Herner Superintendent: "Ladenöffungszeiten erweitern ist unsozial und familienfeindlich"

Reiner Rimkus ist Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Herne, der 15 Kirchengemeinden mit über 68.000 Gemeindegliedern umfasst
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  • Foto: Kirchenkreis Herne
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Der Evangelische Kirchenkreis Herne lehnt die von der nordrhein-westfälischen Landesregierung geplante Ausweitung der Ladenöffnungszeiten für Sonn- und Feiertage ab.

„Es ist bedauerlich, dass die vermeintliche Erhöhung der Wirtschaftskraft offensichtlich eine höhere Priorität hat als die Verantwortung, die sich aus dem C im Namen der großen Regierungspartei ergeben sollte“, sagte Superintendent Reiner Rimkus. „Der Sonntag schenkt den Bürgerinnen und Bürgern nicht nur Zeit für Gottesdienste, sondern auch für die Familie, Beziehungen, Besuche in Museen und Theatern oder auch Sport.“
Dass in diesem Jahr einige Geschäfte an Heiligabend bis 14 Uhr öffnen dürfen, weil der Tag auf einen Sonntag fällt, darf aus Sicht des Superintendenten nicht unwidersprochen bleiben.
„Von Ruhe und Besinnung in der Adventszeit ist in unserer Konsumgesellschaft sowieso schon kaum noch etwas übrig geblieben“, so Rimkus. „Die Suche nach Geschenken in übervollen Innenstädten ist doch für alle Beteiligten vor allem Stress.“

Heiligabend

Dass nun in NRW Lebensmittelgeschäfte und Bäcker ausnahmsweise von 10 bis 14 Uhr öffnen dürfen, ist nach seiner Meinung eine überflüssige Zumutung für die Beschäftigten.„Auch zu Zeiten, als die Läden schon samstags mittags geschlossen haben, musste deswegen hier niemand über die Festtage Hunger leiden“, sagte Rimkus. „Ich begrüße die Ankündigung einiger Supermarktketten, ihre Filialen nicht zu öffnen und hoffe, dass diesem Beispiel möglichst alle folgen, um ihren Angestellten eine stressfreie Weihnachtsvorbereitung zu ermöglichen.“

Zudem kritisiert der Superintendent den frühen Beginn des Weihnachtsmarktes. „Der Totensonntag wird bedenkenlos in die Adventszeit integriert, womit auch dieser besondere Trauer- und Gedenktag für die Verstorbenen dem Kommerz geopfert wird“, sagt er.

Autor:

Kerstin Halstenbach aus Recklinghausen

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