19.07.2011 - 15. Etappe des Jakobsweges von Meerbusch nach Neuss

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Teilnehmerzahl: 32 Personen
Treffpunkt: 8.30 Uhr
Parkplatz P+R Platz „Haus Meer“, Gartenstadt Meer Busch
Wanderung: 8.45 direkt vom Parkplatz aus
Zielort: Hauptbahnhof Neuss
Rückkehr zum Ausgangspunkt mit dem Bus, Linie 830
Geistliche Leitung: Pater Antonius
Geschichtliches: Renate Brings-Otremba
Betreuung: Edeltraud Müller
Wegstrecke: ca. 17 km

Zum zweiten Male trafen sich die niederrheinischen Jakobspilger auf dem Parkplatz „Haus Meer“. Zu Beginn startete die lustige Pilgerschar mit einer Modeschau. Gerda Vinnbruck hatte für Edeltraud eine blaue Bluse aus dem Urlaub mitgebracht.

Auf dem Weg der 15. Etappe nach Neuss pilgerten wir durch eine Kulturlandschaft, die wesentlich durch das Prämonstratenserinnen-Kloster „Haus Meer“ beeinflusst wurde. Vom Parkplatz aus wanderten wir an dem neugotischen Gartenpavillon vorbei und kamen zum Haus Meer. 1166 gründete Hildegundis ein adliges Damenstift, das nach der Regel des Ordens der Prämonstratenser lebte. Hildegundis wurde später selig gesprochen. Nach der Säkularisation im Jahre 1802 wurde das Anwesen von der Krefelder Adelsfamilie der Freiherren von der Leyen-Bloemersheim erworben. Diese ließen das Kloster zum Schloss umbauen. 1944 wurde das Gebäude im Krieg zerstört. Es wurde wieder aufgebaut. Heute siedeln sich dort Firmen aus der Finanzwelt an.

Von Haus Meer aus wanderten wir weiter nach Büderich. In der St. Mauritius Pfarrkirche hielt Pater Anton eine Andacht zu dem Thema: „Pilgern heißt auch Begegnung mit anderen Menschen“, heißt auch „die Türen öffnen zu den Herzen.“ Wir sangen das Lied: „Alles meinem Gott zu ehren…“.

Renate Brings-Otremba gab eine Erläuterungen zu der neugotischen Kirche. Die Gründung schreibt man der Kaiserin Helena zu. Von dem erst 1223 belegten Gotteshaus ist nur noch der Kirchturm erhalten. Das Kirchenschiff wurde 1542 und sein Nachfolger 1891 durch Brände zerstört. Im Chorraum befinden sich die Statuen von Maria, Mauritius, Hildegundis und Johannes. Das Kreuz wurde im Jahre 1973 aus Teakholz gefertigt; das Holz mit 8 Emailleplatten auf der Vorderseite belegt. Man sieht den Gekreuzigten mit den Symbolen, eine Hand für Gottvater und eine Taube für den Heiligen Geist. Im Pfarramt erhielten wir unsere Pilgerstempel.

Weiter ging es über den Siebenschmerzenweg zur Niederdonker Kapelle. Dieser alte Fuhrweg verband einst die Wasserburg Dyckhof mit dem Kloster Meer. Er soll schon von den Römern benutzt worden sein. 1949 wurden rechts und links der schlank wachsenden Eichenbäume sieben Stationshäuschen mit den 7 Schmerzen Mariens errichtet. Sie beginnen mit der Weissagung des Simeon, über die Flucht nach Ägypten, den Verlust des Kindes in Jerusalem, die Begegnung auf dem Kreuzweg, Maria unter dem Kreuz mit Johannes, Jesus im Schoss seiner Mutter und endet mit der Grablegung Jesus Christus. Der Weg endet an der Niederdonker Wallfahrtskapelle „Maria in der Not“. Dort sangen wir gemeinsam das Lied: „Freu dich Maria…“. Pater Anton hielt wieder eine kurze Andacht und wir beteten gemeinsam das „Ave Maria“ und sangen mehrstimmig das „Magnificat…“.

Die einfach weiß geschlämmte Wallfahrtskirche stammt aus dem 16. Jahrhundert.

Erwähnenswert sind die Kirchenfenster „auf Zeit“ in der Niederdonker Kapelle. Sie sind von dem Düsseldorfer Künstler Holger Schuster auf Folie gedruckt und auf die Milchglasscheiben aufgeklebt. Im Chorraum steht ein Vesperbild, dass von den Menschen in der Umgebung als Gnadenbild „Maria in der Not“ verehrt wird.

Vor der Kapelle steht ein Altar aus Stein, auf dem während der Wallfahrtszeit Messen gelesen werden.

Und weiter zogen wir am Wasserschloss Dyckhof vorbei zur evangelischen Kirche. Hier nahmen wir unser Picknick ein. Pater Anton sprach über „Wege“, danach beteten wir das „Vater unser…“ und sangen das Lied: „Komm Herr, segne uns…“

Im „FORUM 2/2011 - Mitteilungen der evangelischen Christusgemeinde Neuss“, ist ein Reisebericht „Auf dem Jakobsweg“ veröffentlicht. Es lohnt sich den Bericht „Buen Camino“ der Pilgerin Claudia Schuster zu lesen.

Das Thema unseres heutigen Schweigemarsches lautete:

„Leid oder Tod, seelischer Schmerz, kann ich trösten?“

Wir machten uns zu dieser Themenstellung Gedanken, als wir an dem Nordkanal entlang pilgerten. Der Weg führte schnurgerade neben einem von alten Bäumen gesäumten Wanderweg dahin. Begleitet wurden wir von zwei Kranichen, die uns ein Stück des Weges immer voran flogen.

Im Jahre 1806 begann Napoleon das gigantische Bauprojekt eines Kanals, der die Schifffahrt vom Rhein bei Neuss zur Maas bei Venlo in den Niederlanden herstellen sollte. Das Projekt wurde jedoch niemals vollendet. Es blieb ein Torso, ähnlich wie die „Fossa Eugeniana“, die von Rheinberg nach Venlo gebaut werden sollte.

Einige Antworten der Pilger zum Thema des Schweigemarsches:

o Ich kann die Wahrheit nicht ertragen.
o Es ist ein Thema für ein Theologiestudium.
o Bei Liebeskummer: Es gibt auch andere liebenswerte Menschen auf der Welt.
o Einfach da sein und Trost spenden.
o Einfach da sein und die Hand halten.
o Trost spenden, einfach da sein beim Beerdigungskaffee.
o Reden lassen und nur zuhören.
o Die Gartenarbeit kann Trost spenden und über die Einsamkeit hinweg helfen.
o Auch wenn man nicht beten kann, Gott hält einen jeden in seinen Händen.

Die Pilger-Wanderung ging weiter bis zum Neusser Bahnhof. Von dort fuhren die Pilger mit dem Bus zum Parkplatz „Haus Meer“ zurück, wo sie gegen 15.00 Uhr ankamen.
Hier löste sich der Pilgertrupp auf, um den Heimweg anzutreten.

Zwei Autos folgten dabei Annette, die uns zu einer kleinen Nachbesprechung bei Kaffee und Kuchen eingeladen hatte. Trotz der Regenwarnung blieb es den ganzen Tag über sonnig und trocken. Erst gegen 18.00 Uhr regnete es planmäßig, entsprechend der Wettervorhersage.

Die 16. Etappe von Neuss nach Uedesheim findet am 23. August 2011 statt. Sie beginnt mit der Anreise zur Haltestelle Schmiedeweg (Kreuzung Rheinfahrstrasse) nahe der Martinuskirche Uedesheim.

Treffen: 9,00 Uhr
Abfahrt: mit dem Bus (Linie 851) um 9,22 Uhr
Ankunft: Zielort: Neuss (Quirinusdom)

Verfasser und Fotograf:
Pilger Wilhelm Vinnbruck
(E-Mail: bin-ich-leo@gmx.de)

Weitere Berichte mit Fotos findet man im Internet unter folgender Adresse:
http://www.lokalkompass.de/gruppen/auf-den-spuren-des-jakobsweges-am- niederrhein-146.html

Autor:

Friedel Görtzen aus Kamp-Lintfort

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