Großbrand in Kfw-Werkstatt auf der Hans-Böckler-Straße in Langenfeld
Spezialfahrzeug aus Ratingen nachgefordert

Ein nachgefordertes Spezialfahrzeug der Berufsfeuerwehr Ratingen kam bei dem Großbrand in einer Kfz-Werkstatt am 24. September in Langenfeld zum Einsatz.
  • Ein nachgefordertes Spezialfahrzeug der Berufsfeuerwehr Ratingen kam bei dem Großbrand in einer Kfz-Werkstatt am 24. September in Langenfeld zum Einsatz.
  • Foto: Feuerwehr Ratingen
  • hochgeladen von Claudia Jung

Zu einem Großbrand in einer Kfz-Werkstatt auf der Hans-Böckler-Straße wurde die Feuerwehr der Stadt Langenfeld am Freitagnachmittag, 25. September, gegen 17.14 Uhr gerufen.

Bereits auf der Anfahrt konnten die Einsatzkräfte eine riesige Rauchwolke beobachten. Der Führungsdienst erhöhte sofort die Alarmstufe auf "Stadtalarm" und lies die Sirenen auslösen. Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand eine circa 20 mal 50 Meter große Halle in Vollbrand und meterhohe Flammen schlugen aus den Toren. Zudem kam es immer wieder zu mehreren Explosionen im Gebäude. Unverzüglich wurden drei brandbekämpfende Einsatzabschnitte gebildet und ein ebenso starker Löschangriff gestartet.

Gefahrstoffe in Werkstatt

Der Betreiber der Werkstatt und eine weitere Person konnten sich schwer verletzt aus der Werkstatt retten, wurden durch den Rettungsdienst versorgt und in ein nahe gelegenes Krankenhaus sowie in eine Fachklinik gebracht. Der verletzte Betreiber konnte vor dem Abtransport ins Krankenhaus den Einsatzleiter über die in der Werkstatt gelagerten Gefahrstoffe informieren. Demnach sollten mehrere Gasflaschen wie Acetylen und Sauerstoff, Reifen, Betriebsstoffe und andere leicht brennbare Stoffe in dem Gebäude gelagert sein. Die Acetylenflasche stellte aufgrund der extremen Explosionsgefahr eine besondere Gefährdung für die Feuerwehrleute dar. Da von einer massiven Gefährdung für die Wehrleute ausgegangen werden musste und noch nicht klar war, ob sich das Schadenbild ausbreitet, wurde ein weiterer Abschnitt Rettungsdienst eingerichtet. Das Alarmstichwort wurde rettungsdienstlich auf NA5 erhöht. Zu den bereits an der Einsatzstelle befindlichen Rettungsmitteln wurden der Leitende Notarzt des Kreises Mettmann, der organisatorische Leiter Rettungsdienst, drei Rettungswagen und zwei Notarzteinsatzfahrzeuge dazu geordert.

Warnung der Bevölkerung

Zeitnah wurde die Langenfelder Bevölkerung und Bevölkerung im Hildener Süden über die NINA-App gewarnt. Da unklar war, ob Schadstoffe im Rauch gebunden waren, wurden durch die Einsatzleitung Spezialfahrzeuge der Messkomponente aus Velbert alarmiert. Diese begannen nach ihrem Eintreffen unverzüglich mit fortlaufenden Luft- und Gefahrstoff-Messungen im Niederschlagsbereich der Rauchwolke. Zeitweise lag das Krankenhaus Richrath im Gefährdungsbereich dieser Rauchwolke. Die Ergebnisse der fortlaufenden Messungen ergaben aber zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung der Bevölkerung oder angrenzender Anlagen. Somit konnte zeitnah die NINA-Meldung heruntergestuft und auf das Stadtgebiet begrenzt werden.

Teileinstürze der Gebäudestruktur

Die starke Flammenbildung in der Werkstatt und die sich immer wieder entzündenden Reifen machte es notwendig, einen Schwerschaumangriff einzuleiten. Zeitweise waren diverse Wasserwerfer, C- Strahlrohre, B-Rohre und die Drehleiter mit einem weiteren Werfer im Einsatz. Die Konstruktion des Gebäudes erschwerte die Löscharbeiten. Es kam vermehrt zu Teileinstürzen in der Gebäudestruktur. Die Trümmerteile verhinderten, dass Löschwasser an den Brandherd gebracht werden konnte. Ein Innenangriff konnte aufgrund der Einsturzgefahr und der Gefährdung durch die Acetylenflasche nicht eingeleitet werden. 

Spezialfahrzeug aus Ratingen nachgefordert

Während der Löschmaßnahmen wurden zwei Feuerwehrmänner verletzt. Diese wurden ebenfalls in nahe gelegene Krankenhäuser gebracht. Das Feuer im Werkstattbereich konnte durch den Einsatz verschiedenster Löschmittel gelöscht werden. In einem Zwischengeschoss unter dem Dach brannte es aber massiv weiter. Ein nachgefordertes Spezialfahrzeug der Berufsfeuerwehr Ratingen versuchte mit dem Löschsystem Cobra einen Löscherfolg zu erzielen. Das Löschsystem Cobra arbeitet mit einem Druck von 300 bar. Das Löschwasser wird hier mit Abrasionsmittel versetzt und kann so durch Wände schneiden, um dahinterliegende Bereiche zu löschen. Auch dies brachte nicht den gewünschten Löscherfolg. Somit wurde es notwendig, das Dach mit einem Bagger des THW einzureißen. Einige vor der Werkstatt parkende PKW mussten mit Abschleppwagen entfernt werden, damit der Bagger aufgestellt werden konnte. Das THW unterstütze lange Zeit die Maßnahmen der städtischen Retter. Unter anderen kam eine Drohne mit Wärmebildkamera zum Einsatz. Diese ermöglichte es, ein genaues Lagebild zu erhalten und einen gezielten Löschangriff zu koordinieren. Um ein sicheres Arbeiten der Wehrleute während der zunehmenden Dunkelheit zu gewährleisten, wurde die Einsatzstelle durch die Mitarbeiter des THW ausgeleuchtet. Ein Radlader stand für weitere Abrissmaßnahmen ebenfalls zur Verfügung, ebenso diverse Fachberater.

Unterstützung aus Nachbarstädten

Die Feuerwehr Langenfeld wurde durch Feuerwehrkräfte aus den Städten Hilden, Mettmann, Monheim, Erkrath, Velbert und Ratingen unterstützt. Unter anderen waren zwei Abrollbehälter Atemschutz, ein Einsatzleitwagen (ELW 2), diverse Drehleitern und Sonderfahrzeuge mit Spezialgeräten im Einsatz. Darüber hinaus stellten die Malteser einen ELW, der die Kräfte im Bereitstellungsraum koordinierte. Das Rote Kreuz verpflegte die Einsatzkräfte an der Einsatzstelle mit Lebensmitteln und Getränken. Außerdem waren die untere Wasserbehörde, das Umweltamt sowie das Ordnungsamt und die Polizei mit Kräften vor Ort. Insgesamt waren über 135 Einsatzkräfte aus mehreren Städten für mehrere Stunden im Einsatz. Aufgrund der hohen Gefahrenlage und dadurch, dass nach dem Teilabriss die Acetylenflasche nicht geborgen werden konnten, mussten einige Anwohner die Nacht bei Verwandten verbringen. Die Löschmaßnahmen erstreckten sich bis weit in die Nacht. Anschließend wurde eine Brandwache durch die Feuerwehr Langenfeld eingerichtet. Ein Abschluss der Einsatzmaßnahmen wurde für den Nachmittag des 25.September 2021 erwartet.

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Am Freitagabend, 24. September, wurde der Feuerwehr Langenfeld gegen 19.15 Uhr zusätzlich ein Dachstuhlbrand auf der Marienstraße im Ortsteil Richrath gemeldet. Glücklicherweise konnte der Entstehungsbrand in der Küche noch vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte durch den Eigentümer gelöscht werden. Auch hier wurde die Feuerwehr Langenfeld durch die bereitstehenden überörtlichen Löscheinheiten tatkräftig unterstützt.

Autor:

Lokalkompass Langenfeld aus Langenfeld (Rheinland)

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