Überall ist "Fukushima"
Atomare Verstrahlung auch in Deutschland jederzeit möglich

Trotz des stürmischen und kalten Wetters gab es bei der heutigen Montagsdemo eine interessante Debatte. Die Bochumer Montagsdemo wurde zusammen mit der Organisation "Umweltgewerkschaft" durchgeführt. Das Schwerpunktthema war der Super GAU des Kernkraftwerkes in Fukushima/Japan vor acht Jahren am 11.03.2011.

"Durch ein Erdbeben wurde in der Region Fuskushima ein verheerender Tsunami (Meeres-Flutwelle) ausgelöst, der das dortige Atomkraftwerk  schwer zerstörte. Durch Ausfall des Kühlsystems schmolzen zum großen Teil die Brennstäbe und eine hochdosierte radioaktive Strahlung wurde freigesetzt, die  große Teile der Region verseuchte. Ebenfalls gelangte verseuchtes Kühlwasser ins Meer. Darüber können die Kollegen der Umweltgewerkschaft Näheres berichten", leitete einer der Moderatoren nach dem Singen der Eingangshymne die Diskussion ein.

"Wie bereits der Moderator erwähnte, wurden durch den Super-Gau große Gebiete im Umkreis von Fukushima radioaktiv verseucht und sind bis heute unbewohnbar. Trotzdem werden von der japanischen Regierung die evakuierten Menschen wieder - auch mit Gewalt - in diese Region zurückgeschickt, weil angeblich diese Gebiete dekontaminiert sind. Die Strahlung steigt bereits nach kurzer Zeit wieder an und besonders Kinder sind betroffen", berichtete ein Mitglied der Umweltgewerkschaft.

"In Japan hat sich bereits eine große Protestbewegung gegen die Atomkraft gebildet. Trotzdem hält Japan weiter an der Kernkraft fest", ergänzte ein weiterer Redner.

"Weltweit sind bis zu 557 Atomkraftwerke geplant und zum Teil in Bau, obwohl die Kernkraft nicht beherrbar ist", lautete eine weitere Wortmeldung, "allein Polen plant fünf neue Kernkraftwerke".

"Wer meint, Fukushima liegt sehr weit von Europa entfernt und die Atomkatastrophe betrifft uns nicht, der irrt gewaltig. Fukushima kann überall sein. Gerade Westeuropa ist von den beiden maroden Kernkraftwerken Tihange und Doel in Belgien bedroht, dort kann es jederzeit zu einem schweren Störfall kommen. Diese beiden Kernreaktoren müssen sofort abgeschaltet werden!", informierte ein Moderator.

"Da die letzten Kernkraftwerke, die in Deutschland noch in Betrieb sind, spätestens 2021 vom Netz gehen, wird von den Energiekonzernen erklärt, dass die Braunkohle zur Energiegewinnung unverzichtbar sei. Sonst würde irgendwann das Licht ausgehen. Beide Formen der Stromerzeugung sind hochgradig umweltfeindlich und es gibt die Alternativen der erneuerbaren Energien (Wasser- und Windkraft, Solaranlagen). Der Strom aus diesen Energiequellen ist bereits jetzt ausreichend, es wird sogar Strom ins Ausland exportiert. Zur Vermeidung von evtl. Engpässen gibt es lokale Biokraftanlagen, z.B. Biogaskraftwerke. Selbst wenn diese Kraftwerke noch mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, ist die Gefahr für die Umwelt deutlich geringer als bei Braunkohle-, geschweige denn Kernkraftwerken", erklärte ein weiterer Redner, "außerdem müssen Speicherkraftwerke entwickelt werden, wenn z.B. die Solarenergie nicht ausreicht, da die Sonne wenig scheint".

Eine Rednerin ergänzte: "Wenn wir uns nicht gegen die Atomkraft und Braunkohleverfeuerung wehren, wird die Umwelt in kurzer Zeit zerstört sein. Die Folgen des Klimawandel sind immer mehr zu spüren, z.B. die Orkane der letzten Tage über Deutschland. Daher müssen wir uns immer mehr zusammenschließen und gegen die Profitgier der internationalen Energiekonzerne kämpfen. Die Zusammenarbeit der Bochumer Montagsdemo mit der Umweltgewerkschaft ist da nur ein Anfang".

"Die Umweltgewerkschaft hat die Proteste gegen die Castor-Transporte der Brennelemente von Gronau (Brennelementefabrik) nach Belgien unterstützt", teilte ein weiteres Mitglied der Umweltgewerkschaft mit.

Ein Mann aus dem Publikum, der für die Organisation "Hilfe für Japan 2011" tätig ist, lud zu einem Benefizkonzert für die Fukushima-Kinder im Gemeindezentrum Emmauskirche, Karl-Friedrich-Str. 65 a, Bochum am Sonntag, 24.03.19, um 16.00 Uhr ein. Einige Montagsdemonstranten werden voraussichtlich daran teilnehmen.

Gegen Ende der Kundgebung meldete sich eine Rednerin zu einem anderen wichtigen Thema: "Urlaubsreisen in die Türkei sind auch für uns Deutsche gefährlich, da vermeintliche Erdogan-Gegner dort verhaftet werden können. Das ist traurig für die Leute, die sich bereits schon auf einen Urlaub in die zweifellos schöne Landschaft der Türkei gefreut haben und das Risiko einer Verhaftung nicht eingehen wollen".

Einer der Moderatoren informierte: "Das faschistische Regime Erdogans ist zum Weltfrauentag brutal gegen friedlich demonstrierende Frauen in Istanbul vorgegangen. Es wurden Pfefferspray und Gummigeschosse eingesetzt. Anstatt sämtliche Waffenlieferungen in die Türkei sofort einzustellen, fährt die Merkel-Regierung weiterhin einen Kuschelkurs mit Erdogan".

Mit der Abschlusshymne endete die Kundgebung. Die nächste Montagsdemo ist am zweiten Montag im April, dem 08.04.19 im monatlichen Rythmus. Das Schwerpunktthema ist die Europawahl und aktuelle wichtige Ereignisse.

Ulrich Achenbach
Moderator

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