Hilfe für Flutopfer Ahrweiler
3. Hilfstour mit Kollegen des St.Johannes Stift Kranenburg ins Ahrtal

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Keine Ende in Sicht !

Heute schreib ich mal einen kleinen Erlebnisbericht über unsere 3. Fahrt ins Ahrtal.

Am 01.09. war die dritte Tour ins Ahrtal. Um 06.00 Uhr ging es in Kranenburg für die 7 Helfer los. Neben 6 Kollegen des St. Johannes Stift reist heute noch ein Bekannter aus der WfbM mit.
Der Weg ist mittlerweile vertraut und es fahren wieder Bekannte, aber auch neue Gesichter mit.
Gut durchgekommen,stehen wir gegen 08.40 auf dem Parkplatz und uns fällt gleich was auf.
Die Anzahl der Helfer ist zurück gegangen. Die Schlange die zum Helfercamp führt ist nicht mehr da.
Es werden zwar über 900 helfende Hände am Ende des Tages gezählt, aber in den Wochen zuvor waren es deutlich mehr. 
Sehr schnell bekommen wir unseren Autrag und einen Scout zugewiesen der uns durch den Tag begleitet.
Sven sorgt dafür das wir am richtigen Ort landen und das notwendige Werkzeug mitnehmen.
Im Laufe des Tages schaut er immer mal vorbei und steht für Fragen zur Verfügung und leiht sich Werkzeug für andere Baustellen aus.
Heute geht es nicht mit dem Linienbus ins Tal sondern mit einem Transporter. 8 Erwachsene plus Schaufeln, Stemmhämmer, Brecheisen, viele Eimer Rucksäcke mit persönlichem Bedarf. Ganz schön eng denken wir, werden aber später eines Besseren belehrt:)
 Angekommen wird es gleich emotional. Später berichtet eine Teilnehmerin, dass der Mann dem wir heute helfen Tränen in den Augen hat, als wir mittlerweile mit 8 Helfern aussteigen. Ein Student hat sich zu uns gesellt, damit der Bus voll wurde.
Immer noch kommen zum Glück wildfremde Menschen und helfen ganz selbstverständlich und selbstlos den Menschen die in Not geraten sind. Alle arbeiten zusammen ob man sich kennt oder auch nicht.
Nach einer kurzen Begrüßung teilen wir uns auf und sind sofort eingespielt  am Werk.  Diesmal sind wir mit schwerem Gerät am Werk. Statt Fäustel und Meissel sind kleine und große Stemmhämmer unser Werkzeug. Die Arbeit hat sich in den letzten Wochen kaum verändert. Wieder müssen Estrich und Putz rausgestemmt werden und alles mit Eimern an die Straße getragen werden. Knochenarbeit, laut und dreckig, aber irgendwie erfüllend. Geredet wird nicht viel, da es viel zu laut ist.
In den kurzen Pausen gibt es eine Unterhaltung mit den Eigentümern. Seit 7 Wochen wird gearbeitet. Er zeigt uns das Auto seines Mieters, welches im Nachbargarten liegt,  obwohl es keinen Zugang gibt. Das Wasser stand 2 Meter hoch im Erdgeschoss. Sein Mieter war 2 Tage in seiner Wohnung gefangen. Gas für die Heizung ist in diesem Jahr nicht in Aussicht gestellt. Da werden unsere Probleme doch sehr klein.
Handwerker sind keine zu bekommen, aber es muss ja voran gehen.  Probleme der letzten Tage werden besprochen.
Schutt versperrt den Vorgarten, aber Container gibt es nur stundenweise. In der kurzen Zeit schaffen es Vater und Sohn es nie diesen zu füllen. Aus diesem Grund wird erst gar keiner abgestellt. 
Wir sorgen den ganzen Tag für noch mehr Schutt und dann am Nachmittag kommt ungefragt der THW und fängt an diesen weg zu fahren. Wieder ein kleiner Lichtblick im Chaos.
Auf die Mittagspause und ein warmes Essen wird verzichtet, wir wollen was schaffen. Kurz ein Brot und was trinken, dann geht es weiter.
Gegen ca.17.00 Uhr sollen wir  abgeholt und zurück ins Camp gefahren werden. Alles geht Hand in Hand und um 16.30 stellen wir die Stemmarbeiten ein. Wir räumen auf, wollen kein Chaos hinterlassen. Unser Ziel ist es, dass wir unsere Baustelle besenrein verlassen. Das gelingt auch heute wieder und der Transporter kommt fast pünktlich.
Da ein Wagen eine Panne hat, gibt es zwei zusätzlich Helfer die noch Platz im Bus finden sollen. Jetzt wird es " muckelig" , dachten wir da werden noch drei weitere Helfer eingeladen:).  In der Not geht halt vieles und so sind wir schließlich 13 Personen statt 8.
Im Camp angekommen gibt es ein Bier, außer für den Fahrer. Wer mag bekommt jetzt auch noch was warmes zu Essen. Als krönenden Abschluss kann man sich noch ein Softeis bei einem netten Niederländer holen, der mit seinem Eiswagen angereist ist um auf diese Weise zu helfen.
Alles in allem ein genialer Tag, alle sind mit sich und der geleisteten Hilfe zufrieden. Einer unserer Mitstreiter muss noch mal zum Sani,  eine Wunde versorgen und dann geht es zurück nach Kranenburg. Bis der Bus abgestellt ist und wir dann Schluss machen ist es fast 21.00 Uhr.
Fazit von allen : Der Aufwand lohnt.
Die Hilfe, der Kontakt vor Ort und auch die Stimmung unter den Helfenden sind mit Geld nicht zu bezahlen.

Hier nochmals meine Bitte an euch, rafft euch auf und fahrt helfen.
Jede Hand und jedes Ohr das zuhört hilft. Noch ist kein Ende in Sicht und neben der praktischen Hilfe gibt man Hoffnung und baut Menschen auf die in Not geraten sind.

Vielleicht sehen wir uns in Grafschaft beim Helfershutlte.

Bis dahin - Jürgen Michels

Vielen Dank an meine Mitstreiter

Autor:

jürgen michels aus Kranenburg

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