Die 22 Fenster in der St. Nicolai Kirche sind fertiggestellt
Ein großes Kunstwerk

Die Kalkarerin Maria Umbach vor einer der beiden letzten Fenstern, die am kommenden Samstag in der St. Nicolai-Kirche gesegnet werden. Damit ist das Ensemble vollendet.
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  • Die Kalkarerin Maria Umbach vor einer der beiden letzten Fenstern, die am kommenden Samstag in der St. Nicolai-Kirche gesegnet werden. Damit ist das Ensemble vollendet.
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Kalkar. Maria Umbach ist ganz in ihrem Element. Sie erklärt mir bei einem Rundgang durch die Kirche die Bedeutung der Kirchenfenster, während Pfarrer Alois van Doornick die letzten Vorbereitungen für einen Gottesdienst trifft. Kurze Zeit später beginnt der Trauergottesdienst. Maria Umbach sitzt andächtig in einer Kirchenbank und schaut hinauf zu den Fenstern. "Es ist schon etwas ganz Besonderes, was wir hier in Kalkar haben. Man muss die Fenster einfach auf sich wirken lassen", erklärt sie. In der Predigt erzählt Alois van Doornick über das Leben und Wirken der Verstorbenen. Auch dort nimmt er Bezug auf die Fenster. "Mit den neuen Fenstern in der Kirche zeigt uns Gott eines: Wir sind hier vom Himmel umgeben", so van Doornick. Seit vielen Jahren engagiert sich Maria Umbach, gemeinsam mit drei weiteren Gemeindemitgliedern, um spezielle Kirchenführungen rund um die Kirchenfenster.

Eine zwanzigjährige Geschichte endet

Angefangen hat das mit den Fenstern vor über zwanzig Jahren, als ein Freund des damaligen Pfarrers ihn darauf aufmerksam machte, dass diese Kirche doch eine ganz andere Verglasung verdient hätte. Es folgten erste Überlegungen, später dann ein Künstler-Wettbewerb, den Karl-Martin Hartmann für sich entscheiden konnte. So sind seit dem Jahr 2000 sukzessive 22 neue Fenster nach den Entwürfen von Hartmann eingesetzt worden. Es handelt sich hierbei um eine der größten und teuersten Neuausstattungen einer Kirche mit Glasmalerei in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Fenster in Kalkar machten Hartmann international bekannt und wurden, nach anfänglicher Kritik, von vielen Experten für Glasmalerei gewürdigt. "Auch viele Kalkarer waren zu Anfang nicht begeistert. Jetzt, wo das Werk vollendet ist, erkennen sie erst die wahre Schönheit", so Maria Umbach.

Jeder entdeckt etwas Anderes

In den Fenstern, die eine mystische Lichtstimmung verbreiten, ist vom Anfang bis zum Ende der Welt alles wiederzufinden. In einem Fenster im Hochchor hat Hartmann den Urknall mithilfe der Feynman Graphen, in einem anderen wiederum das himmlische Jerusalem dargestellt. Alle Fenster wirken dabei, bis auf eines, wie ein vom Himmel abgehängter Lichtteppich. Bei einem der beiden zuletzt fertiggestellten Fenstern ist er jedoch von seinem Plan abgewichen. Dort hat er im unteren Bereich den Berg Golgatha angeordnet, der fest mit dem Kirchengebäude verbunden ist. "Hartmann hat damit gezeigt, dass das, was jetzt und hier passiert, nicht spurlos an uns vorbeigehen kann und wir nur auf den Himmel hoffen dürfen", erklärt Maria Umbach.
Man merkt im Gespräch, dass es für sie eine Leidenschaft ist, anderen die Geschichte der Fenster näher zu bringen. Auch weiterhin möchte die 91-jährige Kalkarerin Führungen in der St. Nicolai Kirche anbieten. Dann geht es aber auch sofort wieder weiter für Maria Umbach. Die nächste Besuchergruppe wartet auf sie. Zu ihr gehört auch der emeritierte Erzbischof von Hamburg, Dr. Werner Thissen, der am kommenden Samstag gemeinsam mit Bischof Dr. Felix Genn die neuen Fenster weihen wird. Damit schließt sich ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte der St. Nicolai Kirche.

Die Kalkarerin Maria Umbach vor einer der beiden letzten Fenstern, die am kommenden Samstag in der St. Nicolai-Kirche gesegnet werden. Damit ist das Ensemble vollendet.
Maria Umbach inmitten einer Besuchergruppe aus Kleve.
Autor:

Tim Tripp aus Kleve

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