Boys Day 2015: Gladbecker Schüler zwischen Beruf, Geschlechterrollen und Zukunft

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Beim Bewegungsspiel „Bodyguard“ muss die Zielperson vor geworfenen Bällen geschützt werden. Am „Boys Day“ im Freizeittreff Rentfort stand das Umdenken im Fokus - in beruflicher, persönlicher und kultureller Hinsicht.
Gladbeck: Fritz-Erler-Straße 4 | „Wer ist die Zielperson?“ - „Wallah, stell dich vor mich, Mann!“ Beim Kennenlernspiel zu Beginn des „Boys Day 2015“ ist das Eis schnell gebrochen. Während die Schüler sich noch gegenseitig vor geworfenen Bällen schützen und sich im Freizeittreff Rentfort näher kommen, erklären Henning Puch, Jugendreferent der evangelisch lutherischen Kirchengemeinde Gladbeck, und Jochen Valtink vom städtischen Amt für Jugend und Familie, worum es beim bundesweit ausgerufenen Aktionstag geht.

„Die grundlegende Idee ist, dass Jungen solche Berufe kennenlernen sollen, die gemeinhin als typische Frauenberufe gelten,“ führt Puch aus. Beim „Girls Day“ gilt Gleiches für sogenannte Männerberufe. „Natürlich ist es immer noch so, dass in vielen Familien das Geschlecht über Rollenverteilung entscheidet. Mit dieser Veranstaltung haben wir die Möglichkeit, den Jungen zu zeigen, dass sie genauso gute Erzieher oder Friseure sein können wie ihre Mitschülerinnen,“ weiß Valtink.
Gut zwanzig Siebt- und Achtklässler aus sieben Schulen Gladbecks fanden sich an diesem Morgen im Freizeittreff Rentfort ein, um ein abwechslungsreiches Programm zu durchlaufen, das von Kirche, Ämtern, Schulen und Jugendeinrichtungen gemeinsam entwickelt wurde.

"Wir können das auch"


Im Laufe des Tages hatten die Jungen Gelegenheit, sich selbst zu Themen wie Zukunft, Lebensplanung oder Rollenbilder zu positionieren. Hierzu Jochen Valtink: „Um beispielsweise eine andere Perspektive auf den Beruf des Pädagogen zu vermitteln, ist es hilfreich, dass wir selbst Männer sind. Das ist eine der Botschaften: Wir können das auch.“

Davon abgesehen, helfe der „Boys Day“ aber auch, Vorurteile gegenüber Schülern anderer Schulformen abzubauen. „Das gestaltet sich sonst oftmals schwierig, weil ein Hauptschüler ansonsten fast nie mit Gymnasiasten in Kontakt kommt. Hier spielt es keine Rolle, von welcher Schule man kommt oder welche Sprache zuhause gesprochen wird, hier wird zusammen gearbeitet“, sagt Ulas Polat, Sozialarbeiter der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule.

Kooperation gefordert


Und richtig: Die verschiedenen spielerischen Programmabschnitte fordern Kooperation und Offenheit. So sind bei „Mannopoly“ rollenspielerische Kompetenz und die Fähigkeit zur Selbsteinschätzung gefragt; auf Plakaten stellen die Schüler später ihre Wünsche, Träume und tatsächlichen Lebensverhältnisse vor, während beim „Gemeinsamkeitendreieck“ vor allem Empathie und Kontaktfreude gefragt sind.

Insgesamt, so Jochen Valtink, gebe es nicht viele Angebote dieser Art. Schade, findet auch Henning Puch, der immer wieder für die Wichtigkeit dieser Veranstaltungen sensibilisieren möchte: „Es lohnt sich einfach, genau zuzuhören, wenn junge Menschen über ihre Zukunftspläne sprechen.“
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