Auch im Tierschutz: Ohne Moos nix los

Der Heiligenhauser Bürgermeister Dr. Jan Heinisch und Stefan Freitag, Bürgermeister der Stadt Velbert, schauten sich in den Tierheimen um.Foto: Dabitsch
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„Beeindruckend, was Sie hier leisten“, sagte Bürgermeister Stefan Freitag zu Uta Schokolinski-Nielsen, Vorsitzende des Tierschutzvereins „Tiere in Not“. Mit knappen finanziellen Mitteln bietet das Ehepaar Schokolinski-Nielsen rund 200 Tieren ein vorübergehendes Zuhause.
Die Tierschützer hatten die Bürgermeister von Velbert und Heiligenhaus eingeladen, sich ein Bild von ihrer Arbeit zu machen - auch in der Hoffnung, künftig stärker finanziell von den beiden Städten bedacht zu werden. Diesbezüglich machten die beiden Stadtoberen zwar keine konkreten Aussagen, aber Stefan Freitag stellte zumindest „vertiefende Gedanken“ über eine engere Zusammenarbeit in Aussicht.
Im Jahr 2010 hatte „Tiere in Not“ 106 Kleintiere, 319 Wild- und Waldtiere, 82 Katzen, 54 Hunde und 43 exotische Vögel als Fund- oder Abgabetiere angenommen. Untergebracht sind die Tiere auf dem Grundstück und im Privathaus des Ehepaares, immer mit dem Ziel, sie möglichst schnell an tierliebe Menschen weiter zu vermitteln.
Finanziert werden Unterbringungs-, Futter- und Tierarztkosten ausschließlich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Erst in diesem Jahr kamen städtische Mittel hinzu: Als das Velberter Tierheim wegen hygienischer Mängel vom Amtsveterinär geschlossen wurde, übernahm „Tiere in Not“ sämtliche Fundtiere. Ausschließlich für diese Tiere gibt es nun Zahlungen von Seiten der Städte.
„Da hatten wir das Glück, dass Sie eingesprungen sind“, sagte Freitag, der bei einem Rundgang über das Gelände auch die neuen Hundehäuser in Augenschein nahm, die vor vier Wochen fertig gestellt wurden. „Das war eine Reaktion auf die Tierheim-Schließung“, betonte die Vorsitzende, denn seitdem landete jeder gefundene Hund bei ihr, die Kapazitäten waren schnell erschöpft. Die Kosten zur Errichtung der Häuser indes musste der Verein tragen - „wenn wir nicht finanzielle Hilfe bekommen, müssen wir irgendwann Insolvenz anmelden“, nahm Uta Schokolinski-Nielsen kein Blatt vor den Mund.
Bürgermeister Dr. Jan Heinisch räumte ein, dass er auf Grund von „Negativ-Erfahrungen“ durchaus kritisch gegenüber dem Tierschutz gewesen sei. Den Rundgang nutzte er, um neues Vertrauen aufzubauen und zu dokumentieren.
„Es stimmt, im Tierschutz wurde viel Schindluder getrieben“, gab die Tierschützerin ihm Recht. Schade sei nur, dass die schwarzen Schafe auch die ehrlichen Tierschützer schädigten und beispielsweise die Spendenbereitschaft stark abgenommen habe.
So scheitert vieles am knappen Geld: „Wir versuchen, die Tiere so artgerecht wie möglich zu halten, aber alles steht und fällt mit den finanziellen Mitteln.“ So versorgen Uta und Roy Schokolinski-Nielsen die 200 Tiere vorwiegend alleine und mit drei ehrenamtlichen Helfern, denn auch für Personal ist kein Geld da. Allein die Unterbringung kostet im Monat inklusive Tierarztkosten 3.270 Euro.
„Das ist kein einfaches Problem“, sagte Bürgermeister Freitag am Ende der Führung, denn derzeit sei es gar nicht möglich, finanzielle Mittel für den Tierschutz in den Spar-Haushalt einzubringen. Dennoch betonte er, die ehrenamtliche Arbeit unterstützen zu wollen, beispielsweise durch vereinfachte Abrechnungsmodalitäten mit dem Ordnungsamt. Wer den Verein „Tiere in Not“ mit Geld- oder Sachspenden (Obst und Gemüse für die Nager, aber auch Putzmittel werden gebraucht) unterstützen möchte, kann sich bei Uta Schokolinski-Nielsen, Tel. 02053/4266688, melden.

Autor:

Janina aus dem Siepen aus Hattingen

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