Playoff-Traum der Baskets platzt im Halbfinale

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Es fällt schwer die Szenen in Worte zu fassen, die sich am Ostermontag, 21. April 2014, in der Sporthalle West abgespielt haben. Fakt ist: Die Schwelmer Baskets verlieren das Entscheidungsspiel der Halbfinalserie um den Einzug ins Finale der ProB-Playoffs 2014 nach Verlängerung mit 98:99 und müssen mit ansehen, wie Bike-Cafe Messingschlager Banauch den Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse feiert. Acht Sekunden vor Schluss standen die Zeichen für die Kreisstädter noch auf Sieg, doch Andreas Obst ließ den Playoff-Traum von Mannschaft und Fans mit einem Buzzer-Beater jäh zerplatzen.

Die Truppe von Coach Raphael Wilder erwischte, angetrieben von 550 Zuschauern, die ihr Team lautstark und bis zur letzten Sekunde anfeuerten, den deutlich besseren Start in die Partie. Zwei Minuten nach dem Anpfiff lagen die Hausherren bereits 8:2 in Führung, als die Uhr bei 3:58 Minuten stoppte, hatte Felix Engel soeben einen Dreier zum 20:12 versenkt. Zwei Sekunden vor dem Ende des ersten Abschnitts erhöhten die Gastgeber zum 27:17 und gingen mit einem Zehn-Punkte-Polster in die Viertelpause.

Im zweiten Viertel ging der muntere Schwelmer Punktereigen weiter – David Hicks, der einen Sahne-Tag erwischt hatte, bis zur Halbzeit bereits 21 Punkte erzielte und mit 38 Punkten (davon fünf Dreier) Top-Scorer der Begegnung wurde, netzte knapp dreieinhalb Minuten vor der Halbzeitsirene zum 44:30 ein und verhalf seinen Farben so zu ihrer höchsten Führung. Durch einen 9:0-Lauf verkürzten die Gäste auf 44:39, beim Stand von 49:42 verabschiedeten sich die Mannschaften zum Pausentee. Fürs Protokoll: Der Abschnitt ging mit 22:25 an Baunach.

Nach dem Seitenwechsel waren keine zwei Minuten gespielt, als die Kreisstädter wieder über einen zweistelligen Vorsprung jubeln durften (54:44). Fortan fanden die Gäste jedoch mehr und mehr in die Partie und verkürzten in Spielminute 26 auf 62:60. Erneut musste Wilders Team einen Abschnitt mit drei Punkten an den späteren Finalisten abgeben (23:26). Auf der Anzeigetafel leuchtete ein 72:68, als das Schlussviertel begann.

Dank eines 6:0-Runs übernahm der Tabellenachte der Südgruppe 7:50 Minuten vor der Schlusssirene erstmals die Führung (72:74), fortan wechselte diese mit jeder Aktion. Auf der Uhr brachen die letzten 90 Sekunden der regulären Spielzeit an, als Baunach auf 85:88 erhöhte. Die Schwelmer US-Boys Brandon Hogg und David Hicks konnten von der Freiwurflinie und per Nahdistanzwurf ausgleichen. Dramatik pur: Marcos Knight spielte die Uhr herunter, doch sein Wurf verfehlte das Ziel und die Partie ging in die Verlängerung (88:88).

Nach gut einer Minute hatten sich die Hausherren ein Vier-Punkte-Polster herausgespielt (92:88), das die Gäste jedoch schnell zu egalisieren wussten (92:92). Acht Sekunden vor Schluss – die Baskets liefen einem 96:97-Rückstand hinterher – versenkte Dario Fiorentino einen Treffer zum 98:97. Der Jubel in der Hölle West kannte bereits keine Grenzen mehr, als Andreas Obst zum Matchwinner avancierte und besagten Buzzer-Beater zum 98:99-Endstand verwandelte…

Nichtsdestotrotz ließen es sich die besten Fans der Liga nicht nehmen, ihr Team gebührend zu bejubeln und dem scheidenden Coach Raphael Wilder mit lautstarken Sprechchören zu huldigen. Es wird wohl noch ein paar Tage dauern, bis Trainer und Mannschaft sich über das Erreichen des Playoff-Halbfinals freuen können. Baskets-Geschäftsführer Michael Kersthold gratulierte Bike-Cafe Messingschlager Baunach zum Einzug ins Finale und dem damit verbundenen Aufstieg in die 2. Basketball Bundesliga ProA.

Traurige Gesichter trotz einer wahnsinnig guten Saison machten:
Hicks (38/5), Hogg (15), Engel (13/3), Agyapong (11), Schröter (9), Fiorentino (8), Anastasov (2), Kramer (2), Haake, Mengering (dnp)

Das letzte Wort hat heute ausnahmsweise Kapitän Sebastian Schröter, der sich im Namen der gesamten Mannschaft bei seinem Coach „Raffi“ Wilder bedanken möchte, der seinen Spielern nicht nur als Trainer, sondern abseits des Parketts auch als Freund und Ratgeber zur Seite steht – Tag und Nacht: „Raffi, du hast erneut eine wahnsinnig gute Truppe zusammengestellt, mit der wir als Dritter in die Play-Offs starten konnten. Wir haben im Laufe der Saison viele Spieler kommen und gehen sehen, mussten uns immer wieder auf neue Situationen einstellen und hätten am Ende sogar beinahe die Hauptrundenmeisterschaft gewonnen. Es ist sehr, sehr schade, dass wir den Sprung ins Finale der Play-Offs verpasst haben. Das wäre der krönende Abschluss einer tollen Saison gewesen. Vielen Dank für alles!“ Dem ist doch eigentlich nichts mehr hinzuzufügen…
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