Ensemble Europa feiert 200 Jahre Forellenquintett

Das Ensemble Europa gibt ein Kammermusikkonzert im zib, in dem neben Franz Schubert weitere Frühwerke von Gustav Mahler und Ludwig van Beethoven im Mittelpunkt stehen.
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  • Foto: Peter Löning
  • hochgeladen von Verena Kobusch

Weltberühmt ist das Lied "Die Forelle" von Franz Schubert, weltberühmt ist auch das nach diesem Lied benannte und von Schubert komponierte Klavierquintett "Das Forellenquintett".

2019 feiert das „Forellenquintett“ 200. Geburtstag und das Ensemble Europa feiert diesen Geburtstag am Freitag, 23. August, mit einem hochkarätigen Kammermusikkonzert im Lichtkunstzentrum Unna, Zentrum für Internationale Lichtkunst am Lindenplatz 1 in Unna. Beginn ist um 20 Uhr. Karten gibt es im i-Punkt (Tel. 02303/ 103 777), Reservierungen sind unter booking@kulturverein-westfalen.de möglich. Veranstalter ist der Kulturkreis der Unnaer Wirtschaft.

In dem Kammermusikkonzert werden neben Franz Schubert weitere Frühwerke von Gustav Mahler und Ludwig van Beethoven im Mittelpunkt stehen.Die in diesem Konzert präsentierten Werke sind allesamt in den Jugendjahren der Komponisten entstanden.  Vier erfahrene Kammermusiker, die sowohl gemeinsam als auch als Solisten tätig sind, bilden das Ensemble Europa.  Die Mitglieder kommen aus Kroatien und Deutschland und sind alle angesehene Kammermusiker:
Dragan Berekin Violine
Wladimir Kossjanenko, Viola
Felicitas Stephan, Violoncello
Vesna Podrug Klavier

Aus Opherdicke in der Hellwegregion dabei sind die Cellistin Felicitas Stephan und der Kontrabassist Uli Bär, der das Ensemble als Gast unterstützen wird.
Das Ensemble Europa hat sich für das Festival „Celloherbst am Hellweg“ gegründet und zeichnet sich aus durch eine grandiose Tongestaltung und eine fast außergewöhnlich zu nennende Klanghomogenität – der gemeinsame Atem geht in keinem Takt verloren. Seine Mitglieder verstehen sich als Botschafter für Europa, dessen Zusammenhalt ohne Kunst und Kultur nicht denkbar ist.  Das Ensemble hat schon heute Engagements in den wichtigsten Metropolen Europas, die bereits bis ins Beethovenjahr 2020 reichen.

Gustav Mahlers Klavierquartettsatz in a-Moll ist das Frühwerk eines Sechzehnjährigen. Dass der Sinfoniker Mahler überhaupt Kammermusik geschrieben hat, war schon zu seinen Lebzeiten kaum bekannt. Das lag an seinem leichtsinnigen Umgang mit den Jugendwerken, die schon 1896 weitgehend verloren waren. Darunter befanden sich mehrere preisgekrönte Stücke, wie eine Violinsonate und zwei Klavierquintette. “Das Beste davon war ein Klavierquartett”, berichtete Mahler selbst, “welches am Schluss der vierjährigen Konservatoriumszeit entstand und das großes Gefallen erregte.” Dabei handelte es sich um ein vollständiges viersätziges Klavierquartett, das ebenfalls verlorenging. Einzig erhalten ist ein einzelner Allegrosatz zu einem Klavierquartett in a-Moll. Er ist ein einzigartiges Dokument für Mahlers kammermusikalischen Stil und seine frühe Begabung.

Das Klavierquintett Es-Dur des jungen Beethoven wäre ohne Mozarts Vorbild nicht entstanden und nimmt in Tonart, Besetzung und Aufbau unverkennbar auf das 12 Jahre ältere Mozart-Quintett in Es-Dur Bezug. Die dreisätzige Konzertform deutet auf den konzertanten Charakter des Quintetts hin, es kündigt sich bei Beethoven bereits der Sinfoniker an, den nur noch drei Jahre von seiner Ersten Sinfonie trennten. Man spürt den neuen Tonfall, den der junge Virtuose und Komponist Beethoven anschlug. Wo Mozart eine Idealsynthese aus Belcanto, Klavierkonzert und Kammermusik gelang, setzt der junge Beethoven schroffe Akzente: Sforzati, überraschende Modulationen, krasse Dynamikwechsel. Streicher und Klavier treten einander wie die Klanggruppen eines Sinfonieorchesters gegenüber, der Klaviersatz ist raumgreifend und kraftvoll.

Schuberts Forellenquintett wurde “auf besonderes Ersuchen” des k. und k. Beamten und Amateur-Cellisten Sylvester Paumgartner komponiert, den Schubert 1819 in Steyr in Oberösterreich kennengelernt hatte. Der heitere Tonfall der Forelle legte das ganze Quintett auf eine Aura unbeschwerter Musizierfreude fest, zu der auch der lichte, helle Klang beiträgt. Die Form zeigt den jungen Komponisten noch auf der Suche nach neuen Bahnen. Schubert hat Paumgartners Auftrag mit einem Werk erfüllt, das zwischen Volksmusik, Salon und Romantik die Brücke schlägt.

Autor:

Verena Kobusch aus Unna

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