Gemeinsam gegen Alkohol und Drogen: Stadt Arnsberg und Klinikum Hochsauerland kooperieren bei Präventionsprojekt

An der Unterzeichnung nahmen teil: Bürgermeister Ralf Paul Bittner, Michael John (Jugendamtsleiter Stadt Arnsberg), Christian Eckhoff (Leiter Familienbüro Stadt Arnsberg), Michael Voß (Suchtpräventionsfachkraft Familienbüro Stadt Arnsberg), Dr. med. Bartholomäus Urgatz (Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendmedizin, Klinikum Hochsauerland), Dr. med. Rüdiger Holzbach (Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Klinikum Hochsauerland) und Dr. med. Martin Bredendiek (Ärztlicher Direktor Klinikum Hochsauerland).
  • An der Unterzeichnung nahmen teil: Bürgermeister Ralf Paul Bittner, Michael John (Jugendamtsleiter Stadt Arnsberg), Christian Eckhoff (Leiter Familienbüro Stadt Arnsberg), Michael Voß (Suchtpräventionsfachkraft Familienbüro Stadt Arnsberg), Dr. med. Bartholomäus Urgatz (Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendmedizin, Klinikum Hochsauerland), Dr. med. Rüdiger Holzbach (Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Klinikum Hochsauerland) und Dr. med. Martin Bredendiek (Ärztlicher Direktor Klinikum Hochsauerland).
  • Foto: Klinikum Hochsauerland
  • hochgeladen von Diana Ranke

Rund 50 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren werden mittlerweile pro Jahr wegen einer Alkoholvergiftung in Arnsberg stationär in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin behandelt. Um diesen Kindern und Jugendlichen als auch deren Eltern zu helfen, bietet das Familienbüro der Stadt Arnsberg in Kooperation mit dem Klinikum Hochsauerland das Präventionsprojekt "HaLT - Hart am LimiT" an.

Alkoholmissbrauch und sogenanntes „Koma-Saufen“ bei Jugendlichen ist in Arnsberg wie auch bundesweit keine gesellschaftliche Randerscheinung. Darauf hatte Dr. med.
Bartholomäus Urgatz, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Klinikum
Hochsauerland im Rahmen eines regelmäßig stattfindenden Netzwerktreffens mit dem
Familienbüro des Jugendamtes der Stadt Arnsberg im Sommer diesen Jahres hingewiesen.

Reaktion auf alarmierende Zahlen

„Im Gegenteil, die Anzahl der Kinder und Jugendlichen, die aufgrund einer Alkoholintoxikation stationär in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin behandelt werden mussten, ist in den letzten Jahren sogar deutlich gestiegen, von 34 und 36 in den Jahren 2015 und 2016 auf fast 50 Jugendliche im Jahr 2017. Auch einen 12-Jährigen mussten wir kürzlich versorgen“, so Dr. Urgatz. Die Stadt Arnsberg hat schnell auf die alarmierenden Zahlen reagiert und in Kooperation mit dem Klinikum Hochsauerland ein Programm zur lokalen Alkohol- und Drogenprävention in Anlehnung an das HaLT Konzept auf den Weg gebracht, berichtete Christian Eckhoff, Leiter des Familienbüros der Stadt Arnsberg.

Präventionsprogramm HaLT

„HaLT – Hart am Limit“ ist ein bewährtes Alkoholpräventionsprogramm der Villa Schöpflin gGmbH in Lörrach, was gemeinsam mit Praktikern aus ganz Deutschland entwickelt und mittlerweile in vielen Städten erfolgreich eingesetzt wird. HaLT umfasst Angebote für Jugendliche mit riskantem Alkoholkonsum sowie die Arbeit in kommunalen
Präventionsnetzwerken. Für die künftige Zusammenarbeit in Arnsberg bedeutet dies konkret, dass Jugendliche vor der Entlassung nach einem stationären Aufenthalt aufgrund einer Alkoholvergiftung gemeinsam mit den Eltern auf das HaLT-Projekt aufmerksam gemacht werden. Nach der Erstinformation noch im Krankenhaus können sie im Anschluss kostenlos und auf freiwilliger Basis verschiedene Netzwerkangebote nutzen. „Hierzu gehört zunächst ein Gespräch, gemeinsam mit den Eltern oder auch getrennt, in dem die Gründe für den Alkoholmissbrauch heraus gearbeitet werden. Weitere Gesprächsangebote oder Hilfen können daraufhin vereinbart werden“, erläuterte Michael John, Jugendamtsleiter der Stadt Arnsberg. „Panikmache hilft niemandem“, sagt Michael Voß, Suchtpräventionsfachkraft des Familienbüros der Stadt Arnsberg. Was helfe, sei Aufklärung und das Aufzeigen anderer Möglichkeiten, die eigenen Grenzen zu erproben.

Aufwachen im Krankenhaus

„Die Gründe, warum die Jugendlichen mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus landen, sind so unterschiedlich wie die Jugendlichen selbst“, informierte Dr. med. Rüdiger Holzbach, Suchtexperte und Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Klinikum Hochsauerland. Einige hätten sogar häufiger viel Alkohol getrunken und seien erstaunt, dass sie die gewohnte Menge diesmal nicht vertragen haben. Andere hätten zum ersten Mal überhaupt getrunken. Doch alle seien schockiert, wenn sie danach in einem Krankenhausbett aufwachten. Daher sei es sinnvoll, das Erlebnis zu besprechen, solange die Erinnerungen daran noch frisch seien. In der Regel zeigten sich die Jugendlichen dann gesprächsbereit und offen für Anregungen.

Kooperationsvereinbarung offiziell unterzeichnet

Damit betroffene Jugendliche und Eltern nach dem stationären Aufenthalt ein gutes
Präventionsprogramm nutzen können, wurde jetzt eine Kooperationsverzeichnung zwischen dem Fachbereich Schule, Jugend, Familie der Stadt Arnsberg und dem Klinikum Hochsauerland offiziell unterzeichnet. 

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