Klimapreis für Öko-Instrument

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Dirk Jungbluth baut Instrumente mit Schülern. (Foto: privat)

Es war einZufall, der Tischlermeister Dirk Jungbluth, dazu brachte, beim CBE (Centrum für bürgerschaftliches Engagement) anzurufen. Nun ist er seit zwei Jahren dabei - ein Ende ist noch nicht abzusehen.

Es war eine Verletzung an der Hand, die den Tischlermeister vor zwei Jahren für längere Zeit außer Gefecht setzt. Doch rumsitzen wollte er Zuhause nicht. „Also habe ich das CBE kontaktiert. Danach ging alles sehr schnell“, erinnert sich der 51-Jährige.
Wegen der häuslichen Nähe spricht er mit dem Techniklehrer der Hauptschule Bruchstraße. „Die haben einen Technikraum, in dem man auch Tischlern kann.“ Schon bald kristallisiert sich das erste Projekt heraus: der Bau von polynesischen Ukulelen. Mit dem Bau von Instrumenten kennt sich Jungbluth aus. In seiner Freizeit baut und repariert er Gitarren.


Im Rahmen der Wahlpflichtfächer beginnt Jungbluth, sein Wissen an die Schüler der achten Klasse weiterzugeben. Als Meister, der an einer überbetrieblichen Lehrwerkstatt junge Auszubildende zu Tischlern schulen, kennt er sich mit Jugendlichen aus.

Spielregeln ausgemacht

„Klar, wir haben am Anfang ein paar Spielregeln ausgemacht und ich habe positive Grenzen gesetzt.“ Danach lief alles wie am Schnürchen.
„Viele der Jungen kannten ihre handwerklichen und kreativen Fähigkeiten gar nicht“, sagt Jungbluth. „Da fehlt einfach das Basteln mit den Vätern oder Großvätern.“

Auf spielerische Art und anhand der praktischen Arbeit vermittelt er nicht nur handwerkliche Kenntnisse. „Natürlich mussten die Jungs auch ein bisschen Rechnen und mit dem Geodreick arbeiten.“

Klimapreis für Projekt

Danach geht es weiter. Das jüngste Projekt mit Schülern, der Tunalelenbau, wird am kommenden Samstag mit dem Klimapreis des RWE ausgezeichnet.
„Dahinter verbirgt sich ein Instrument, das aus Recyclingmaterialien besteht“, erklärt der Tischlermeister. Alte Fensterrahmen liefern das Holz. Hinzu kommt eine leere Thunfischdose als Resonanzkörper. Die Fische stammen aus nachhaltigem Fischfang und wurde mit der Angel gefangen.
Von Februar bis Mitte Juni feilten, schraubten, verschönerten und bauten sechs Jungen ihre Tunalelen zusammen. „Und wieder habe ich bei den Jungs tolle handwerkliche Fähigkeiten entdeckt.“ Die Arbeit mit den Schülern mache einfach Freude.

Mitmachen lohnt sich

„Ich kann nur allen Handwerkern im Ruhestand raten, sich an solchen Projekten zu beteiligen“, rät der Tischlermeister. „Man glaubt gar nicht, was für Talente dort schlummern. Und wer anders als ein gestandener Handwerker kann so etwas erkennen und vielleicht als Pate die Schüler auf ihrem Weg weiter begleiten.“
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