Gestank ärgert Kleingärtner an der Zangenstraße

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Die Deutsche Bahn betreibt Landwirtschaft? Nicht direkt, stellt aber als große Grundeigentümerin, die sie nach wie vor ist, geeignete Flächen für Kleingärten zur Verfügung. So auch an der Zangenstraße, wo aber sowohl in Bezug auf die Kleingärten als auch auf das benachbarte Gewerbegebiet Einiges im Umbruch ist.
 
Zum „Grünzug Zangenstraße“, der am 10. Februar von der Lenkungsgruppe Stadtteilprojekt Altenessen-Süd/Nordviertel diskutiert wird, gehört ein alter Bahndamm und ein Bereich, auf dem ein Radweg entstehen soll - wenn ihn jemand finanzieren kann.

„Im Winter stinkt es hier manchmal so sehr, dass einem fast schlecht wird.“ Peter Biersa und andere Kleingärtner aus dem Bereich Zangenstraße hätten auch an kalten Wintertagen Gartenarbeiten zu erledigen. Der schlechte Geruch allerdings sei nur schwer auszuhalten.

Die Ursache können sie nicht lokalisieren, vermuten aber: „Es wird Müll verbrannt.“ Was sie zusätzlich ärgert: „Als Kleingärtner dürfen wir nicht mal Baumschnitt verbrennen.“
Wo der Berthold-Beitz-Boulevard bis vor kurzem Bamlerstraße hieß, verläuft die Zangenstraße parallel zur Kleine-Hammer-Straße nach Norden. Eine recht bunte Mischung aus Mehrfamilienhäusern mit Miet- bzw. Eigentumswohnungen sowie größeren und kleineren Gewerbebetrieben, letztere auf einem alten Bahndamm. An dessen Fuß liegt die Bundesbahn-Kleingartenanlage Nord-Ost. Das ganze Gelände ist im Umbruch, denn die Eigentümerin Deutsche Bahn, bzw. ihre DB Netz AG, verkauft Grundstücke. Derzeit sind Teile vermietet und wieder untervermietet.

DB Netz AG verkauft Grundstücke


Der Verkauf geht weiter, und auch die öffentliche Hand hat Pläne. Ein Radweg soll entstehen. Zuerst war er in Zusammenarbeit mit dem RVR vorgesehen, inzwischen sieht es so aus, als würde die Stadt Essen allein die Zuständigkeit haben.
Allerdings zieht sich das Projekt in die Länge, wie CDU-Ratsherr Uwe Kutzner berichtet: „Durch die Bauarbeiten fürs neue Bad am Thurmfeld wird alles neu aufgemischt.“ Unbeantwortete Fragen gebe es reichlich, zum Beispiel, ob die alte Bahntrasse abgebaut werde. Kutzner bedauert, dass die Anwohner immer wieder vertröstet würden: „Aber bei der derzeitigen Haushaltslage...“ Am kommenden Dienstag, 10. Februar, ist das „Freiflächenprojekt Grünzug Zangenstraße“ auf der Tagesordnung der Lenkungsgruppe Stadtteilprojekt Altenessen-Süd/Nordviertel. Im Zuge der „Sozialen Stadt“ sollen auch Grünbereiche aufgewertet werden.

Stadt plant Radweg und Abriss des Bahndamms


Während aus dem Radweg allmählich eine Endloswarteschleife wird, geht es im Bereich Gewerbeansiedlung flotter voran. „Vieles ändert sich 2015/16“, sagt Wolfgang Eiteneuer, der an der Zangenstraße eine Autowerkstatt betreibt. Verschiedene Verträge seien bereits gekündigt, weil die Bahn weiterhin Grundstücke verkaufe. Selber kaufen will Eiteneuer nicht: „Ich bin jetzt 63 und mache nur noch zwei Jahre weiter.“ Doch auch in Zukunft, davon geht der Unternehmer aus, bleibe der Bereich ein Gewerbegebiet.
Vermutlich werden die Anwohner in einigen Jahren auf weniger kleinteilige und insgesamt geordnetere Ansiedlungen blicken. Schon jetzt führt die Stadt Kontrollen in dem Gebiet durch, wie eine Sprecherin auf Anfrage gegenüber dem Nord Anzeiger erklärt. Genaueres will sie noch nicht bekannt geben. Anwohner berichten, dass kürzlich eine Halle ganz kurz nach ihrer Errichtung wieder abgerissen werden musste.
Die DB Netz AG lässt prüfen, wie es mit der Müll­entsorgung steht. Vermutungen, es werde Müll nicht ordnungsgemäß entsorgt, widerspricht Wolfgang Eiteneuer für seine Firma: „Wir haben einen Allzweckmüllcontainer, der alle zwei bis drei Monate von einer Firma abgeholt wird.“

Im akuten Fall Umweltamt informieren


Der Gestank aber ist auch ihm aufgefallen: „Da gibt es keine Regelmäßigkeit, aber manchmal stinkt es den ganzen Tag.“ Was das Problem betrifft, rät die Stadt allen Anwohnern, sich gegebenenfalls an das Umweltamt oder die Feuerwehr zu wenden. Denn nur, wenn im akuten Fall sofort gemessen werde, lasse sich der Verursacher ausfindig machen.
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