Thema Ihrer Arbeiten.
Die Ausstellungen der Künstlerinnen Sandra del Pilar und Bettina Flitner sind bis Sonntag, 8. November, dienstags bis freitags von 14 Uhr bis 18 Uhr und samstags, sonntags und am Feiertag von 11 Uhr bis 16 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Autor:

Corinna Rath aus Hilden

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