Noch mehr "Deutschförderer" für die Arbeit an Schulen gesucht

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Die "Deutschförderer" bei ihrem ersten Treffen im Februar 2016.
 
Hans-Karl Höflich ist Ideengeber der "Deutschförderer". Foto: Pielorz
Hattingen: Johannesgemeinde |

Hilfen für Flüchtlinge gibt es viele. Entscheidend für die Integration ist die Sprache und genau hier wollten Hans-Karl Höflich und Christa Heinbruch ansetzen. Der ehemalige Sozialarbeiter, der viele schulpsychologische Aufgaben wahrgenommen hat, und die frühere Grundschulleiterin sind „im Ruhestand“, engagieren sich aber zu unterschiedlichen Themen. Mit dem Projekt „Deutschförderer“ startete im Februar eine Idee, die nicht nur unter pensionierten Lehrern und Schulleitungen begeisterte Interessenten fand.

Mehr als zwanzig Aktive sind derzeit dabei, Hattinger Schulen und deren Lehrkräfte bei der Arbeit mit den Flüchtlingskindern zu unterstützen. „Ehrenamt soll auch Spaß machen und wir haben die Ehrenamtlichen ganz verschieden in die Arbeit eingebunden. So gibt es Einzelbetreuung und solche mit mehreren Kindern. Es gibt Ehrenamtliche, die sich einmal pro Woche für eine Doppelstunde engagieren und solche, die mehr Zeit mitbringen“, beschreibt Christa Heinbruch die Situation. „Wir haben Kontakte zu allen Hattinger Schulen, ausgenommen des Berufskollegs, aufgenommen. Aktive Arbeit gibt es vor allem an den Grundschulen Heggerfeld und Bruchfeld sowie an der Gesamtschule. In der Heggerfeldschule haben wir sieben Deutschförderer im Einsatz, in den beiden anderen Schulen jeweils drei. Wir haben aber Anfragen von weiteren Grundschulen in Welper, Bredenscheid und Niederwenigern. Deshalb suchen wir Ehrenamtliche, die Lust haben, sich hier zu engagieren. Sie müssen aber keine Lehrer sein oder eine pädagogische Vorbildung haben. Zeit im Vormittagsbereich ist allerdings wichtig. Wie genau dies aussieht, kann dann in einem persönlichen Kontakt erörtert werden“, so Hans-Karl Höflich.
Dabei brauchen Interessenten keine Sorgen vor möglichen Sprachbarrieren oder anderen Problemen zu haben. „Wir stellen den Kontakt zu den Lehrern her, die manchmal auch bei der Förderung dabei sind. Die Kinder sind oft schon mehrere Monate in Deutschland und sehr wissbegierig. Sicherlich müssen manchmal Hände und Füße in die Kommunikation einbezogen werden, aber alle, die bisher dabei sind, machen ihre Arbeit mit großer Freude“, so Höflich.

Nächstes Treffen am 2. Juni

Wie genau die inhaltliche Arbeit aussieht, ist unterschiedlich. „Manchmal schreibe ich auf den Rücken der Teilnehmer einen Buchstaben und lasse raten, welcher es ist. Manchmal spielen wir zusammen Memory oder es gibt andere spielerische Varianten. Die Abstimmung erfolgt in engem Kontakt mit den Lehrern. Wir sind nicht angetreten, um mit den Kindern die korrekte Grammatik zu pauken. Wir wollen ein Spracherlernen schaffen, dass die Kinder schnell in die Kommunikation bringt und Spaß macht“, erklärt Christa Heinbruch.
Dabei kommt es natürlich auch zum Erzählen von Geschichten aus der Biographie der Kinder. „Ein Junge hat mir erzählt, er sei mit seinem Vater aus Aleppo gekommen. Die Mutter und seine Geschwister seien noch dort. Er sei quasi ausgesucht worden, weil er bereits schwimmen könne und man mit dem Boot geflohen sei“, so Heinbruch.
Einige Deutschförderer sind nicht (nur) in der Schule tätig, sondern in andere Projekte, auch für erwachsene Flüchtlinge, eingebunden. „So kooperieren wir zum Beispiel mit der Kirchlichen Gemeinschaft im Rahmen einer Deutschförderung für Frauen. Es ergeben sich Kontakte zur Integration über die Sprache hinaus. So entsteht ein Netzwerk, in dem Angebot und Nachfrage zusammengeführt werden.“
Die Deutschförderer treffen sich regelmäßig zum Gedankenaustausch im Johannesgemeindezentrum in der Uhlandstraße. Das nächste Treffen findet am Donnerstag, 2. Juni, 11 Uhr, statt. Neue Interessierte sind herzlich willkommen.
Fragen oder Infos vorab? Ansprechpartner ist Hans-Karl Höflich, Telefon 02324/9216233 oder E-Mail deutschfoerderer-en@gmx.de
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