Der Zensus läuft in Bochum rund - „Volkszähler“ treffen auf wenig Widerstand

Heike Feldmann von der Erhebungsstelle, die Erhebungsbeauftragten Jörg-Peter Händchen-Busch und Jennifer Aven sowie Frank Schorneck, ebenfalls von der Erhebungsstelle (v.li.), ziehen in der Erhebungsstelle für die Volksbefragung „Zensus 2011“ im Rathaus eine positive Zwischenbilanz. Jeder eingesetzte Erhebungsbeauftragte gibt hier „seine“ Fragebögen ab. Foto: Lutz Leitmann / Stadt Bochum, Presseamt | Foto: Lutz Leitmann / Stadt Bochum, Presseamt
  • Heike Feldmann von der Erhebungsstelle, die Erhebungsbeauftragten Jörg-Peter Händchen-Busch und Jennifer Aven sowie Frank Schorneck, ebenfalls von der Erhebungsstelle (v.li.), ziehen in der Erhebungsstelle für die Volksbefragung „Zensus 2011“ im Rathaus eine positive Zwischenbilanz. Jeder eingesetzte Erhebungsbeauftragte gibt hier „seine“ Fragebögen ab. Foto: Lutz Leitmann / Stadt Bochum, Presseamt
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Der Zensus läuft in Bochum bislang ziemlich rund - das ist die positive Zwischenbilanz von Frank Schorneck von der städtischen Erhebungsstelle für den Zensus 2011. Zufrieden ist er nicht nur über die Akzeptanz der Bochumer Bürger für die stichprobenartige Volkszählung, sondern vor allem auch mit der Arbeit der Bochumer „Erhebungsbeauftragten“.

Seit gut zwei Monaten läuft nun der Zensus - rund 100 Erhebungsbeauftragte haben für die Haushaltsstichprobe rund 10.000 Person an rund 1.300 Anschriften aufgesucht. Frank Schorneck: „IT. NRW, das ehemalige Statistische Landesamt, kalkulierte damit, dass rund 75 Prozent der Auskunftspflichtigen sich in Form eines Interviews befragen lassen würden und der Rest im Online-Verfahren oder per Post den Fragebogen beantworten würde. Die Interview-
quote liegt bei den meisten Erhebungsbeauftragten bei nahezu 90 %.“
Eine dieser Erhebungsbeauftragten ist die 23-jährige angehende Sportstudentin Jenniver Aven, die sowohl bei Haushaltsstichproben als auch in einem Altenheim und in Studentenwohnheimen eingesetzt war. „Ich habe eigentlich nirgendwo große Probleme gehabt. Die Leute waren insgesamt ziemlich gut informiert“, so das Fazit der gelernten Groß- und Einzelhandelskauffrau, die derzeit regulär als Fitnestrainerin arbeitet. „Bei vielen älteren Leuten war es sicherlich von Vorteil, dass ich eine Frau bin. Ich habe fast überall etwas zu trinken angeboten bekommen und wurde sehr freundlich empfangen.“ Weggeschickt wurde sie selten: „Die meisten haben sich direkt interviewen lassen. Es gab allerdings schon manchmal Bürger, die mir zunächst die Tür vor der Nase zuschlagen wollten, aber wenn ich die dann auf ihre Auskunftspflicht hingewiesen habe, hat es doch geklappt.“ Nur einmal musste sie unverrichteter Dinge abziehen: „Aber dieser Verweigerer hatte wohl nicht mit der Volkszählung zu tun; Nachbarn haben mir erzählt, dass der betreffende Herr wahrscheinlich auch den Geldboten von der Lottogesellschaft nicht reinlassen würde.“
Ähnlich gute Erfahrungen hat Jörg-Peter Händchen-Busch gemacht. „Einmal saß neben mir auf der Couch ein ziemlich großer Hund, der mir mit der Pfote immer anzeigen wollte, wo denn nun das Kreuz hin solle - ich habe den Bogen dann aber doch so ausgefüllt, wie sein Herrchen die Fragen beantwortet hat“, berichtet der 65-jährige Rentner aus seinen Erlebnissen als Erhebungsbeauftragter. Doch es gab nicht nur solch komischen Situationen für ihn: „Zu Herzen ging mir, als ich eines Morgens die Zeitung aufschlug und bei den Todesanzeigen jemanden fand, den ich erst wenige Tage zuvor interviewt hatte.“
Zu der „normalen“ Haushaltsstichprobe kamen 60 Erhebungsbeauftragte, die sich um 120 nicht-sensible Sonderbereiche wie Alten- und Studentenwohnheime oder Gemeinschaftsunterkünfte gekümmert haben. Dabei wurden rund 10.000 Menschen aufgesucht - die Rücklaufquote hier: rund 75 Prozent. Bei sensiblen Sonderbereichen wie Kinderheimen, Frauenhäusern oder Justizvollzugsanstalten haben Mitarbeiter der städtischen Erhebungsstelle die Leiter der jeweiligen Einrichtung aufgesucht und mit ihnen die Erfassung der jeweiligen Daten vereinbart.
Eine Komplettverweigerung war selten. Frank Schorneck: „Bei allen bislang bearbeiteten Erhebungsbezirken der Haushaltsstichprobe sind vielleicht 30 Haushalte zu verzeichnen, die den Erhebungsbeauftragten keine Auskunft geben wollten.“ Manchmal habe es da aber auch Verwirrung gegeben, weil diejenigen kurz zuvor bereits die Befragung zur Gebäude- und Wohnungszählung online erledigt hatten und sich nicht bewusst waren, dass es sich bei der Haushaltsstichprobe um eine andere Erhebung handelt. „Diese Haushalte erhalten nun zunächst Gelegenheit, ihrer Auskunftspflicht auf schriftlichem Wege nachzukommen“, erläutert er das weitere Vorgehen. „Erst, wenn darauf keine Reaktion erfolgen sollte, können wir tatsächlich von Verweigerern sprechen und werden das Mahnverfahren einleiten.“
Übrigens wird eine handvoll Bochumer Haushalte in diesen Tagen noch einmal Post von IT.NRW erhalten: Zur Qualitätssicherung führt das ehemalige statistische Landesamt eine Wiederholungsbefragung an ausgewählten Adressen durch. Die Erhebungsbeauftragten werden direkt von IT.NRW eingesetzt, die Fragebögen sind weit kürzer als die der Haushaltsstichprobe.pe

Autor:

Petra Vesper aus Bochum

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