Kritische Motivwagen auf dem Höntroper Rosenmontagszug

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  Bochum: Wattenscheider Hellweg |

Bei schönstem Wetter fand auf dem Wattenscheider Hellweg am Rosenmontag der Karnevalszug der Gänsereiter statt. Zuvor waren in den Königreichen Höntrop und Sevinghausen die Gänsereiterkönige ausgeritten worden. Ihnen wurde anschließend mit der Parade gehuldigt. Darunter waren auch einige politische Motivwagen.


Neue Gänsereiterkönige


Zügig ging das Reiten dieses Jahr ab. Die Höntroper begannen bereit um kurz nach eins mit dem Wettbewerb. Schnell stand dann Ulli Somberg als neuer König fest. Kurz nachdem die Nachricht in Sevinghausen angekommen dauerte es hier nicht mehr lang, obwohl hier der Wettbewerb eine halbe Stunde später beginnt. Hatte es bei der Probegans zunächst noch etwas gedauert, so war nach wenigen Runden der Kopf ab. Patrick Appelbaum zog einmal mit Anlauf, beherzt und kräfig, dann hatte er fast überraschend den Kopf in der Hand. Den von einige favorisierten Klaus-Michael Oskamp hatte er damit auch abgehängt.
Der neue König war wohl selber so überrascht, dass er gar keinen Triumphritt unternahmn, um die Trophäe den etwa 1.000 Zuschauern zu präsentieren. Sein Sieg ging im Fotogewitter und Posieren der Karnevalisten unter. Schade für die weiteren Gäste.

Motivwagen – andere Gruppen

Einige bekannte Musikgruppen waren aus den Vorjahren nicht da, dafür andere Kapellen. Schade und Abwechselung zugleich. Zwischen den Regen aus “Kamelle” und anderen meist Schnuckersachen, gabe es einige politische Motivwagen. Die waren von den Themen her dieses Jahr sehr gelungen.

Eine Flugmaschine mit Hoheitszeichen der Bundeswehr, aber mit abgebrochenen Flügeln und nur einem Propeller wies auf die Misere bei der Ausrüstung hin. Eine ferngesteuerte Biene von DHL griff die Idee der Lieferung von Päckchen per fliegenden Drohnen auf.

Kommunalpolitik aufs Korn genommen
Kommunalpolitisch wurde angesichts anstehender Oberbürgermeisterwahl ein leerer Bürgermeisterzahl und ein Kandidat ohne Gesicht gezeigt. Der leere Stuhl für den “Superstar” war umschwärmt von den Geistern der leeren Stadtkasse und der Opelschließung. Auch die unterschiedliche Wahrnehmung von Lehrermangel und Unterrichtsausfall wurde thematisiert: mit einer Axt zwischen den Akteuren. Ein Motivwagen zeigte ein Fragezeichen angesichts des neuen Sprzungturm des Bads im Südpark, dem die Schließung droht. Und ein anderer stellte die Situation mit zahlreichen Straßenbaustellen in Wattenscheid dar; eine ist der Hellweg selber.
Sich selbst stellten die Sevinghäuser Karnevalisten selbstbewusst dar. Sie stellen in der Nachbarstadt Herne das Stadtprinzenpaar.

Trotz der schnellen Entscheidungen beim Gänsereiten ließ der Zug bis 15:30 Uhr auf sich warten. Der Sonnenschein erleichterte den bestimmt wieder mehr als 30.000 Jecken das Warten am Straßenrand. Begleitet wurde das Reiten von Protesten und einer Mahnwache. Dazu hatten sich Stand 13:15 Uhr 65 Demonstranten mit Transparenten an der Kreuzung Wattenscheider Hellweg / Berliner Straße zusammengefunden. Sie sollen selber zur Musik der Gänsereiter getanzt haben.

Dieser Artikel erschien zunächst im Blog Schmidt's Katze

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