Gastronomie kämpft ums Überleben
"Was weg ist, ist weg" - Stadtspiegel-Interview mit Uwe Suberg

Uwe Suberg kennt die Gastro-Szene, als Wirt und Verbandssprecher.
  • Uwe Suberg kennt die Gastro-Szene, als Wirt und Verbandssprecher.
  • Foto: Krusebild (Stadtspiegel-Archiv)
  • hochgeladen von Kerstin Halstenbach

Nicht nur die Gäste, vor allem auch Wirte blicken auf den 31. August: Werden Großveranstaltungen wieder möglich sein? Große Feste wie Hochzeiten und runde Geburtstage? Seit rund zwei Wochen sind einige Lokale wieder geöffnet - mit viel Platz zwischen den Gästen, Mund- und Nasenschutz für Bedienungen und ständig hygienisch gereinigten Tischen, Speisekarten und vielen weiteren Maßnahmen. Wie geht es den Wirten? Darüber hat sich der Stadtspiegel mit Uwe Suberg unterhalten.

Herr Suberg, wie klappt das organisatorisch?

Uwe Suberg: Es klappt unter relativ hohen Hürden und durch finanzielle Investitionen. Wir haben für alle Mitarbeiter Plexi-Gesichtsschutz und auch Trennscheiben angeschafft. Jede Speisekarte und jeder Tisch müssen nach jedem Gast wieder gereinigt werden. Auch die Hygienemittel, die zusätzlich gebraucht werden, müssen eingerechnet werden. Nach meiner Einschätzung halten sich meine Kollegen an die Vorgaben. Organisatorisch klappt es also.

Können Gastronome mit einem halbierten und sogar noch geringerem Platzangebot überhaupt rentabel wirtschaften?
Uwe Suberg: Halbierte Einnahmen sind für keinen rentabel. Tatsächlich haben wir sehr hohe Verluste. Ich fordere, dass staatlicherseits noch mehr Fördermittel bereitstellt werden, die nicht zurückgezahlt werden müssen.

Zahlreiche private Events wie Hochzeiten können nicht gefeiert werden. Sind diese entgangenen Einnahmen überhaupt in irgendeiner Weise aufzufangen?
Uwe Suberg: Was weg ist, ist weg. Große Feste werden in der Regel ein Jahr vorher gebucht. Wer jetzt nicht feiern konnte, verschiebt das nicht. Es ist ja nicht wie der Kauf eines Autos, der geht auch zwei-drei Monate später. In diesem Bereich - Hochzeiten, Jubiläen - ist nicht mehr aufzuholen.

Bekommen Sie von den Wirten der nur noch wenigen kleinen Kneipen in Recklinghausen Rückmeldungen, wie es ihnen geht?
Uwe Suberg: Ihnen geht es noch schlechter. An der Theke zu sitzen ist ja kaum möglich. Ich befürchte, es wird wieder ein Kneipensterben einsetzten, wie ab Mai 2013, als das Rauchverbot eingeführt wurde.

Werden aus Ihrer Sicht Gastronome durch Stadt und Land hinreichend unterstützt?
Uwe Suberg: Die Stadt Recklinghausen tut was wie kann, kommt uns bei der Sondernutzungsgebühr und den Gewerbesteuern entgegen. Land und Bund müssen aber mehr für uns tun.


Zur Person: 

Uwe Suberg (58) ist seit über 30 Jahren als Gastronom in Recklinghausen und ganz NRW engagiert. Suberg's bei Boente und The Italian in der Recklinghäuser Altstadt gehören dazu, außerdem betreibt Suberg die Gastronomie im Ruhrfestspielhaus und Seeblick Haltern. Überregional sind die Suberg's Ü 30 Partys an Rhein und Ruhr Publikumsmagneten. Uwe Suberg ist darüberhinaus Sprecher des Hotel- und Gaststättenverbandes.

Autor:

Kerstin Halstenbach aus Recklinghausen

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