Autohaus Schmidt: Eine bewegte Erfolgsgeschichte

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Ausstellungshalle der Goggos an der Cappenberger Straße.
 
Familienunternehmen (v.l.): Gottlieb und Susanne Elsässer, Marianne, Erwin und Eric Schmidt.
Es war 1953, als Marianne und Erwin Schmidt beschlossen, sich mit einem Motorradhandel in Lünen selbstständig zu machen.

„Wir hätten uns im Leben nicht träumen lassen, dass wir nach 60 Jahren noch immer in unserem Geschäft aktiv sein würden, ganz abgesehen davon, dass aus einem Motorradhandel und uns zwei Personen einmal ein Unternehmen mit über 400 Mitarbeitern in 14 Autohäusern werden würde“, sagt Erwin Schmidt mit nachdenklicher Stimme und auch ein wenig Demut vor dem Erreichten.

Disziplin, Ehrgeiz und ganz besonders die Freude an der Tätigkeit als Kaufleute haben sich beide Unternehmensgründer bis heute bewahrt. Dabei war es gar nicht so leicht für Erwin Schmidt, in den Fünfziger Jahren eine Erlaubnis für sein Gewerbe zu bekommen. Mit zwanzig Jahren benötigte man eine Sondergenehmigung und erst nach persönlicher Vorsprache am Privathaus des damaligen Stadtrats Oppel an einem Samstag, gab die zuständige Behörde der Stadt Lünen grünes Licht für den Start in die Selbstständigkeit.

Am 1. April 1953 eröffneten Marianne und Erwin Schmidt voller Stolz ihr erstes Geschäft in Lünen. Nach anfänglichen Erfolgen mit dem Handel von Motorrädern und Motorrollern ließ der Boom in der zweiten Hälfte der Fünfziger Jahre nach, die große Nachfrage war gestillt.

Jetzt schlug die Stunde der Kleinwagen und im Jahr 1957 brachte das Goggomobil frischen Schwung in den Kraftfahrzeughandel der Familie Schmidt und begründete gleichzeitig den Einstieg in den Handel mit Automobilen. Der Goggo rollte waggonweise an und wurde am damaligen Nord-Bahnhof an der Ladestraße, dem heutigen VW/Audi Areal, angeliefert.

1959 wurde in Lünen die Marke Fiat präsentiert und am 1. April 1960 in Dortmund ein Fiat-Autohaus eröffnet, mit dem Marianne und Erwin Schmidt, gleich nach der Fiat Niederlassung München, rasch zum zweitgrößten Fiathändler Deutschlands wurden. Im Jahr 1966 erhielt das noch junge Autohaus Schmidt dann seinen ersten BMW-Händlervertrag am Standort Lünen. Die Ausschachtung für den Neubau des Turms an der Cappenberger Straße/Ecke Ladestraße folgte 1974.

Weder durch Stahl- noch durch Zechenkrisen oder durch die 1. und 2. Ölkrise mit den autofreien Sonntagen in den Siebziger Jahren ließ sich die Familie Schmidt beirren und hielt stets an ihrer Philosophie fest, redlich zu arbeiten und das verdiente Geld beisammen zu halten, um die Firma und das bis dahin reichlich vorhandene Personal sicher durch schlechte Zeiten führen zu können.
Doch noch war das Markenportfolio nicht komplett. 1974 erhielt das Autohaus Schmidt den Audi-Händlervertrag und quasi im Huckepack kam auch der Händlervertrag für die Marke Volkswagen, die in Lünen zu dieser Zeit keine Vertretung hatte.

Von Fiat trennte sich das Unternehmen Schmidt einvernehmlich in den Siebziger Jahren. Marianne und Erwin Schmidt wollten Audi, BMW und VW mit ganzer Kraft im Großraum Lünen/Dortmund in Verbindung mit der Marke Schmidt etablieren. Mittlerweile hat dieser ehemals angestrebte Großraum Lünen/Dortmund eine Ausdehnung von rund 100 x 100 Kilometern erreicht und erstreckt sich von Recklinghausen im Westen über Waltrop, Dortmund, Lünen, Werne und Hamm im Osten sowie südlich bis nach Schwerte und Soest im Südosten.

Das Autohaus Schmidt, welches in der 2. Generation von Eric Schmidt und dessen Schwester Susanne Elsässer, gemeinsam mit den Eltern geführt wird, ist ein in der Region Lünen einzigartiges Familienunternehmen. Erwin Schmidt betont, dass auch heute noch der Geist der Gründer im Unternehmen vorherrscht. Im Laufe von 60 Jahren wurden rund 1.500 Menschen ausgebildet, ein großer Teil der mehr als 400 Mitarbeiter ist seit 25 Jahren und länger im Unternehmen. Mit Max Elsässer, dem Enkelsohn der Unternehmensgründer, steht auch schon die dritte Generation bereits in den Startlöchern.

Fotos: Autohaus Schmidt
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Hans Werner Wagner aus Lünen | 10.04.2013 | 20:22  
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