Wir-Gefühl prägtet den Unternehmerabend in Weeze
Die Devise lautet: „Nicht Bange machen lassen“

Begleiteten den aktuellen Unternehmerabend in Weeze in Gesprächsrunden zum Thema „Bauen in Weeze“ (v.l.n.r): Arnd Feegers von der Volksbank an der Niers eG, Carsten Ostendorp von der Verbandssparkasse Goch-Kevelaer-Weeze, Ludwig Beckers von der ABS Safety GmbH, Kevin Minor von Hülsmann, Thieme Minor Architekten und Mirza Güden von der MICO Projekt GmbH. Foto: WiFö Kreis Kleve
  • Begleiteten den aktuellen Unternehmerabend in Weeze in Gesprächsrunden zum Thema „Bauen in Weeze“ (v.l.n.r): Arnd Feegers von der Volksbank an der Niers eG, Carsten Ostendorp von der Verbandssparkasse Goch-Kevelaer-Weeze, Ludwig Beckers von der ABS Safety GmbH, Kevin Minor von Hülsmann, Thieme Minor Architekten und Mirza Güden von der MICO Projekt GmbH. Foto: WiFö Kreis Kleve
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Die Herausforderungen sind erkannt, der Teamgeist geweckt, das Wir-Gefühl in der Gemeinde Weeze nach diesem Abend einmal mehr gestärkt. Für Weezes Bürgermeister Ulrich Francken heißt die Devise: "Nicht Bange machen lassen".

WEEZE. Diesen Schluss jedenfalls lässt der aktuelle Unternehmerabend mit der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve zu, den gut 70 Interessierte im Waldhaus Dicks besuchten. 1.949 neue Wohnungen soll es nach den Vorstellungen der jüngsten Wohnungsmarkt-Studie für den Kreis Kleve geben – etwa zehn Prozent von den insgesamt 20.000 neuen Einheiten, die im gesamten Kreisgebiet bis 2030 fehlen dürften. So jedenfalls zitierte Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers das Papier, das damit den jährlichen Bedarf an neuen Wohnungen für Weeze bei 139 sieht. Laut Francken „eine gewaltige Erwartung, zumal wir ja auch in Vergangenheit stets gut am Ball geblieben sind“. 

Weeze wächst

Bereits beim Einstieg in den Abend hatte die Kreis-WfG das „Weeze wächst“ durch steigende Übernachtungszahlen, durch wachsende Beschäftigungsverhältnisse, durch Ansiedlung von Gewerbe und eben die Realisierung von Baugebieten untermauert. Sowohl Arnd Feegers von der Volksbank an der Niers wie auch Carsten Ostendorp von der Verbandssparkasse Goch-Kevelaer-Weeze ließen keinen Zweifel daran, dass die Rahmenbedingungen fürs Bauen selten so gut waren wie heute.

Selbstverständlich sei ein gewisses Maß an Eigenkapital wertvoll, sicherlich fordere die Chance auf ein Grundstück auch schnelles Handeln in baufreundlichen Zeiten. Aber allein die Festschreibung der Darlehenszinsen auf bis zu 30 Jahre müsse Interessierte zur Entscheidung bringen: Besser wird es nicht. Die Zeit zur Grundsteinlegung ist gekommen. 

Mit dieser Botschaft begegnete auch der Bürgermeister den Anwesenden. Zwar habe man in den letzten zehn Jahren am Hoogeweg, am Grafscherweg und an der Hildegard-von-Bingen-Straße 310 Wohneinheiten realisiert, aber auch an den Phillipsen Wiesen und im Steegschen Feld gehe es über kurz oder lang los. Und am Beispiel des Künzel-Geländes, wo alte Bausubstanz abgerissen werden soll und 15 Wohneinheiten dann entstehen können wird deutlich:

Die Gemeinde will nicht nur Probleme lösen, sondern auch den Ort optisch nach vorne bringen. Die Bahnstraße und der Reintjesweg spielten im Vortrag des ersten Bürgers eine Rolle, das alte Rewe-Gelände könnte bis zu 20 Doppel-Reihenhäusern Platz bieten wie auch die Erwartung, dass ein runder Tisch Antworten auf die Schaffung eines weiteren fußläufigen Stadtteil-Quartiers bringen soll. Da war er wieder – der Hinweis des Bürgermeisters auf die Grundeinstellung, dass es gemeinsam besser geht. 

Daran ließen auch die Gesprächspartner der zweiten Interviewrunde dieses sommerlichen Abends keinen Zweifel. So betonte Kevin Minor, Weezer Bürger und Architekt in der Gemeinschaft Hülsmann, Thieme Minor Architekten, dass sich sein Büro stets bei Projekten wie dem hochwertigen Katharinenquartier eingebracht habe, er sich allerdings auch auf die vielen Einfamilienhaus-Projekte freue, die für die Zukunft der wachsenden Gemeinde so wichtig werden. „Keine Zurückhaltung“ riet der Architekt allen jenen, die ihr Geld und ihre Kraft in den öffentlich geförderten Wohnungsbau stecken möchten. Vorbei seien die Zeiten, dass man seitens der Verwaltungen „schwierige Zielgruppen“ unterzubringen versuche. Man wundere sich, bis zu welcher Einkommensgröße hier der Mieter seine Wohnberechtigung erhalte, war die einhellige Meinung.

Neun von zehn Maßnahmen der MICO Projekt GmbH sind nach Auskunft von Geschäftsführer Mirza Güden neue, zum Erstbezug vorgesehene Einfamilienhäuser. Die MICO Projekt spüre am gesamten Niederrhein den Engpass bei baureifen Grundstücken. Der Fachkräftemangel mache sich in seinem Unternehmen bemerkbar. Heute warte er durchaus ein halbes Jahr, bis sein neuer Wunsch-Mitarbeiter zu seinem ersten Arbeitstag erscheint. „Man muss Beweglichkeit zeigen“, so Güden, der ebenfalls im Katharinenquartier aktiv war.

Ins Bauen investieren

Als Mit-Investor dabei war auch Ludwig Beckers, der Geschäftsführer der im nachbarlichen Kevelaer tätigen ABS Safety GmbH. Der in Wemb wohnhafte Unternehmer nannte die Investition ins Bauen die derzeit Sinnvollste vieler Möglichkeiten. „Habenzinsen der Kreditwirtschaft gehören der Vergangenheit an“, so Beckers, der auch auf die stetig und schrittweise wachsenden Baupreise hinwies.

Der Mann, dem man sowohl kollegiale Überzeugungskraft wie auch Bürgernähe nachsagt, der seine Heimatverbundenheit unter Beweis gestellt hat wie auch sein Bestreben zu helfen, wo es dem Standort gut tut, dieser Firmenchef dürfte niemanden verwundern, wenn er den Blick auf weitere Baugebiete in der aufstrebenden Gemeinde richtet.

Autor:

Christian Schmithuysen aus Goch

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