ÖPNV: Taktzeiten mal Berlin, mal Hintertupfingen
Neuer Fahrplan des ÖPNV hat oft graviernde Nachteile für die Fahrgäste

Duisburger Montagsdemonstranten protestieren gegen die  unhaltbaren Zustände im Duisburger Nahverkehrsunternehmen
  • Duisburger Montagsdemonstranten protestieren gegen die unhaltbaren Zustände im Duisburger Nahverkehrsunternehmen
  • hochgeladen von Ulrich Achenbach

Seit Dezember 2019 wurden die Fahrpläne innerhalb des ÖPNV (VRR) total umgestellt. Durch Verkürzungen der Taktzeiten und die Schaffung von neuen Straßenbahn- und Buslinien wurde zwar das Fahrangebot auf einigen Linien erheblich verbessert, wie z.B. auf den Straßenbahnlinien im Raum Bochum, im Gegensatz dazu jedoch auf mehreren Buslinien z.B. die Linien 336 und 349 in Bochum, merklich verschlechtert. Beide Linien verkehren selbst in der Hauptverkehrszeit nur noch alle 30 Minuten (früher 20 Minuten) und nur Teilabschnitte werden durch eine neue Linie verstärkt. Man kann beispielsweise mit der Linie 336 von Bochum-Harpen nach Dortmund-Lütgendortmund im Gegensatz zu früher nur noch alle 30 Minuten gelangen. Ähnliches gilt auch für mehrere andere Buslinien. Ab 20.00 Uhr ist jedoch mit dem "Angebot Berlin", also Taktzeiten von 7,5 Minuten, auf allen Linien Schluss. Hier gibt es wieder die üblichen Wartezeiten auf eine Anschlussverbindung von 15 Minuten aufwärts, ab ca. 21.00 Uhr ist der ÖPNV fast so rar wie in "Hintertupfingen", also im ländlichen Raum.

Nicht nur in Bochum gibt es weiterhin Mängel im ÖPNV. Ich erfuhr von besonders gravierenden Problemen in Duisburg, wo wichtige Haltestellen gänzlich wegfielen, durch den geänderten Zeittakt Beschäftigte nicht mit Bus und Bahn rechtzeitig zur Arbeit oder Kinder rechtzeitig zur Schule kommen und für Behinderte unzumutbar weite Wege zur nächsten Haltestelle entstehen.

Ich verweise hierzu auf einen Beitrag des Duisburger Stadtfernsehens Duisburg Studio 47 https://youtu.be/avEQhPDbx_g und auf die Duisburger Montagsdemo. Zusammen mit vielen Betroffenen demonstrierten sie in der Duisburger Stadtmitte gegen diese unhaltbaren Zustände im ÖPNV und forderten, sofort die weg gefallenen Haltestellen wieder einzurichten.

Nachfolgend zitiere ich (sinngemäß) die Empörung einer Duisburgerin auf der Montagsdemo am offenen Mikrofon: Fürchterlich, ganz fürchterlich! Wer diesen Plan ausgearbeitet hat, sollte sein Auto in der Garage stehen lassen und nach dem neuen Fahrplan fahren! Weitere zu Recht geäußerte Kritiken: Nach dem neuen Fahrplan können die Kinder nicht pünktlich zur Schule kommen oder sind weit vor Unterrichtsbeginn an der Schule. Dagegen protestieren auch die Schulleitungen! Beschäftigte können nicht rechtzeitig zur Frühschicht kommen!

Wie zu erwarten, haben die Verantwortlichen des VRR und der Stadt Duisburg nicht auf die Beschwerden der Fahrgäste reagiert! So gewinnt man garantiert neue Kunden für den ÖPNV!

Autor:

Ulrich Achenbach aus Bochum

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