Kinder-und Jugendumweltpreis Neukirchen-Vluyn 2019: Jugendfeuerwehr auf „Spurensuche“ für den Klimaschutz
„Das Mitmachen ist uns wichtig!“

Haben ein bemerkenswertes Projekt im Zeltlager auf die Beine gestellt: die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Neukirchen-Vluyn. Links: Dr. Theo Klinkenberg freut sich über so viel Engagement. Ganz rechts im Bild: Mirko Hegl, Leiter der Jugendfeuerwehr Neukirchen-Vluyn.
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  • Haben ein bemerkenswertes Projekt im Zeltlager auf die Beine gestellt: die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Neukirchen-Vluyn. Links: Dr. Theo Klinkenberg freut sich über so viel Engagement. Ganz rechts im Bild: Mirko Hegl, Leiter der Jugendfeuerwehr Neukirchen-Vluyn.
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Als Dr. Theo Klinkenberg und Winfried Exner vor über neun Jahren die Idee hatten, den Kinder-und Jugendumweltpreis Neukirchen-Vluyn ins Leben zu rufen, wollten sie etwas in den Köpfen der jungen Menschen bewegen. „Dabei sollten es keine großen Aktionen sein. Das Mitmachen war und ist uns wichtig. Wenn jeder nur ein bisschen für die Umwelt und den Klimaschutz tut, dann sind wir schon sehr weit gekommen“, so Dr. Theo Klinkenberg.
Die Ausschreibung für den Kinder-und Jugendumweltpreis läuft seit neun Jahren mit überwältigendem Erfolg: In dieser Zeit waren es über 1000 Kinder und Jugendliche, die sich für den Preis bewarben. Zum ersten Mal ist nun die Jugendfeuerwehr Neukirchen-Vluyn mit einem bemerkenswerten Projekt dabei. Unter dem Motto „Unsere Spuren im Sand... und in der Atmosphäre“ nahmen 16 Jugendliche und einige Betreuer an einem einwöchigen Zeltlager der besonderen Art teil - „Brainstorming“ mal anders. In Workum am Ijsselmeer in den Niederlanden haben sich die 12- bis 18-Jährigen auf dem Campingplatz „Camp it sol“ intensiv mit dem CO 2-Ausstoß beschäftigt. „Wir wollten die CO2-Emissionen unseres Zeltlagers ermitteln. In verschiedenen Workshops am Strand haben wir verschiedene CO2-Quellen wie zum Beispiel Nahrung, Energie, Mobilität, Bekleidung, Konsum und Industrie zusammengestellt“, erzählt Tom Sauer fachkundig. „Zudem haben wir den Zusammenhang zwischen diesen Quellen und dem globalen Anstieg der Temperatur recherchiert.“ Und das ging so: Zum einen wurde mit einem Energiemessgerät der Stromverbrauch der Kühlschränke gemessen, zum anderen für die Fahrzeuge der durchschnittliche CO2 Ausstoß je gefahrenen Kilometer ermittelt. „Sehr überraschend war für uns, wie hoch die Werte bei Fahrzeugen mit alten Abgasnormen sind. Da wird deutlich mehr verbraucht als bei neueren.“
Tabea Rusch fügt hinzu: „Wir merken schon, dass wir jetzt, nach dem Zeltlager, anders denken. Aber schon seit längerer Zeit benutze ich zum Beispiel keine Plastikzahnbürste mehr, sondern eine aus Bambus. Das fühlt sich erst ein bisschen komisch im Mund an, ist aber kein Problem. Zudem mache ich das Licht immer aus, wenn ich das Zimmer verlasse.“
Auch Adrian Schwab denkt um: „Ich fahre jetzt mehr mit dem Fahrrad. Beim Einkaufen spreche ich mit meinen Eltern häufig darüber, ob man nicht lieber Obst und Gemüse aus der Region bzw. aus Deutschland kaufen sollte, als Produkte aus dem Ausland. Deren Anlieferung würde ja wieder mehr CO2 Ausstoß bewirken.“

Jetzt noch bewerben - mitmachen lohnt sich!

Aber auch das Grillen war beim Zeltlager ein Thema. Dabei diskutierten die Jugendlichen, ob man besser mit Kohle, Gas oder Strom grillen sollte. Das Ergebnis: es macht keinen wesentlichen Unterschied, womit gegrillt wird. Wichtig sei bei der Holzkohle nur, dass es sich um zertifizierte, nachhaltige Kohle handelt.
Alles in allem ist den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr klar geworden, welchen enormen „CO2 Fußabdruck“ wir durch unser Handeln und durch unsere Bequemlichkeit in der Welt hinterlassen. Stolz auf das Endergebnis und auf seine Mannschaft zeigt sich Mirko Hegl, Leiter der Jugendfeuerwehr Neukirchen-Vluyn: „Alle haben ganz toll und engagiert mitgemacht.“
Ende November werden Dr. Theo Klinkenberg und Winfried Exner als private Initiatoren entschieden haben, wer den Umweltpreis in diesem Jahr gewinnt. Die Überreichung und Bekanntgabe ist für Ende des Jahres durch Bürgermeister Harald Lenßen geplant. Es winken 1000 Euro Preisgeld! Es gibt noch die Möglichkeit, sich bis zum 31. Oktober zu bewerben unter thek48@gmx.de Worauf also noch warten?
Wichtig ist Dr. Theo Klinkenberg noch die Tatsache, dass die Jugend in Neukirchen-Vluyn bereits seit so vielen Jahren und vor dem hohen Bekanntheitsgrad von Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg im Einsatz für die Umwelt ist.

Zur Information:

Gewinner des Neukirchen-Vluyner Kinder-und Jugendumweltpreises 2018 war die Pestalozzi-Schule mit ihrer angelegten Bienenwiese. Zum 9. Mal ist in diesem Jahr die Kindertagesstätte Pastoratsstraße dabei. Unter anderem ist noch ein weiteres vielversprechendes Projekt am Start: Ein junger Mann, der ein Feinstaub-Messgerät gebaut hat, um die Belastung in Neukirchen-Vluyn zu messen. In der Vergangenheit gab es zudem unter anderem eingereichte Bewerbungen mit einer „Wurmbeobachtungsstation“ und Insektenhotels.

Autor:

Nadine Scholtheis aus Moers

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