Steigende Unfallzahlen im Raum Essen – richtiges Verhalten im Unglücksfall entscheidend

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Nach einem Unfall stehen alle Beteiligten meist unter Schock. Trotzdem gilt es jedoch, sich richtig zu verhalten, um weitere Probleme zu vermeiden. (Foto: Michael Schwarzenberger / pixabay)

Deutschlands Straßen werden immer voller, der Verkehr dichter und der Stress damit noch größer. Zu viele Autos drängen sich auf die für sie zu klein gewordenen Straßen und die Städte kommen mit dem Ausbau kaum hinterher. Auch das hohe Tempo, das auf Deutschlands Autobahnen erlaubt ist, führt dazu, dass Autofahren hierzulande nicht ganz ungefährlich ist. Auch wen die PKWs immer sicherer werden, sodass weniger Menschen bei Unfällen ums Leben kommen, steigt doch die Zahl der Unfälle im Raum Essen und auch deutschlandweit weiter an.

Ein Unfall ist eine schwierige und stressige Ausnahmesituation. In einem solchen Fall ist ein kühler Kopf das Wichtigste. Wer ruhig und bedacht vorgeht, hat dann die besten Karten um alles zur eigenen Zufriedenheit zu lösen.

Parkunfall – Unfallflucht vermeiden


Unfallflucht ist in Deutschland strafbar und sollte auch bei den kleinsten Schäden unbedingt vermieden werden. Leicht kann es jedoch dazu kommen, dass beim Einparken ein anderes Fahrzeug touchiert wird. In einem solchen Fall muss dann mindestens eine halbe Stunde an der Unfallstelle auf den Fahrer des anderen Fahrzeugs gewartet werden. Erscheint dieser nicht, so ist ein Anruf bei der zuständigen Polizeistelle notwendig. Weniger zu empfehlen ist es, lediglich einen Zettel mit allen wichtigen Daten zu hinterlassen. Dieser könnte vom Wind davon getragen, vom Regen aufgeweicht oder sogar entwendet werden.

Ruhig bleiben und planmäßig vorgehen – so gelingt es im Ernstfall


Bei einem Unfall kann große innere Unruhe nur schwer vermieden werden. Deshalb ist es sehr wichtig, sich regelmäßig ins Gedächtnis zu rufen, wie man sich in einer solchen Situation verhalten muss. Die Regeln sollten in Fleisch und Blut übergehen, damit es nicht zu gefährlichen Fehlern am Unfallort kommen kann.

Zuerst einmal gilt es stets an die eigene Sicherheit zu denken. Im Falle eines Unfalles muss das eigene Fahrzeug verlassen werden. Sowohl der Fahrer als auch alle anderen Insassen sollten dies, wenn möglich, nur mit einer Warnweste bekleidet tun. Im Anschluss müssen sofort die Unfallstelle mithilfe eines Warndreiecks gesichert und die Warnblinkanlage eingeschaltet werden.

Bei kleineren Unfällen müssen beide Fahrzeuge von der Unfallstelle verschwinden, sodass der Verkehr wieder fließen kann. Bei größeren Unfällen gilt es zuerst einmal, sich selbst und alle anderen Personen in Sicherheit zu bringen. Auf der Autobahn heißt dies beispielsweise, dass ein Aufenthalt nur hinter der Leitplanke möglich ist. Unbedingt muss auch schnellstmöglich ein Notruf an die Polizei abgesetzt werden. Gegebenenfalls werden auch ein Krankenwagen und ein Notarzt benötigt. Bis Letztere eintreffen, ist erste Hilfe zu leisten.

Die richtige Dokumentation des Unfalls


Der Unfall muss später nicht nur für die Polizei, sondern vor allem für die Versicherung möglichst gut nachvollziehbar sein. Aus diesem Grund sollte er genau dokumentiert werden. Passende Fotos können ganz einfach mit dem Handy geschossen werden. Sie sollten von allen Seiten und verschiedenen Perspektiven aus entstehen. Ferner sollten Bremsspuren und andere Wichtige Details fotografiert werden. Auch die genauen Abmessungen sollten notiert werden. Hilfreich ist dafür ein Vordruck eines Versicherungsberichtes, wie er vom ADAC oder der Versicherung erhältlich ist. Darin müssen unter anderen die Daten der anderen am Unfall beteiligten Person eingetragen werden. Damit es hierbei nicht zum Betrug kommt, sollte sich jeder Unfallteilnehmer den Kraftfahrzeugschein und den Ausweis des Anderen zeigen lassen. Im Unfallbericht sollte nichts über die eigene Schuld stehen, da es sonst später zu Problemen mit der Versicherung kommen kann. Nachdem alles geklärt ist, sollte die Unfallstelle noch ordentlich gesäubert werden, sodass andere Fahrer nicht gefährdet werden. Erst nach einer eingehenden Kontrolle des eigenen Fahrzeugs sollte weitergefahren werden. Wenn der PKW nicht mehr verkehrssicher ist, muss die Weiterfahrt unterlassen und das Fahrzeug abgeschleppt werden.

Der Versicherung muss der Unfall anschließend so schnell wie möglich gemeldet werden. Nach einem normalen Unfall beträgt die Frist eine Woche, gab es Tote, so dürfen lediglich 2 Tage ins Land gehen.

Vorsicht bei der Auswahl des Sachverständigers


Die Schuldfrage stellt das Hauptproblem bei allen Unfällen dar und kann nicht immer ganz einfach geklärt werden. Sie ist vor allem für die Versicherungen entscheidend, da es für diese um große Geldsummen geht, die sie sich am liebsten sparen möchten. An dieser Stelle kommen die KFZ-Gutachter ins Spiel.

Die Gutachter sind dafür zuständig, anhand der Fahrzeuge und aller Beweise und Daten den Unfallhergang zu rekonstruieren, die Schuldfrage zu klären und die Höhe des Schadens festzustellen.

Handelt es sich um einen Kaskofall, so darf die jeweilige Versicherung ihren eigenen Gutachter die Sache übernehmen lassen, kommt aber für gewöhnlich auch für die Kosten auf. Als Versicherter kann man anschließend ein Sachverständigerverfahren verlangen, wenn der festgestellte Schaden nicht dem erwartete entspricht. Bei einem Haftpflichtfall muss die Versicherung des Unfallverursachers, beziehungsweise dieser selbst, den KFZ-Gutachter bezahlen.Wissenswert ist zudem, dass Versicherungen in der Regel bei Bagatellschäden auf ein Gutachten verzichten.

Vorsicht sei hingegen immer geboten, wenn die gegnerische Versicherung die Dienste ihres KZF-Sachverständigen anböte. Diese solle man nach Möglichkeit nicht annehmen, sondern sich besser für einen unabhängigen Gutachter entscheiden. Hierzu rät Sven Scharfe, lokal ansässiger KFZ-Sachverständiger aus Essen. Laut Scharfe seien dann die Chancen, dass der Schaden wirklich richtig und ohne Beeinflussung festgestellt werde, wesentlich größer.
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