Gästeführer seit zwanzig Jahren im Dienst

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In Kostümen zeigen die Stadtführer Lünen von ganz anderen Seiten. (Foto: Stadtarchiv Lünen)
 
Das Gästeführer-Team der Stadt Lünen, hier mit Kristin Woesmann vom Stadtmarketing und Stadtarchivar Fredy Niklowitz, feiert den zwanzigsten Geburtstag. (Foto: Magalski)
Paris hat den Eiffelturm, London den Tower und Berlin den Bundestag - die schönsten Ecken in Lünen kennen die Gästeführer! Das Team führt seit zwanzig Jahren Touristen und Bürger durch die Stadt.

Die Planungen zur Landesgartenschau auf dem Seepark-Gelände in Horstmar liefen schon auf Hochtouren, da entstand in Lünen die Idee für ein neues Gästeführer-Team. Die Grundausbildung bekamen die angehenden Stadtführer 1994 in einem speziellen Volkshochschul-Kurs mit den Fächern Geschichte, Wirtschaft und Kultur der Heimatstadt, Psychologie, Rhetorik und Personenkunde - am Ende stand die schriftliche Prüfung. Fragen wie "Lünen war in der Grafschaft Mark eine wichtige Grenzbefestigung. Wurde dies im Stadtbild deutlich?" oder "Warum hat das Rathaus einen Hochhausturm" mussten die Prüflinge beantworten, im Anschluss folgte die praktische Prüfung bei einem Stadtrundrang. Ein Jahr später absolvierten die vierzehn "Neuen" ihre erste Führungen, sozusagen die Generalprobe vor der Landesgartenschau.

Treffen im Stadtarchiv als Ideenschmiede

Kirsten Diana-Freiberg, Ursel Rudolph, Hans-Jürgen Schnabel, Waltraud Kiewitt-Lange und Helmut Schmidt sind Gästeführer der ersten Stunde und noch heute aktiv, einige Zeit später kam Werner Tischer ins Team. Jürgen Bäumer, Doris Potjans und Peter Schwengler verstärken die Gruppe seit der zweiten Ausbildungsrunde vor acht Jahren. Kristin Woesmann vom Stadtmarketing betreut die Stadtführer seit zwei Jahren. Unterstützung gibt's von Fredy Niklowitz, dem Leiter des Stadtarchivs. "Bei unseren Treffen im Stadtarchiv entwickeln wir gemeinsam immer wieder neue spannende Angebote", so Woesmann.

Bürger entdecken ihre Stadt

Der Name "Gästeführer" täuscht - denn nicht nur Touristen, sondern auch echte Lüner lernen bei den Touren durch die Lippestadt noch eine ganze Menge. Schulklassen, Vereine und Klassentreffen entdecken Lünen aus einer neuen Perspektive. "Die Nachfrage nach Gästeführungen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Bus ist mit fünfzig bis sechzig Terminen im Jahr für eine Stadt wie Lünen hoch", berichtet Kristin Woesmann vom Stadtmarketing. Die Klassiker im Repertoire sind Führungen in der Altstadt oder zu den Kirchen. Lippegeschichten, Nachtwächter-Führungen oder die "Sonntagsführungen für Jedermann" von Mai bis Oktober gehören ebenfalls zum Angebot. Doris Potjans ist eine Stadtführerin aus der zweiten Runde mit einer Leidenschaft für die "dunklen Seiten" der Stadt. Potjans führt ihre Gäste mit besonderer Vorliebe bei den Nachtwächter-Touren durch das mittelalterliche Lünen bei Nacht. "Eine Freundin hatte die Idee und die Idee war ein Erfolg", so Potjans.

Führung für den Krimi-Autor

Helmut Schmidt ist mit über achtzig Jahren der älteste Stadtführer in Lünen. Der Inhaber von Zoo Schmidt an der Kupferstraße und der Bäckerstraße hatte gerade seine Geschäfte geschlossen, da kam das Angebot zur Gästeführer-Ausbildung. "Die Geschichte Lünens hat mich immer interessiert, schließlich sind mein Vater und ich an der Bäckerstraße geboren", erzählt Helmut Schmidt. Das Stadtführer-Urgestein erinnert sich gerne an die letzten zwanzig Jahre, ein Tag bot aber eine besondere Überraschung. "Ein Anruf kam, ob ich am Nachmittag eine Führung übernehmen könnte", erzählt der Gästeführer. Schmidt sagte zu und stand am Treffpunkt vor Jussi Adler-Olsen, dem bekannten Krimiautor. Die Führung hat Auswirkungen bis in die heutige Zeit. Schmidt und Adler-Olsen blieben in Kontakt.

Thema "Stadt Lünen" im Lokalkompass:
> Rathaus-Keller ist das Gedächtnis der Stadt
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