Angekommen in Recklinghausen
Ein Schatz voller Migrationsgeschichten

Der Verleih von zwei Video-Stelen und ein kostenloses Workshop-Angebot zählen zum Projekt „Angekommen in Recklinghausen – Migrationsgeschichten aus vier Generationen“, das Gerburgis Sommer, Projektmanagerin, (links) und Rita Beckmann, Geschäftsführerin von RE/init e.V. vorstellten. Im Internet sind die Videos unter www.angekommen-in-re.de zu sehen.
  • Der Verleih von zwei Video-Stelen und ein kostenloses Workshop-Angebot zählen zum Projekt „Angekommen in Recklinghausen – Migrationsgeschichten aus vier Generationen“, das Gerburgis Sommer, Projektmanagerin, (links) und Rita Beckmann, Geschäftsführerin von RE/init e.V. vorstellten. Im Internet sind die Videos unter www.angekommen-in-re.de zu sehen.
  • Foto: Lilian Saglam
  • hochgeladen von Ingrid Lücke

In Video-Interviews erzählen 20 Menschen auf berührende Weise von ihren Erfahrungen des Ankommens im Kreis Recklinghausen. Damit will der Bildungsträger RE/init e.V. Menschen verschiedener Kulturen miteinander ins Gespräch bringen.
Die geplante Auftaktveranstaltung mit großem Kino und Speed-Talking während der Ruhrfestspiele fiel leider der Pandemie zum Opfer.
Alternativ stellt der Verein das Projekt „Angekommen in Recklinghausen – Migrationsgeschichten aus vier Generationen“ am Dienstag, 25. Mai, online vor. „Wir lassen Menschen zu Wort kommen, die in den vergangenen 75 Jahren aus ganz unterschiedlichen Gründen ins Ruhrgebiet gekommen sind“, erklärt Marithres van Bürk-Opahle, Fachbereichsleiterin von RE/init e.V. Sie hat das vom Ministerium des Innern, für Bau und Heimat geförderte Projekt ins Leben gerufen.
Die Teilnehmenden der Video-Konferenz sehen das Interview mit Kiruba, die aus Sri Lanka geflohen ist und seit acht Jahren in Deutschland lebt. Die Mutter zweier Kinder ist erfüllt davon, dass sie gerade den Realschulabschluss geschafft hat. „Kirubas Thema ist das Lernen. In fast jedem Interview entwickelt sich ein thematischer Schwerpunkt“, beschreibt Projektmanagerin Gerburgis Sommer ihre Erfahrung aus den oft emotionalen Gesprächen mit Menschen im Alter von 11 bis 87 Jahren.

Bau einer Kirche schaffte zweite Heimat

So ist Thomas bereits Rentner, erinnert sich aber gut an seine Erlebnisse als Gastarbeiterkind und beschreibt, wie der Bau einer Kirche eine zweite Heimat für griechisch-orthodoxe Migranten schaffte. Die 15-jährige Alicia beschäftigt sich mit Identitätsfragen und sagt im Laufe des Interviews den wunderbaren Satz: „Das Polnische in mir ist das, was mich zur Alicja macht!“ Einige der Zugewanderten schildern Situationen, in denen sie Rassismus erfahren haben und wie sie damit umgehen. Sie äußern Ideen und Wünsche für ein gutes Zusammenleben verschiedener Kulturen in Recklinghausen.
Da das Projekt auch in Gelsenkirchen und Bottrop durchgeführt wird, werden es am Ende insgesamt 60 Videos sein, die auf drei Internetseiten und zwei Video-Stelen veröffentlicht werden. Die Interviews liefern vielfältige Gesprächsanlässe für das Workshop-Programm vor Ort, mit dem RE/init e.V. das Projekt begleitet. „Mit Kino-Abenden, Erzähl-Cafés, Online-Besuchen, Mitbring-Buffets und Speed-Talkings wollen wir interessant Gelegenheiten für das Zusammenkommen von Alteingesessenen und Zugewanderten bieten. Diese Veranstaltungen planen wir realistischerweise für die zweite Jahreshälfte und suchen dafür Kooperationspartner“, erklärt Marithres van Bürk-Opahle.

Kostenloser Verleih der beiden Video-Stelen

Die Workshops sind ebenso kostenfrei wie der Verleih der beiden Video-Stelen aus Edelstahl mit Touchscreen und Kopfhören. Einrichtungen wie Bibliotheken, Schulen oder Institutionen mit großem Foyer können die Stelen in ihren Räumen aufstellen. „Wir freuen uns, wenn unsere Interviews für die Arbeit im Bereich Migration und Integration genutzt werden“, verabschiedet Gerburgis Sommer die Teilnehmenden der Videokonferenz.

Autor:

Lokalkompass Kreis RE aus Recklinghausen

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