Fruchtwaldoase an den Hönneauen

Die Hönne, auf der linken Seite soll das geplante Überlaufbecken entstehen.
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Das geplante Überlaufbecken Menden Battenfeld wird unsere Stadt vor kommenden Hochwassern schützen. Das ist wichtig und der Ort für dieses Überlaufbecken war wahrscheinlich nicht einfach zu wählen. Leider mussten aufgrund der Planung alle Pflanzen gerodet werden und viele Nutzpflanzen der alten Hobbygärten sind verloren gegangen. Die Raupen rollen mit Genehmigung seid dem 10.09.2015, um das wahrscheinlich geplante Ausheben des Bodens zu erleichtern und Platz zu schaffen.

Über das letzte Jahr, seit die Hobbygärtner den Platz räumen mussten, sind wir oft durch dieses Gebiet gestreift, denn es gab so viele Früchte zu ernten, dass wir sie nicht einfach verrotten lassen konnten. Wir haben Marmeladen gemacht, Apfel- und Pflaumensoßen, Himbeereis, wunderschöne Naturaufnahmen und vieles mehr. Welche positiven Auswirkungen diese Oase auf uns Menschen hat, wurde mir dadurch bewusst, dass ich vielen Menschen dort begegnete, die auch auf Beeren und Obstjagd waren und denen dieser Ort wie mir so ans Herz gewachsen ist.
Das war nur eines von vielen Zeichen die mich bewegten, ein Konzept zur Erhaltung dieser Oase zu entwerfen um diese unglaubliche Masse an Nutzpflanzen für die Zukunft zu sichern.

Auf Reisen habe ich viele Menschen getroffen und durfte bei Projekten mitwirken die aus Obst- und Nussbäumen, Beerenbüschen, Kräutern und Gemüsesorten ökologische Waldgebiete schufen. Eine Fruchtwaldoase, die sich selbst aussäht und erhält und dabei dem Menschen und den Tieren dient, dem Klimawandel entgegenwirkt und eine Bildungs- und Erholungsoase für die Gemeinde schafft.
Da in Menden der Hochwasserschutz im Vordergrund stand, habe ich nach Möglichkeiten gesucht diese beiden Aspekte zu kombinieren und bin zu einem erstaunlichen Ergebnis gelangt: JA, es ist möglich. Und zwar mit einer Lösung der Natur, die in Deutschland immer mehr verloren geht: Auen.
Auen sind Feuchtgebiete an Flussläufen die bei Hochwasser geflutet werden. Diese haben erstaunliche Fähigkeiten wenn es um Hochwassermanagement geht. So saugt beispielsweise ihr durchwurzelter Untergrund Wasser auf wie ein Schwamm und gibt es erst nach der Hochwasserspitze mit großer zeitlicher Verzögerung wieder ab. Zusätzlich verlangsamt die Pflanzenwelt in diesem Gebieten drastisch die Fliessgeschwindigkeit, sodass Wassermassen nicht mehr mit so großer Kraft auf Hindernisse stoßen.
Und noch eine Funktion ist beachtlich: Durch die Wurzeln im Wasser lebender Pflanzen wird das Wasser gereingt. Der Begriff "Constructed Wetlands" bedeutet "angelegte Feuchtgebiete" und steht für die Reinigung von schwer verunreinigten Gewässern wie z.B. Abwässer von Minen und andere chemischen Verunreinigungen. An vielen Orten auf der Welt reinigen solche Auen das Wasser teilweise von Schwermetallen und Ölen und geben es so rein wieder ab, dass danach das Leben entlang des Flusses bis hin zum Meer wieder aufblüht.

Ich möchte, auch wenn der Zug sozusagen abgefahren ist, hiermit einen Denkanstoß für unsere und nachfolgende Generationen geben, die mit dem Klimawandel klarkommen müssen, doch nicht nur dessen Symptome, wie z.B. Hochwasser, bekämpfen sollten. Es ist immer wichtig die Ursachen zu behandeln um eine langfristige Lösungen zu schaffen. Das Dokument, dass ich in Heimarbeit mit Freunden erarbeitet habe werde ich auch an das Mendener Rathaus weiterleiten. Hier kann ich es nur in Form einzelner Bilder hochladen, doch ich hoffe es gibt Ihnen die Möglichkeit zu verstehen in welche Richtung wir zukünftig denken sollten, um nachhaltig unser gemeinsames Schicksal zu beeinflussen.

Besucht doch einmal Mundraub.org

Autor:

Felix Scholand aus Menden (Sauerland)

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