Jusos befürworten zwei neue Grundschulen und stellen Forderungen

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Die Jusos Lünen um Vorsitzende Nina Kotissek (3.v.l.) fordern die Leoschule auf, auch nicht-katholische Kinder, Go-In- und GL-Kinder anzunehmen.

Lünen. Bald wird der Ausschuss für Bildung und Sport entscheiden, ob die beiden Grundschulen in der Innenstadt, Leoschule und Osterfeldschule, neugebaut werden. Die Lüner Jusos befürworten den Neubau und die Modernisierung beider Schulen, stellen jedoch auch Forderungen auf, damit alle Grundschülerinnen und Grundschüler in dem Einzugsgebiet um beide Schulen von den Neubauten profitieren können.

„Zwei neue Grundschulen sind wichtige Investitionen in die Bildung und die Zukunft unserer Kinder“, lobt die Juso-Vorsitzende Nina Kotissek die Initiative der Kommunalpolitik. Anträge der SPD- und CDU-Fraktion im Lüner Stadtrat hatten den Stein ins Rollen gebracht. Der Rat stimmte zu und die Verwaltung um Bildungsdezernent Horst Müller-Baß erarbeitete Möglichkeiten zur Umsetzung.
„Wichtig ist uns, dass beide Schulen an unterschiedlichen Standorten neugebaut werden, damit die Grundschülerinnen und Grundschüler einen möglichst kurzen und sicheren Schulweg zurücklegen. Kurze Beine — kurze Wege“, erklärt Kotissek. Zur Auswahl stehen die beiden aktuellen Standorte der Schulen im Osterfeld und der Teilstandort der Osterfeldschule in der Geist. Eine neue Schule könnte in Osterfeld bleiben, die andere könnte in die Geist umziehen.
Der Knackpunkt der Entscheidung ist, dass die Schulen unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Die Osterfeldschule ist eine Gemeinschaftsgrundschule und zielt auf die bestmögliche Bildung aller Kinder, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. Die Leoschule ist eine katholische Konfessionsschule und nimmt bevorzugt katholische Kinder an.
„Es ist nicht zeitgemäß in unserer bunten und multireligiösen Stadtgesellschaft, dass eine Grundschule Schülerinnen und Schüler aussortieren darf, nur weil sie der „falschen“ Religion angehören“, kritisiert Nina Kotissek. „Das widerspricht unserer bildungspolitischen Vorstellung, die lautet, dass Kinder aller Nationen, Kulturen und Religionen miteinander und voneinander lernen.“
Darüber hinaus nimmt die Leoschule kaum Go-In-Kinder an, die im laufenden Schuljahr aus einem anderen Land nach Lünen ziehen, und ebenso wenig Kinder mit Behinderungen im „Gemeinsamen Lernen“. Die nicht-katholischen, nicht Deutsch sprechenden Kinder und Schülerinnen und Schüler mit Inklusionsbedarf aus den Ortsteilen Osterfeld und Geist gehen daher häufig zur Osterfeld-Schule, die aus diesem Grund einen großen Bedarf an Sonderpädagog/innen und Schulsozialarbeiter/innen hat. „Wir wünschen uns eine stärkere Mischung“, fordert Kotissek.
Außerdem sehen die Jungsozialistinnen und Jungsozialisten das wichtige Prinzip „Kurze Beine — kurze Wege“ gefährdet, wenn beide Schulen neugebaut werden und die Osterfeldschule ihren Teilstandort verliert. „Was macht das nicht-katholische Kind, das neben der neuen Leoschule wohnt und dort nicht angenommen wird? Muss es den — für ein sechsjähriges Kind — weiten Weg zur Osterfeldschule antreten?“, fragen sich die Jusos.
Konfessionsschulen haben in Nordrhein-Westfalen Verfassungsrang und können nicht gezwungen werden, ihre Bevorzugung einer Religion aufzugeben. „Deshalb setzen wir auf eine freiwillige Selbstverpflichtung der Leoschule. Wir fordern sie auf, in Zukunft alle Schülerinnen und Schüler anzunehmen, die näher an der Leoschule wohnen als an einer anderen Grundschule“, empfiehlt die Juso-Vorsitzende Nina Kotissek.
„Außerdem fordern wir die Verwaltung auf, Gespräche mit der Leoschule zu führen und auf sie einzuwirken, ihrer sozialen Verantwortung gerecht zu werden und auch Go-In- und GL-Kinder anzunehmen“, so Kotissek weiter. „Die Schülerinnen und Schüler werden von einer größeren Vielfalt profitieren“, sind sich die Jusos sicher.
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