Zum Zweitzeugen werden - Heimatsucher-Ausstellung noch bis zum 8. Mai

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Das Jüdische Museum Westfalen in Dorsten (Foto: Archiv)

Noch bis zum 8. Mai gastiert im Jüdischen Museum Westfalen in Dorsten die Ausstellung „Heimatsucher – Schoah-Überlebende heute“ mit Porträts von Zeitzeugen aus der NS-Zeit. Auch die Lebensgeschichten von Schwester Johanna Eichmann aus Dorsten und Rolf Abrahamsohn aus Marl sind dort ausgestellt. Beide sind Vestische Ehrenbürger des Kreises Recklinghausen.



Seit dem 14. Februar können sich Besucher im Jüdischen Museum Westfalen in Dorsten die Ausstellung des Vereins Heimatsucher e.V. anschauen. In Porträts und Briefen von Überlebenden des Holocaust werden die persönlichen Erlebnisse der Zeitzeugen aus der NS-Zeit vermittelt. Die Ausstellung soll den Besucher so zum „Zweitzeugen“ machen, der die Erinnerung an die Geschehnisse von damals lebendig hält. Das Angebot richtet sich besonders an Schulklassen, um das Erlebte der jüngsten Generation nahezubringen.

Auch Schwester Johanna Eichmann aus Dorsten und Rolf Abrahamsohn aus Marl und ihre von der Zeit des Nationalsozialismus stark geprägten Lebensgeschichten werden im Museum porträtiert. Beide engagieren sich auch heute noch dafür, die Erinnerungen an die Zeit wachzuhalten. Schwester Johanna Eichmann, die zu den Gründern des Jüdischen Museums in Dorsten gehört, und Rolf Abrahamsohn stellen sich immer wieder den Fragen von Kindern und Jugendlichen, um ihre Erfahrungen weiterzugeben. Das ist für die beiden Zeitzeugen nicht einfach, doch sie betonen immer wieder: „Fragt uns! Wir sind die Letzten.“

Die Ausstellung des Heimatsucher e.V. im Jüdischen Museum Westfalen in Dorsten ist noch bis zum 8. Mai zu sehen. Für Schulklassen werden auf Anfrage Gruppenführungen und Workshops angeboten. Am 26. April um 18 Uhr wird der Film „Auf gute Nachbarschaft“ gezeigt, der die Begegnung von Siegmund Pluznik und Carlo Lietz dokumentiert. Den beiden Männern, die heute in einem christlich-jüdischen Seniorenheim leben, war es im zweiten Weltkrieg eigentlich vorherbestimmt, Todfeinde zu sein.

Der Heimatsucher e.V. dokumentiert seit seiner Gründung vor vier Jahren die Lebensgeschichten von Zeitzeugen der NS-Zeit, um sie an Schüler ab der 4. Jahrgangsstufe weiterzugeben. In den ersten vier Jahren konnte der Verein bereits 14 Ausstellungen realisieren und mit zahlreichen Schulklassen die Lebensgeschichten der Zeitzeugen in Projektarbeiten behandeln.

Mehr zur Ausstellung unter heimatsucher.eu.
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