Örkhof in Langenberg wird Bildungspartner von Gymnasium
Mehr als „Chicken-Nuggets"

In der Gemüseanzucht: Die Schüler Joelle, Romy, Amal und Joycen mit ihren Lehrern Ines Stange und Florian Blank (von links). Sie besichtigen gemeinsam mit Heike Adelberger, Leiterin des Bauernhofs zum Anpacken, erste Salatsetzlinge.
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  • In der Gemüseanzucht: Die Schüler Joelle, Romy, Amal und Joycen mit ihren Lehrern Ines Stange und Florian Blank (von links). Sie besichtigen gemeinsam mit Heike Adelberger, Leiterin des Bauernhofs zum Anpacken, erste Salatsetzlinge.
  • Foto: Astrid von Lauff
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Der Örkhof in Langenberg und das Gymnasium Sedanstraße in Wuppertal unterschrieben gerade ihren Kooperationsvertrag über eine Bildungspartnerschaft. Damit ist der Örkhof der erste Bauernhof in NRW der dies in die Tat umsetzt. Bereits in den vergangenen Jahren waren Museen, Bibliotheken oder Musikschulen Bildungspartner von Schulen im Rahmen der Initiative des NRW-Ministeriums „Bildungspartner NRW“. Seit 2019 sind Partnerschaften nun auch zwischen Lernbauernhöfen und Schulen möglich.

Den „Bauernhof zum Anpacken“ gibt es bereits seit 15 Jahren auf dem Örkhof. Seit 2004 bietet die gemeinnützige Hofgemeinschaft mit dieser Initiative pädagogische Angebote für Kinder und Jugendliche an.
Heike Adelberger, Leiterin des Lernbauernhofes, ist von Anfang an dabei und hat schon viele Mädchen und Jungen an Tiere, Pflanzen und Landbewirtschaftung herangeführt - für einige das erste Mal in ihrem Leben!
Mit der gleichen Zielführung besteht nun schon seit längerer Zeit ein Austausch mit dem Wuppertaler Gymnasium. Entstanden ist der Kontakt zwischen Schule und Bauernhof durch eine private Initiative. Heike Adelberger lernte Erdkunde-Lehrer Florian Blank bei einer Fortbildung kennen. Regelmäßig besuchen seitdem Schüler der Unter- und Oberstufe den Örkhof. „Der Besuch des Bauernhofs soll die eigene Meinungsbildung anregen. Selbst entscheiden, was ich essen und wie ich leben möchte – Kompetenz entwickeln, das ist wichtig. Dabei helfen Antworten zu Fragen der landwirtschaftlichen Produktion, der Nachhaltigkeit und des Naturschutzes sowie des persönlichen Verbraucherverhaltens“, so Blank. „Besonders praktisch ist, dass unsere Anreise zum Hof nachhaltig stattfinden kann. Erst mit dem Bus und dann noch 20 Minuten zu Fuß.“

Gemüseanzucht, Hühnerstall und Schweinestall

Jetzt wurde diese Zusammenarbeit mit einer Kooperationsvereinbarung besiegelt. „Damit soll die Zusammenarbeit gefestigt werden und verbindlich in den Fachunterricht eingebunden werden und sie ist darüber hinaus nicht mehr ausschließlich von einer persönlichen Initiative abhängig“, so Schulleiterin Hildegard Hawix.
Dieses Mal sind es die Schüler Joelle, Jaycen, Romy und Amal, die von dieser Zusammenarbeit profitieren. Sie erkunden gemeinsam mit ihren Lehrern den Bauernhof - von der Gemüseanzucht, über den Hühnerstall bis zum Schweinestall. „Die Kinder und Jugendlichen sehen das Gemüse und Getreide auf den Feldern und bekommen über das Fühlen, Riechen und Schmecken einen direkten Zugang“, so Adelberger. „Die artgerechte Haltung und Fütterung der Nutztiere sind beim Besuch der Kuhherde sowie der Kälber, Schweine und Hühner stets ein großes Thema. Und regelmäßig beeindruckt die Vielfalt an Salaten, Beeren, Kräutern und Gemüsearten in der hofeigenen Gärtnerei.“

Bewussteres Konsumverhalten

Romy achtet inzwischen genauer darauf, woher das Obst kommt. „Ich kaufe jetzt viel öfter Nahrungsmittel aus Deutschland oder unserer Region.“ Jaycen isst jeden Tag Fleisch. Darauf zu verzichten, falle ihm schwer. Er sei so groß geworden, erzählt er. „Das zu ändern, geht nicht so schnell, doch ich mache mir viele Dinge bei meinem Konsumverhalten inzwischen viel bewusster.“
Und genau darum geht es den Bildungspartnern: Die Schüler sollen erkennen, dass sie als Verbraucher Dinge ändern können, wenn sie es möchten. Florian Blank: „Ich erinnere mich noch gut an die Bemerkung eines Schülers beim Besuch des Hühnerstalles. Er sagte damals: ‚Hier laufen ja meine Chicken-Nuggets rum‘. Das hat für mich viel ausgesagt.“

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