Einsätze gegen Straßenprostitution: Über 1500 Fälle angezeigt

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Gegen über 600 Frauen, die sich trotz des Verbotes in der Nordstadt auf der Straße prostituieren, wurde Strafanzeige erstellt. (Foto: Archiv)
Dortmund: Rathaus |

Die Task Force Nordstadt zieht im Einsatz gegen die Straßenprostitution Bilanz. Seit der Schließung des Straßenstrichs und dem Verbots der Straßenprostitution 2011 ist die Sondertruppe der Stadt mit der Überwachung des Verbots beauftragt und hat 1500 Fälle von Straßenprostitution zur Anzeige gebracht.

Unmittelbar nach Schließung des Straßenstrichs meldet die Stadt eine deutliche Verbesserung der Situation. 2013 und 2014 konnte sich jedoch ein hartnäckiger Kern von rund 25 bis 35 überwiegend drogenabhängigen Prostituierten halten.
Diese Frauen boten vor allem im Bereich rund um den Nordmarkt und im Schleswiger Viertel ihre Dienste auf der Straße an und finanzierten auf diesem Weg ihre Sucht. Anwohnerinnen und Anwohner störten sich an dem Erscheinungsbild und vor allem an den zahlreichen Freiern, die dort auf der Suche immer wieder auch Unbeteiligte ansprachen.

Szene überwacht und bekämpft

Das Ordnungsamt hat versucht diese Szene mit ordnungsrechtlichen Mitteln zu bekämpfen. So wurde zeitgleich mit der Sperrbezirksverordnung im Mai 2011 ein Kontaktaufnahmeverbot für Freier in die „Ordnungsbehördliche Verordnung“ aufgenommen und überwacht.
Etliche Straßen rund um den Nordmarkt wurden im Frühjahr dieses Jahres mit einem Durchfahrtsverbot (19 Uhr bis 5 Uhr , Anlieger und Radfahrer frei) beschildert, um dem Freiersuchverkehr noch effektiver begegnen zu können. Gegen den nach wie vor vorhandenen Freiersuchverkehr wird mit Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen des Verstoßes gegen das „Kontaktaufnahmeverbot“ und der „Missachtung von Durchfahrtsverboten“ sowie des „unnützen Umherfahrens“ vorgegangen.
Die in der Nordstadt vertretenen Streifendienstkräfte haben in Sondereinsätzen den Druck temporär auf die Szene erhöht.

900 Verfahren gegen Freier

Von Mai 2011 bis jetzt wurden über 900 Verfahren gegen Freier allein wegen des Kontaktaufnahmeverbotes eingeleitet. Gegen beharrlich zuwider handelnde Prostituierte wurden bis heute in über 600 Fällen Strafanzeigen gestellt. Darunter befinden sich einzelne Prostituierte, die über 20 mal einschlägig in Erscheinung getreten sind. In zahlreichen Fällen sind mittlerweile die Strafverfahren abgeschlossen und Freiheitsstrafen von mehreren Monaten bis zu vier Jahren verhängt worden.

13 Frauen sitzen derzeit in Haft

Nach hiesigen Erkenntnissen sind derzeit mindestens 13 in der Vergangenheit besonders aktive Prostituierte inhaftiert.
In den letzten Wochen sind deshalb selten mehr als 10 Prostituierte pro Tag auf den Straßen der Nordstadt von der Task Force gesichtet worden.
Zu den weiteren Aufgaben der Task Force Nordstadt gehören neben der Überwachung der Sperrbezirksverordnung und des Kontaktaufnahmeverbots von Freiern und Prostituierten außerhalb der Linienstraße auch die regelmäßige Kontrolle von Gaststätten, Teestuben und Spielhallen, die Überprüfung verwahrloster Häuser, die Sanktionierung von abfallrechtlichen Verstößen, die Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten wie Nächtigen in Fahrzeugen oder Alkohol- und Tabakgenuss auf Kinderspielplätzen sowie die Verkehrsüberwachung.
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