Bei Ehepaar Vonnahme steht eine Agave Americana in voller Blüte
Riesen-Agave geht durch die Decke

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„Sie wird etwas über 40 Jahre alt sein, meine Mutter schenkte sie mir, als ich nach Ratingen zog“, erinnert sich der pensionierte Lehrer Hubert Vonnahme, der aus Ostwestfalen stammt, an die Zeit, als die Agave Americana in die Familie kam. „Zunächst war die Pflanze um die 20 Zentimeter groß, im Laufe der Jahre wurde sie immer größer.“

Von Ulrich Bangert

Im Winter wurde der Exot, der im Süden der USA und Mexiko zuhause ist und sich rund ums Mittelmeer ausbreitete, zum Schutz vor dem Frost ins Haus geholt. „Irgendwann konnte der Topf nicht mehr getragen werden, da haben wir sie auf der Terrasse eingepflanzt und und in Folie verpackt. Bis zu drei Grad Minus kann sie vertragen. Meistens reichte das, bei ganz tiefen Temperaturen haben wir schon mal eine Lampe reingestellt.“

Von ihren Besuchen in Italien, Griechenland und Spanien wussten die Vonnahmes, dass diese Agavenart nur einmal in ihrem Leben blüht und danach in den meisten Fällen eingeht. „Die Pflanze steckt beim Blühen ihre ganze Energie in die Blüte.“ Die Rosette mit den langen, spitzen und fleischigen Blättern hat inzwischen einen Durchmesser von drei Metern und eine Höhe von fast zwei Metern erreicht.

Im späten Frühjahr kam die Überraschung nach jahrzehntelanger Pflege: „Im April hatte ich einen Wintergarten gebaut, einige Wochen später entwickelten sich ganz viele neue Spitzen, der obere Teil wurde immer breiter.“ Der Blütenstängel erschien und wuchs rasend schnell: „Der wurde täglich um 15 Zentimeter länger.“ Hubert Vonnahme schob eine Glasplatte des Wintergartendachs zur Seite, durch die Öffnung „schoss“ der Blütenstamm bis ans Obergeschoss des Einfamilienhauses im Felderhofquartier.

Sieben Meter hohe Blüte

„So sieben bis acht Meter werden es sein“, schätzt der ehemalige Chemie- und Erdkundelehrer des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums. Im oberen Teil des Stammes haben sich rispenartig dutzende Teilblütenstände entwickelt. Die grünlich-gelben Einzelblüten sind bis zu zehn Zentimeter lang, ein wahres Schlaraffenland für Insekten: Honigbienen saugen den süßen Nektar und packen sich die Pollenhöschen voll, auch Wespen finden die exotische Nahrungsquelle toll.

Am unteren Ende verwelken bereits erste Blüten, das Ehepaar Vonnahme genießt noch den einmaligen und hierzulande sehr seltenen Anblick der „Jahrhundertpflanze“, die nun so langsam eingehen wird. Hubert Vonnahme erkennt bereits erst absterbende Blätter auf der Terrasse: „Es ist schon traurig, dass sie im Winter nicht mehr da sein wird.“ Die Agaven sind nicht mit den Aloen, wie der Aloe vera, zu verwechseln. Die Pflanzen sehen ähnlich aus, aber sie haben ganz erhebliche Unterschiede: Eine Aloe vera blüht jedes Jahr, eine Agave dagegen nur ein einziges Mal, und das meist im hohen Alter – eben eine Jahrhundertpflanze.

Autor:

Regina Tempel aus Mülheim an der Ruhr

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