Der „ganz normale Tag“ der Weik-Stiftung ist anders, aber trotzdem gleich.
Ich bin anders als du – ein bewegter Tag in der Grundschule Bennert in Leichlingen

Der Rollstuhl bietet eine andere Perspektive, die Sicht ist oft versperrt.
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  • Der Rollstuhl bietet eine andere Perspektive, die Sicht ist oft versperrt.
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Leichlingen/Langenfeld. „Ich bin anders als du anders als er anders als sie …“, aus den Kehlen von 148 Schüler/innen der Gemeinschaftsgrundschule Bennert in Leichlingen erklingt das Lied vom Anderssein. „Heute ist es anders, aber trotzdem gleich … wir haben heute Gäste der Weik-Stiftung, die euch zeigen, wie das ist, wenn man nicht so gut laufen kann, nicht sehen oder nicht hören kann“, sagt Schulleiterin Christa Rosenberger zur Begrüßung. Der „ganz normale Tag“ dient dazu, die Kinder sensibel zu machen für Mitmenschen, die mit Einschränkungen leben müssen und trotzdem ihren Alltag meistern.

Die GGS Bennert ist eine eher dörfliche Schule, in der aber mit ganz modernen Methoden ge-lernt wird. Lehrerin Yvonne Knott erzählt: „Wir haben sechs altersgemischte Klassen der Stufen 1 bis 4. Die Kinder lernen Selbständigkeit, Eigenständigkeit und Hilfsbereitschaft. Wenn man in diesem Lernsystem einmal drin ist, macht die Arbeit unheimlich Spaß. Es ist „schön anstrengend“, ich bin hier super zufrieden.“ Die soziale Kompetenz zeigt sich auch bei der Rollstuhl-Schülerin Carla, es sind immer genügend Mitschüler da, die den Rollstuhl schieben, sie unterstützen.

„Sieben Vollzeit- und vier Teilzeitpädagogen halten den Lernbetrieb am Laufen, 33 Erstklässler hatten wir dieses Jahr, wir haben eine Big Band und viele AG’s wie z.B. Zeitung machen, Kochen, Garten oder Origami“, berichtet Rosenberger. Es gebe eine Weihnachtsbasar, ein Zirkusprojekt, das Schulfest hatte das Thema „Die Römer“. „Unser sehr aktiver Schulverein hilft auch bei diesem Projekt; die Elternschaft hat das große Büfett heute gestiftet, wir sind wie eine große Familie.“

An vielen Stationen können sich die Kinder ausprobieren. Hildegard Wirtz demonstriert sicheres Fahren mit dem Rollstuhl: einsteigen, aussteigen, vorwärts und rückwärts, drehen, bremsen, den Rollstuhl vorn anheben, um eine Kante raufzufahren. Gehörlose Menschen bedienen sich der Gebärdensprache. Josef Groß hebt die Arme und bildet einen Halbkreis. „Das heißt Guten Morgen, als Zeichen der aufgehenden Sonne“, erklärt er und gebärdet dann die einzelnen Buchstaben. Der Mund spreche mit, auch der Gesichtsausdruck sei wichtig.

Als blinder Sozius auf dem Tandem mitfahren ist eine besondere Herausforderung. Trotz etwas Regen fahren die vier Tandempiloten ihre Runden auf dem Schulhof. Jedes Kind bekommt eine Schlafbrille umgebunden, und wer mitfährt, muss einen Helm aufsetzen. Die Kommentare danach lauten von cool und super (sehr oft) bis „ich dachte, ich flieg gleich runter“ oder „ein bisschen Angst kam auch mal auf“. In der Regel strahlten die Gesichter.

Wilfried Schwarz betreut die Station „Laufen mit Gehhilfen“. „Die beiden Gehhilfen und ein Bein bilden ein standfestes Dreieck“, erzählt er und zeigt dann, wie man mit Gehhilfen Stufen überwindet, sich auf einen Stuhl oder eine Bank setzt und mit Abstützen einer Hand wieder aufsteht. Das Laufen mit dem Blindenstock – wobei man über den Boden hin und her wischt - Ist auch eine Übung wert. Und zwei blinde Frauen demonstrieren die Hilfen für blinde Menschen und erklären die Braille- oder Blindenschrift. Mit „Herzlichen Dank“ an das Team beschließt Rosenberger diesen bewegten Tag.

Projektleiterin Regina Lindner-Kaupp übergibt eine Spende an den Schulverein – pro Schüler gibt es von der Weik-Stiftung immer 5 €. Auch die einheitlichen T-Shirts hat die Weik-Stiftung gespendet.

Autor:

Jürgen Steinbrücker aus Langenfeld (Rheinland)

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