Bei der Flüchtlingshilfe Dortmund helfen Paten Geflüchteten

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Der Europaabgeordnete Dietmar Köster (r.) überreichte die Spende an Volker Töbel, Christina Balazy, Yasser Taheer, Khahsaa Adbalrahim, Sigi Czyrt, Joop Dijkgraaf und Hasamddin Ansari. (Foto: Flüchtlingshilfe)

Nach der Filmvorführung „Alles gut“ des SPD-Europaabgeordneten Prof. Dr. Dietmar Köster vor über 100 Gästen in der Schauburg, überreichte der Parlamentarier nun die bei der Vorführung gesammelte 700-Euro- Spende an den Verein Flüchtlingspaten Dortmund. Die seit November 2015 als Verein eingetragene Flüchtlingshilfe betreut derzeit mit rund 40 aktiven Helfern etwa 150 Patenschaften in Dortmund.

Einer der Geflüchteten ist Hasamddin Ansari, der im Winter 2015 vor den Taliban aus Afghanistan geflohen ist, nachdem er dort bei einem Bombenanschlag seine Beine verlor. Unterstützt auch durch die Arbeit der Flüchtlingspaten kann er inzwischen wieder halbwegs selbstständig leben und die tragischen Ereignisse ansatzweise verarbeiten. Derzeit arbeitet die Flüchtlingshilfe mit der Unterstützung von Dietmar Köster daran, den legalen Nachzug seiner Frau, die ebenfalls in der Heimat verfolgt wird, zu ermöglichen.

„Die Menschen waren da, als wir alleine waren“

, sagt die Syrerin Khahsaa Adbalrahim. Dass die Arbeit der Flüchtlingspaten mit den Geflüchteten Früchte trägt, bestätigt ihre Geschichte. Die vierfache Mutter ist vor drei Jahren aus Aleppo nach Deutschland geflohen und spricht inzwischen dank der unterstützenden Arbeit fast fließend deutsch. Adbalrahim, die in Syrien ihr Jurastudium im Krieg abbrechen musste, ist den Flüchtlingspaten auch für die moralische Unterstützung dankbar: „Die Menschen waren für uns da, als wir uns erst an das Leben hier gewöhnen mussten“, berichtet sie. Christina Balazy, die von der Initiative eine weitere junge Familie betreut, schildert, dass sich aus dem Kontakt eine Freundschaft entwickelt hat: „Gerade beim Essen, tauschen wir uns aus und vertiefen unseren Kontakt dadurch regelmäßig.“

"Wir bräuchten mehr Paten"

Volker Töbel weiß als 2. Vorsitzender des Vereins jedoch auch von den Grenzen der Arbeit: „Eigentlich bräuchten wir viel mehr Paten. Inzwischen müssen wir Patenschaften abweisen, weil uns einfach die notwendige Anzahl an Ehrenamtler fehlt.“ Die erste Vorsitzende, Sigi Czyrt, ergänzt, dass es wenig bringt, wenn man die ehrenamtlich Tätigen bei ihrer Arbeit überlastet: „Natürlich muss man Zeit in eine Patenschaft investieren. Hier bringt es nichts, wenn man der unterstützenden Arbeit nur halbherzig nachkommt.“

Hilfe führt die Menschen zusammen 

Neben der notwendigen finanziellen Unterstützung, die von dem Verein vor allem für die Zahlung von Anwaltskosten benötigt wird, sind somit neue weitere Unterstützer gern gesehen. Köster versprach weitere Unterstützung: „Im Innenausschuss des Europäischen Parlaments werde ich oft mit den erschütternden Situationen konfrontiert, die zur Flucht führen. Umso schöner ist es zu sehen, dass die Arbeit der Flüchtlingspaten die Menschen zusammenführt. Beispielsweise werden durch die Vermittlung von Ausbildungsplätzen Perspektiven eröffnet und damit ein wichtiger Baustein für Integration gelegt.“ 
Näheres unter Dortmunder Netzwerk Geflüchtete
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