Neugestaltung soll Marktplatz Westerfilde eine eigene Identität geben: Gute Stube samt Couch und Teppich

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Blick von oben: So könnte Westerfildes "gute Stube" künftig aussehen.
 
Markanter Mittelpunkt soll der steinerne "Teppich" werden, rechts im Bild sind die Sitz- und Liegeelemente sowie eine der großen "Wohnzimmerlampen" zu erkennen.
Dortmund: Marktplatz Westerfilde |

Die Westerfilder könnten ihr Wohnzimmer demnächst vor der eigenen Haustür haben: Der Marktplatz soll aufwändig zur „guten Stube“ samt Teppich und Couch umgestaltet werden. Das sieht der Siegerentwurf eines Wettbewerbs vor, den die Bezirksvertretung Mengede ausgelobt hatte.

Für Tanja Reunert vom Amt für Stadterneuerung gibt es keinen Zweifel: „Das ist ein Entwurf, der dem Marktplatz eine Identität geben kann.“ Die lobenden Worte gelten dem Vorschlag des Münchner Architektenbüros Lohrer Hochrein, für die Neugestaltung des Marktplatzes dem gestalterischen Leitmotiv eines Wohnzimmers zu folgen. Was genau die Fachleute - die in Dortmund keine Unbekannten sind und auch schon auf Phoenix West ihre Ideen eingebracht haben - geplant haben, erläuterte Reunert jetzt der Bezirksvertretung.

Ein steinerner Teppich soll den Mittelpunkt des Platzes markieren. Die Deckschicht wird mit Schablonen aufgebracht. Welche Struktur der „Teppich“ letztlich erhält, darüber soll nach der Empfehlung des Preisgerichtes im Rahmen einer Bürgerbeteiligung entschieden werden. Drei große Sitz- und Liegeelemente aus Holz sind als „Couch“ vorgesehen, dazu eine Beleuchtung in Form überdimensionierter „Wohnzimmerlampen“. Als besonderen Clou schlagen die Münchner Landschaftsarchitekten ein Wasserspiel mit feinem Sprühnebel vor.

Autofreier Marktplatz mit neuen Bäumen


Um den Marktplatz zu einem attraktiven Treffpunkt für die Westerfilder Bürger aufzuwerten, soll die Fläche grundsätzlich autofrei bleiben. Nur noch 24 Stellplätze sind im nördlichen Bereich sowie an der Speckestraße vorgesehen. „Eine Analyse hat ergeben, dass an dieser Stelle überhaupt kein Parkdruck besteht“, begründete Tanja Reunert. Stattdessen erhält der Platz mehr Grün durch zusätzliche Baumpflanzungen, die zugleich auch eine Art „Raumkante“ zur Straße bilden. Auf dem Platz selbst wäre damit Raum für Veranstaltungen.

Ob letztlich alle Elemente des Siegerkonzeptes auch umgesetzt werden, darüber müssen Verwaltung und Politik jetzt noch entscheiden. „Es handelt sich lediglich um einen Entwurf, nicht um einen Ausbauplan“, betonte Reunert. Nach fachlicher und finanzieller Prüfung durch die Verwaltung könnte die Bezirksvertretung Mengede im November einen Beschluss fassen. Mit dem konkreten Beginn der Baumaßnahmen ist nicht vor 2018 zu rechnen.

Hintergrund:
Die Neugestaltung des Marktplatzes ist eine Teilmaßnahme der Stadterneuerung in Westerfilde/Bodelschwingh.
Sie wird im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ mit Mitteln des Bundes, des Landes und der Stadt finanziert.
Im Herbst 2015 hatte die Bezirksvertretung Mengede beschlossen, einen Wettbewerb zur Neugestaltung auszuloben.
Im Vorfeld fanden umfangreiche Beteiligungsaktionen statt wie der Ideenmarkt im Mai, auf dem viele Vorschläge der Bürger gesammelt wurden.
Die Ideen wurden im Rahmen des Wettbewerbs von insgesamt 13 Landschaftsarchitekturbüros zu konkreten Entwürfen entwickelt.
Ein Preisgericht aus Fachleiten und Vertretern aus Politik und Verwaltung hat im August die Preisträger gekürt.
Der mit 6000 Euro dotierte erste Preis ging an die Lohrer Hochrein Landschaftsarchitekten und Stadtplaner GmbH aus München.
Alle 13 Wettbewerbsbeiträge sollen voraussichtliche im Oktober in einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert werden.
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