Arbeiten auf dem Nordfriedhof haben begonnen
Hilden bekommt Begräbniswald

Friedhofsmeisterin Bettina Rech im Begräbniswald, der vermutlich ab Mai genutzt werden kann.

Hilden bekommt einen Begräbniswald. Immer mehr Menschen wünschen sich eine Feuerbestattung, bei der anschließend die Asche der verstorbenen Person beigesetzt wird. 2018 waren in Hilden nur noch 30 Prozent der Bestattungen Erdbestattungen.

Hilden. "Dieser gesellschaftlichen Entwicklung trägt die Stadt Hilden Rechnung, indem sie verschiedene Alternativen zur Wahl stellt, zum Beispiel Urnenwahlgräber, Urnenreihengräber, Baumgräber, Ascheverstreuung, Kolumbarien, anonyme Urnengräber und Urnenerdkammern", teilt die Stadt mit. Ab Mai 2019 werde es außerdem einen Begräbniswald auf dem Nordfriedhof geben. Die Arbeiten haben dort Ende Januar 2019 begonnen.
„Der Begräbniswald ist für all diejenigen gedacht, die eine naturnahe und kostengünstige Bestattungsform suchen“, erklärt Friedhofsmeisterin Bettina Rech vom Zentralen Bauhof. Auf der 1.200 Quadratmeter großen umzäunten Fläche wachsen einheimische Bäume. Die Urnen werden später im Wurzelbereich beigesetzt. Der Waldboden ist naturbelassen. Holzschilder weisen auf die Ein- und Ausgänge hin. Ein Pfad aus Rindenmulch führt durch den Wald.
An zentraler Stelle sei ein Ruheplatz mit einer Sitzbank sowie einem Schaukasten geplant. Kleine runde Holztafeln mit Namen und Sterbetag geben Auskunft über die Lage der Urne. Trauerschmuck, Gedenksteine und Kerzen seien nicht erlaubt. „Die würden den natürlichen Gesamteindruck stören“, erläutert Rech. „Für die meisten Menschen, die sich im Begräbniswald bestatten lassen, ist es ein Trost, mit dem Tod wieder Teil des Kreislaufes von Werden und Vergehen der Natur zu sein.“ Aus diesem Grund ist für die Urnen biologisch-abbaubares Material vorgeschrieben.
Die Pflegearbeiten werden vollständig von der Friedhofsverwaltung durchgeführt. „Das ist außerdem praktisch, wenn die Angehörigen nicht unmittelbar in der Nähe wohnen“, weiß Rech.
Der Erwerb des Waldgrabes für 35 Jahre kostet 880 Euro, die Grabbereitung 150 Euro. Während der gesamten Nutzungszeit wird der Bestattungswald durch die Mitarbeiter der Stadt Hilden gepflegt und unterhalten. Für diese Arbeiten werde eine einmalige Gebühr von 648 Euro fällig. Zum Vergleich: Eine Wahlgrabstelle für den Sarg kostet für 30 Jahre und inklusive Grabbereitung 1.862 Euro. Hinzu kommen die Ausgaben für die Grabpflege.
„Die Gründe für die Wahl einer bestimmten Bestattungsform sind vielfältig und in der Regel sehr persönlich“, fasst die Friedhofsmeisterin zusammen. „Der Stadt Hilden ist es wichtig, ein passendes Angebot für alle Bürgerinnen und Bürger zu haben.“
Der Erwerb von Nutzungsrechten für den Begräbniswald sei erst dann möglich, wenn die Fläche fertig gestellt ist, voraussichtlich ab Mai. Ausführliche Informationen sind unter www.hilden.de/friedhoefe zu finden.

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