Zeichnung aus der TAZ
Ausspielen von Menschen – hier: Flüchtlinge vs. Europäer

Besonders in der letzten Zeit wird medial wieder gegeneinander ausgespielt. Mal sind es Rentner, die in zu großen Wohnungen wohnen und keinen Platz machen, aber die verfehlte Politik im Sozialbau wird außen vorgelassen. Dann sind es die Dieselfaher, die gegen Raucher und Fleischesser ausgespielt werden, anstatt man Lösungsansätze formuliert, die uns allen nützlich sind.

In diesem Fall geht es um eine Zeichnung aus der TAZ.

Während in Spanien ein Kind um sein Leben kämpft, und zu diesem Zeitpunkt hofft man noch, ist vor der Libyschen Küste ein Schiff mit Flüchtlingen gesunken. Es gab viele Tote zu beklagen. Alles ist schlimm und grausam.

Die TAZ jedoch macht daraus eine Zeichnung mit Flüchtlingen, die im Meer versinken und sich auf die Hilfssituation des spanischen Kindes beziehen. Menschen so auseinanderzuspielen und sich auch so ungerecht denen gegenüber zu verhalten, die wirklich viel für Flüchtlinge tun, ist einfach an Niveaulimbo nicht mehr zu unterbieten. Also schrieb ich die TAZ an, um von ihnen ein wenig Erkenntnis zu erlangen, was eine solche Zeichnung bewirken soll.

„Sehr geehrte Damen und Herren,

am 22. Januar 2019 veröffentlichten Sie auf Ihrer Facebookseite eine Zeichnung, auf der schiffsbrüchige Flüchtlinge zu erkennen sind, die sagen:

„Seit einer Woche versuchen in Spanien hunderte Helfer ein Kind aus einem Erdloch zu retten!“

„Das bewundere ich an den Europäern: Diese Menschlichkeit, diese Hilfsbereitschaft!“

Ist es jetzt auch Stil der TAZ, Menschen gegeneinander ausspielen zu wollen? Hat das Kind in Spanien also kein Recht auf Hilfe? Dann schicken Sie diese Zeichnung doch einfach mal den Eltern.

Zudem ist es eine Anmaßung „DEN Europäern“ mit einer Polemik zu unterstellen, dass wir nicht hilfsbereit wären. Es sind sehr viele Menschen ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe aktiv und werden von den Kommunen im Stich gelassen. Es ist für uns Europäer kaum möglich auf die Europäische Agentur für die Grenz- und Küstenwache FRONTEX einzuwirken. Was ist mit der Zivilen Seenotrettung Sea-watch? Was ist mit Mission-Liefeline? Und was ist mit den ganzen Spendern, welche entsprechende Organisationen unterstützen?

Wir leben in einem Europa, in dem wir BürgerInnen nicht den demokratischen Einfluss auf unmenschliche Prozesse haben, wie wir sollten. Aber es gibt viele Europäer, die helfen, wo sie können. Was also will die TAZ mit einer solchen Zeichnung bewirken?“

Sobald ich eine Antwort erhalte, werde ich sie natürlich gerne veröffentlichen.

Autor:

Sandra Stoffers aus Recklinghausen

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