Hilfe für das Leben junger Migranten hier am Ort

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In der Hattinger Stadtbibliothek: Interessierte junge Migrantinnen stellen Fragen und schauen sich an, was die Bibliothek zu bieten hat.
 
Junge Migrantinnen in der Hattinger Stadtbibliothek gemeinsam mit Rita Nachtigall, die beim Projekt „Zukunftsperspektiven“ arbeitet. Das Projekt bietet arbeitsmarktrechtliche Unterstützung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge.alle Fotos: privat

Sie sind nach Deutschland gekommen, geflüchtet vor dem Zustand in ihrem Heimatland. Manchmal allein, so wie viele afrikanische Frauen, manchmal mit Kindern oder als ganze Familie. Sie haben bereits ein Bleiberecht oder sind geduldet. Doch wie geht es mit ihnen weiter?


Beispielsweise können sie Hilfe finden im Netzwerk „Zukunftsperspektiven“. Hier kooperieren verschiedene Partner: AWo, Jobcenter, Caritas, Diakonie, Handwerkskammer und die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft in Bochum. Gemeinsam ist ihr Ziel, die Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu bringen.
Das Projekt ist Teil des Bundesprogrammes Xenos. Bundesweit werden in diesem Programm 28 regionale Netzwerke mit rund 230 Teilprojekten von November 2010 bis Dezember 2013 gefördert. Das Projekt endet also in wenigen Wochen, doch gibt es Signale auf eine Fortführung.
„Gemeinsam mit der Kollegin vom Jugendmigrationsdienst Larissa Boguta kümmert man sich neben Beratung und individueller Integrationsplanung auch um die Durchführung von Gruppenangeboten. So wird der Frauenkurs aus Mitteln des Bundesamtes für Migration und Flüchtlingen gefördert.“
Eine der Mitarbeiterinnen in diesen Projekten ist Rita Nachtigall. Gemeinsam mit Dozentin Lidia Weber hat sie Migrantinnen in einem speziellen Frauenkurs zu unterschiedlichen Hattinger Stationen begleitet. „Vor allem die Frauen brauchen viel Betreuung, bringen sie doch ein ganz anderes Rollenverständnis mit. Sie kommen aus dem früheren Jugoslawien, aus afrikanischen Ländern und aus Syrien. Manche von ihnen können nicht lesen oder schreiben. Viele von ihnen trauen sich nicht, die Wohnung oder die Stadt zu verlassen. Sie sind unsicher, finden angegebene Orte nicht.
Zehnmal zwei Stunden dauert der Kurs speziell für die Frauen. Er findet vormittags statt, damit die Frauen, die Kinder haben, auch kommen können, weil die Kinder in der Kita oder in der Schule sind.“
Rita Nachtigall kommt auch aus einem anderen Land, lebt schon lange hier. Sie liebt es, Menschen zu helfen und sie zu unterrichten, ihnen Dinge beizubringen. „Wir wollen erreichen, dass möglichst viele eine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben. Natürlich sind es in der Regel helfende Tätigkeiten. Lagerarbeiter, Verpacker, Reinigungskräfte, aber auch Altenpflegehelfer sind Beispiele, was diese Menschen machen können. Sie haben oft keine Ausbildung, aber sie wollen arbeiten und sich selbst ernähren. Zur Zeit betreue ich rund 140 Menschen und dieser Frauenkurs ist ein kleiner Bestandteil meiner Arbeit.“
Nur wenige, so Rita Nachtigall, beschließen, in ihr Heimatland zurückzugehen. „Für manche wird Deutschland und Hattingen hier zur Heimat, andere wiederum leiden darunter, ihre richtige Heimat nicht wiederzusehen. Sie alle machen sich ihre Entscheidung nicht leicht.“
Die Kinder der Migranten kommen besser zurecht. Sie erhalten durch Kita und Schule schneller einen Zugang zur deutschen Sprache und zur deutschen Kultur. „Ich liebe meine Arbeit und alle, die daran beteiligt sind, hoffen auf eine Fortführung der Förderung in 2014“.

Kontakt „Zukunftsperspektiven“ und Jugendmigrationsdienst über Sabine Görke-Becker, Telefon 02332/555652, oder per E-Mail zukunftsperspektiven@awo-en.de
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