Leserbrief zur Stockumer Schule: Was ist los in Voerde?

Sehr verwundert bin ich über das Vorgehen der Stadt Voerde in Bezug auf das Jugendzentrum Stockumer Schule. Es scheint, als sei der erste Beigeordnete, Herr Linke, von seinen MitarbeiterInnen über die Geschichte des Vereins 'Stockumer Schule' nicht gut informiert worden. Denn sonst
wüsste er, dass die Querelen, die von dem direkten Nachbar der Jugendeinrichtung keine neue Qualität haben.

Die ständigen Provokationen durch den Nachbarn gehören leider seit Jahren zum Alltag für die engagierten Jugendlichen. Herr Linke wüsste dann auch, dass es bereits vor Jahren eine Übereinkunft zwischen dem Verein und den kommunalen Aufsichtsbehörden bezüglich der Nutzung der Räumlichkeiten getroffen wurde. Im Rahmen dieser Übereinkunft ist dem Verein gestattet, in
gewissen zeitlichen Abständen regelmäßig Musikveranstaltungen zu organisieren. Die zahlreichen behördliche Geräuschmessungen, haben nie eine Überschreitung der gesetzlichen Grenzwerte ermittelt. Nach den letzten baulichen Maßnahmen (von der Stadt bezuschusst und zT in Eigenleistung von den Jugendlichen durchgeführt) sind zudem die Lärmschutzmaßnahmen ein
weiteres Mal verbessert worden.

Bereits vor Jahren haben die Jugendlichen selbst dafür gesorgt, die
Lärmemission so gering wie möglich zu halten. Schlichtende Gesprächsangebote hatte der Nachbar immer abgelehnt. Wohlgemerkt, er ist in die Nachbarschaft gezogen als die ehemalige Dorfschule bereits ein Treffpunkt von jungen Leuten war und das zu einer Zeit, als monatlich Konzerte und Partys mit mehr als 200 Gästen stattgefunden haben.

Was ist los in Voerde?

Erst stimmt eine große Mehrheit der Voerder Bevölkerung für eine Hauptstraße, die den Namen des politischen „Steigbügelhalters“ des größten Verbrechers der Menschheitsgeschichte trägt, dann gibt es öffentlichen Unmut in der Stadtverwaltung über zwei Transparente, die nicht einmal explizit eine
politische Stellungnahme beinhalten. Soll Voerde zur „no go area“ für AntifaschistInnen werden, hat sich Voerde von dem Image einer modernen Stadt bereits verabschiedet? Antirassistische Arbeit gibt es hier wohl genug. Ich erinnere nur an die unwürdige Diskussion über den Standort eines
Flüchtlingsheims. Wer auf dem rechten Auge nicht blind ist, sieht in regelmäßigen Abständen Aufkleber und Schmierereien von Neonazis. Selbst auf der offiziellen Eröffnungsveranstaltung der Kinderferientage sieht man Menschen die sich durch das Tragen von entsprechenden Kleidungsstücken
eindeutig als Anhänger der rechten Szene zu erkennen geben.

Anstatt die engagierten Jugendlichen zu gängeln, gilt es antifaschistische Arbeit zu unterstützen. Die Nachbarstadt Dinslaken macht es vor, wie man mit den Anforderungen einer modernen Gesellschaft umgeht. Dort
werden Initiativen unterstützt (Stolpersteinverlegung, Städtepartnerschaft mit Israel, Geschichtsaufarbeitung, fairtrade-Stadt etc.). In Voerde bekommt man nicht einmal eine Arbeitsgruppe zusammen, die sich mit dieser Problematik beschäftigt. Leider ist von dem Rat der Stadt, als obersten Souverän, schon lange nichts mehr zu hören und wenn doch, dann nur von den ewigen Blockierern und Verweigerern aus den Fraktionen von CDU und FDP.

M. Wolf, Voerde

Autor:

Günter Hucks aus Dinslaken

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