Memo-Techniken für den ELA-Zweig

Ungewöhnliche Klassensituation am Geschwister-Scholl-Gymnasium: Der Lehrer steht auf dem Pult, die Schüler auf den Stühlen.
  • Ungewöhnliche Klassensituation am Geschwister-Scholl-Gymnasium: Der Lehrer steht auf dem Pult, die Schüler auf den Stühlen.
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  • hochgeladen von Jörg Stengl

Auf dem Pult steht der Lehrer, um die neue Methode zu erklären. Ungewöhnlich genug - damit das Ganze aber wirklich zu einer unvergesslichen Angelegenheit wird, dürfen die Schülerinnen und Schüler der 7 c auch mal auf Tischen und Stühlen stehen. Das wird jetzt nicht jeden Tag so sein. Zum Glück für die wertvollen Schulmöbel. Aber auch, weil die Stunde mit dem Gast Carsten Diete so als etwas ganz Besonderes im Gedächtnis haften wird.

Eigenverantwortliches Lernen stand auf dem Stundenplan – für die Schüler/innen der 7c am Geschwister-Scholl-Gymnasium eine längst vertraute Übung, bei der sie sich Lerninhalte verschiedener Fächer immer wieder selbst erarbeiten und dabei auch effektive Lernmethoden einüben. Längst vertraut, aber doch immer wieder schwierig. Besonders wenn es darum geht, frisch Erarbeitetes so „abzuspeichern“, dass es auch später noch verfügbares Wissen ist.

Was wäre da sinnvoller, als die Leistungsfähigkeit des eigenen Gedächtnisses mit ein paar netten Tricks aufzubessern; was wäre hilfreicher, als das neue Wissen wirklich zukunftsfähig zu machen – und was wäre besser, als hierzu mal einen echten Weltmeisterschaftsteilnehmer im Gedächtnissport zu Gast zu haben und von ihm zu lernen?

Carsten Diete hat schon mehrfach bei deutschen und auch bei Weltmeisterschaften mitgemacht und beachtliche Erfolge errungen. Jetzt war der Kamener zu Gast in einer ELA-Klasse des GSG und gab – amüsant und locker – ein paar Einblicke in die Leistungsmöglichkeiten unseres Gehirns. Besser gesagt in die Möglichkeit, dessen Speicherkraft effektiver einzusetzen.
Stellen wir uns nur einmal vor, ein junges Gehirn solle sich die Namen der drei deutschen Ströme Rhein, Elbe und Weser merken. Carsten Diete erzählte den Kindern dazu eine kleine Geschichte, die den Erinnerungsprozess wirklich zu einem Kinderspiel macht: „Stellt euch vor“, forderte Diete seine jungen Zuhörer auf, „ihr spaziert am Ufer eines Flusses entlang. Plötzlich rutscht ihr aus und fallt rein (Rhein). Ihr taucht unter, taucht wieder auf und da merkt ihr, dass es auf einmal ekelig riecht. Es schwimmt eine Leiche neben euch, die schon völlig verwest (Weser) ist. Aber mutig, wie ihr seid, dreht ihr sie um. Dann seht ihr, dass die Leiche eine Elfe (Elbe) ist.“ Mehrmals mussten die Siebtklässler die kleine Geschichte wiederholen – auch nach einigen Übungen mit anderen Inhalten noch einmal – und es zeigte sich, dass die Namen der drei längsten deutschen Flüsse jetzt zu wirklich sicherem Wissensgut geworden waren.
Weitere sehr praktische Gedächtnisstützen verhalfen den Schülerinnen und Schülern zum Beispiel dazu, die Namen der acht deutschen Bundeskanzler sicher nennen zu können.

Insgesamt zeigte sich: je skurriler, verrückter, verbotener das Bild oder die Geschichte ist, desto besser kann man es sich merken – und desto mehr Spaß macht der Lernprozess natürlich auch. Carsten Diete bewies das, indem er seine kleine Show entsprechend aufzog. Indem er zum Beispiel auf dem Pult stand (während die Schüler auf Tische und Stühle geklettert waren), um von dort aus die „Routenmethode“ zu erklären.

Autor:

Jörg Stengl aus Unna

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