Serie zur Geschichte des Theaters: Mit Regisseur André Decker beginnt 2002 neue Ära
"Narrenschiff" wirft Anker in der Lindenbrauerei

Kaum besteigt André Decker die Bühne ist er in seinem Element.
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  • Kaum besteigt André Decker die Bühne ist er in seinem Element.
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Als das „Narrenschiff“ in Massen vom Stapel lief und seine ersten Vorstellungen gab war André Decker gerade acht Jahre alt. Mit 20 Jahren erlebte er, in Massen aufgewachsen das Abi an der Peter-Weiss-Gesamtschule in der Tasche ,  die Schließung und die Phase, als Darsteller und Helfer ohne Domizil waren. Doch es dauert noch einige Jahre, bis er an Bord kam.

Drei Jahre nach der Schließung in Massen ergab sich für das Ensemble die Chance zum Umzug in die  Lindenbrauerei. Es war die Zeit, als sich das „Kühlschiff“ etabliert hatte und die ehemalige Brauerei zum Kulturzentrum um- und ausgebaut wurde. Denn die Schwerpunkte in der Kulturpolitik hatten sich verlagert. Alte Industriegebäude wurden landesweit zur Ankerpunkten des Kulturlebens umgebaut. Plötzlich stand Sanierung vor Abriss und es entstanden Räumlichkeiten auch für ein Theater. 
Als André Decker, damals 26 Jahre, im Jahre 2002 die künstlerische Leitung übernahm, dürfte er einer der Jüngsten in dieser Position überhaupt gewesen sein. Doch bis dahin waren es Jahres des Ausprobierens und Sammeln von Erfahrungen für ihn. Die Leidenschaft für die Bretter der Welt entwickelte er bereits als Pennäler der Gesamtschule Unna. Dort schrieb er erste Theaterstücke, nicht als Oberprimaner sonder schon in der 5. Klasse. Mit Schulkollegen inszenierte er sie in den Pausen, führte mit einem Literaturkurs Bühnenstücke auf. Über Umweg landete er aber im Ballettunterricht. „Mein Körperbau ist sehr geeignet dafür, da wurde mir geraten, gib alles, weil es schon spät war für einen Mann.“ In der Oberstufe nahm er täglich sechs Stunden Tanzunterricht, besuchte anschließend drei Jahre die Ballettakademie in Köln. Ein markanter Punkt seiner Laufbahn wurde sein Tanzstudium in Amsterdam, wo er auch erste professionelle Erfahrungen sammelte. „In den Niederlanden wuchs meine Überzeugung, Schauspiel machen zu wollen.“
Amsterdam - Unna
Bei einer Feier zur Eröffnung der Lichtkunst 2001 in Unna tanzte er ein beeindruckendes Solo und wurde als „Unnaer Junge“ angesprochen, ob er nicht ein Stück hier inszenieren wolle. Er nahm sich vor, „ich komme für ein Stück hierher“ und ist in Unna geblieben. Anfangs hatte er Zweifel wie lange er bleiben werde, sagt er heute. „Nie für immer hierhin, aber es wird jetzt so“ denkt er. Er traf viele Kollegen aus der Schulzeit und hatte schnell eine „Supertruppe von Freunden“ beisammen.
In anderen Städten hat er wenig gemacht. Richtig bekannt wurde er durch ein ausgefallenes Solostück. „Ich, ein Jud“ von Walter Jens führte er in Kirchen im ganzen Ruhrgebiet auf. Sieben Jahre stand das Werk auf seinem persönlichen Spielplan. Zu Beginn seiner Karriere arbeitete er viel an Schulen, etwa mit der Musical-AG der Peter-Weiss-Gesamtschule und auch im Theater Narrenschiff. Sein Vorgänger war Guntram Höft, Opernsänger, ehem. Musikschulleiter in Hannover und Stimmbildner der Philipp-Nicolai-Kantorei  sowie die Jugendkantorei Unna. Und André Decker musste sich entscheiden, welchen Schwerpunkt er legen wollte. Als „Schauspieler oder Regisseur“. Zunächst einmal entschied er, nicht in die große Welt zu gehen. Und als Regisseur des "Narrenschiff" erkannte er:  „Das ist der beste Weg hier.“

Autor:

Stefan Reimet aus Holzwickede

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