Mutmaßlicher Terrorist in Lünen verhaftet

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Ein mutmaßlicher Terrorist wurde am Dienstag in Lünen verhaftet.
Der Haftbefehl gegen Josef war erst einen Tag alt, am Dienstag klickten in Lünen die Handschellen. Die Bundesanwaltschaft verdächtigt den jungen Mann, sich als Mitglied einer terroristischen Vereinigung auf den Jihad vorbereitet zu haben.

Terror, dieses Wort, das man sonst nur aus den Nachrichten kennt, scheint plötzlich ganz nah. Beamte des Landeskriminalamtes schlugen am Dienstag in Lünen zu, nahmen den 31-Jährigen Josef fest. Der Verdächtige soll im Juni 2009 von Deutschland aus in das afghanisch-pakistanische Grenzgebiet gereist sein. "Er ist dringend verdächtig, sich dort Ende September 2009 der Deutschen Taliban Mujahideen angeschlossen und eine Ausbildung an Schusswaffen für die Teilnahme am terroristischen Jihad durchlaufen zu haben", heißt es in einer Pressemitteilung der Bundesanwaltschaft vom Abend. Die Gruppe habe das Ziel verfolgt, an der Wiederherstellung eines allein auf dem islamischen Recht, der Scharia, basierenden Gesellschaftssystems in Afghanistan mitzuwirken. "Zu diesem Zweck bekämpften ihre Mitglieder Angehörige der internationalen Schutztruppe ISAF sowie afghanische und pakistanische Regierungstruppen", so die Bundesanwaltschaft. "Dabei erachteten sie auch Selbstmordattentate als ein legitimes Mittel."

Josef muss in Untersuchungshaft

Ende April 2010 kamen mehrere führende Mitglieder der Deutschen Taliban Mujahideen ums Leben, was nach Angaben der Bundesanwaltschaft zur faktischen Auflösung der Gruppierung führte. Josef soll sich bis zuletzt in Jordanien aufgehalten haben. Er wurde am Dienstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der ihm den Haftbefehl eröffnete und den Vollzug der Untersuchungshaft angeordnet hat. Die weiteren Untersuchungen der Kriminalpolizei führt das Landeskriminalamt durch.
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