Es könnte so schön sein ...

Wenn es doch keine Pinkelrinne wird, so kann man wenigstens eine Müllrinne daraus machen.
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  • Wenn es doch keine Pinkelrinne wird, so kann man wenigstens eine Müllrinne daraus machen.
  • hochgeladen von Franz-Josef Knur

Es wird viel herumgemäkelt an den neuen Entwicklungen und Ideen in der Stadt. Eine Wasserrinne, wie sie in vielen Kommunen des Landes und darüber hinaus längst gang und gäbe sind, wird gleich im Voraus als Pinkelrinne diffamiert.
Sicher sind solche städtebaulichen Accessoirs in Menden noch hochmodisch und ungewohnt.Sie erregen den Argwohn aller Innenstadt-Nutzer, die eher an Bewährtem festhalten wollen als sich dem Neuen zu öffnen.
Allerdings hat es den Anschein, als ob die Wasserrinnen-Skeptiker hier eine sich selbst erfüllende Prophezeiung auf ihrer Seite haben. Vor allem im Bereich des neuen Platzes vor dem Alten Rathaus füllt sich die kleine Rinne zunehmend mit achtlos weggeworfenem Papier und anderem Müll. Offenbar gibt es Menschen in Menden, die eine Verschönerung ihrer Stadt nicht verdienen und dies durch Verantwortungslosigkeit auch deutlich nachweisen.
Sicher ist dies kein isoliertes Phänomen in einer Zeit, in der Fast-Food-Ketten ihr Müll-Essen auch in viel Müll verpacken, der dann in der Landschaft verteilt wird. Allerdings ist dies keine Entschuldigung.
Mitunter drängt sich auch der Eindruck auf, dass die Attraktivität der Innenstadt systematisch sabotiert wird, wenn z.B. betrunkene Zeitgenossen gezielt auf den sparsamen Radstreifen auf der Bahnhofsbrücke Flaschen zerbrechen, in die anschließend nichtsahnende Radfahrer hineinfahren.
Dabei hat die Mendener Innenstadt eine Menge Potential, gerade auch in den Augen von auswärtigen Planungsfachleuten.
Ein gutes Beispiel ist die Hönneinsel, an der sich langsam, aber stetig ein neuer Hingucker entwickelt. Ein Wasserrad ist aufgehängt worden, das mit einem Schöpfwerk verbunden ist, mit dem Wasser aus dem Mühlengraben in die Grachten der Hönneinsel eingespeist werden soll. Eine Idee, die banal klingt, aber Erstaunliches hervorbringen kann. Was sich dort entwickelt, hat auch meine eigene Neigung zum Spott und meine Meinung zum Projekt grundsätzlich verändert.
Auch an diesem Punkt ist Potential für städtebauliche Entwicklung vorhanden, wie mit Fotos durchweg belegt werden kann. Das Wasserrad an sich macht bereits auf sich aufmerksam und weckt Interesse.
Der Park auf dem Zwickel zwischen Mühlengraben und Hönne gehört jedoch zu diesem Projekt hinzu. Auch hier macht sich Müll-Vandalismus breit. Die Sitzgruppen sind einladend, aber der Müll, der unter ihnen abgeladen wird, schreckt vermutlich ab.
Der Bereich ist eine großartige Idee der Planung, die jedoch noch ein wenig Anschub durch verstärkende Maßnahmen braucht. Um die Idylle an der Hönne, im Grünen und in der Nähe der Innenstadt nicht missbräuchlichen Nutzungen durch soziale Randgruppen zu überlassen, ist Durchlässigkeit zwischen der Bahnhofstraße und der Hönneinsel absolut notwendig. Wo Menschen unterschiedlichen Alters spazieren und flanieren, breitet sich keine alkoholschwangere Besetzerkultur aus, die sicher auch in Menden unerwünscht ist.
Daher der Appell an dieser Stelle:
Menden ist keine Müllkippe. Papierkörbe sind notwendig und ein wichtiges Angebot.
Eine Brücke über den Mühlengraben am Wasserrad sollte schnellsten installiert und den Menschen verfügbar gemacht werden, um den innerstädtischen Grüngürtel zu einem Naherholungsbereich zu machen, um den uns die Nachbarstädte duraus beneiden werden.

Autor:

Franz-Josef Knur aus Menden (Sauerland)

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