BESSER NICHT ZU LANGE WARTEN - VIELE HEIZKESSEL IN ARNSBERG SIND VERALTET

Foto: Verbraucherzentrale NRW

Unter Zeitdruck eine neue Heizung suchen, weil die alte den Geist aufgegeben hat? Keine gute Idee, warnt die Verbraucherzentrale NRW. „Die meisten Heizkessel werden erst ausgetauscht, wenn sie defekt sind. Wer in einer kalten Wohnung unter Zugzwang steht, kann aber nicht in Ruhe die Alternativen zu Öl und Gas prüfen und echte Verbesserungen planen“, sagt Energieberater Carsten Peters. Eine große Investition, die Weichen für 20 Jahre stelle, beruhe dann auf zu wenigen Informationen. Außerdem werde der Heizungstausch teurer, wenn ein Handwerksbetrieb dafür kurzfristig ausrücken müsse. In ihrer aktuellen Aktion „Besser heizen“ stellt die Verbraucherzentrale NRW deshalb die Frage: „Was läuft im Keller?“ Spielerisch lädt sie so zur rechtzeitigen Beschäftigung mit dem Zustand der jetzigen Heizung und möglichen Nachfolgern ein.

Franz-Josef Gerwin aus Arnsberg-Herdringen hat sich bereits mit dem Thema Heizungstausch auseinandergesetzt. Seine Heizung aus dem Jahr 1991 wurde zwar vor einiger Zeit durch eine Solaranlage zur Warmwasseraufbereitung ergänzt. Doch nun sucht er nach einer komfortablen Lösung, mit der er eine hohe Energiekosteneinsparung und Reduzierung des CO2-Ausstoßes erzielen möchte. Da es bei Auswahl, Einbau und Betrieb einer neuen Heizung viel zu beachten gibt, lässt er sich von der Verbraucherzentrale beraten: „Neue Heizungen können leiser sein als alte, sie können komfortabler zu bedienen sein und günstiger im Betrieb. In jedem Fall aber sparen sie Energie und sind klimafreundlicher“, erklärt Peters. Wer einen mindestens 15 Jahre alten Heizkessel sein Eigen nenne, solle sich deshalb informieren, bevor der Ernstfall eintritt. „Hierzulande sind schätzungsweise rund 60 Prozent der Heizkessel in Einfamilienhäusern technisch veraltet und damit reif für einen Austausch“, betont Peters. Schon der einfache Umstieg auf Brennwerttechnik – heute Standard bei Öl und Gas – bringt ihm zufolge bis zu 15 Prozent Energieersparnis. Hinzu komme, dass oft erst beim Heizungstausch die Rohre gedämmt und die Einstellungen des Systems optimiert würden: „Das kann zusammen weitere 15 Prozent bringen.“ Eine noch stärkere Verbesserung der Klimabilanz verspricht der Umstieg auf Holzpellets, eine Wärmepumpe oder die Einbindung von Solarthermie. „Alle diese Systeme sind gut erprobt und etabliert, ein Umstieg ist also kein Abenteuer“, versichert auch Sebastian Witte, Klimaschutzbeauftragter der Stadt Arnsberg. Für viele Vorhaben fließen zudem Fördermittel.

„Entscheidend für eine zukunftsfähige Heizung ist, dass das System und seine Leistung wirklich zu den Bedürfnissen der Bewohner passen“, sagt Peters. Pauschale Empfehlungen nennt er deshalb unseriös. „Auch den richtigen Zeitpunkt für einen Austausch finden Eigentümer am besten selbst – wenn sie wissen, wohin dieser Schritt führen soll, welche Folgen er hat und was er kostet.“ Ein durchdachter Plan, der vielleicht noch eine Weile in der Schublade ruht, sei allemal besser als eine Hauruck-Aktion nach einem plötzlichen Heizungsausfall. Das bestätigt auch Franz-Josef Gerwin: „Die Chance, den richtigen Weg zu finden, um das eigene Portemonaie und das Klima zu schonen, wird sonst vertan“, ist er sich sicher.

Nähere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung für Beratungen gibt es in der Beratungsstelle Arnsberg, Burgstraße 5, 59755 Arnsberg oder unter Tel./Email: 02932/51097-05/ arnsberg.energie@verbraucherzentrale.nrw oder unter 0211 / 33 996 555 und unter www.verbraucherzentrale.nrw/besser-heizen .

Die Aktion „Besser heizen“ ist Bestandteil des Projekts „Energie2020“ der Verbraucherzentrale NRW, das mit Mitteln des Landes, der EU und der Stadt Arnsberg gefördert wird.

Autor:

Carsten Peters aus Arnsberg

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