75. Jahrestag des Attentat auf Hitler
Wollte Claus Schenk Graf von Stauffenberg nach der Beseitigung von Hitler wirkliche Demokratie?

Heute jährt sich zum 75. Mal das gescheiterte Attentat auf den Faschisten Adolf Hitler durch den Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Der Bombenanschlag scheiterte, Stauffenberg und zahlreiche seiner Mitverschwörer, die diesen Putsch gegen Hitler geplant hatten, wurden verhaftet und hingerichtet.

Dieses Attentat wird zu Recht als mutiger Widerstand gegen das Terrorregime Hitlers bezeichnet. Was aber verschwiegen wird: Stauffenberg vertrat den ostelbischen Adel und fürchtete, das Land zu verlieren, da die Rote Armee der Sowjetunion auf Deutschland vorrückte. Zu diesem Zeitpunkt war die Niederlage Deutschlands im II. Weltkrieg bereits besiegelt.

Dieser ostelbische Adel gehörte auch zu den Monopolen, die zunächst die Politik Hitlers unterstützen, aber dann ihre eigenen Güter in Gefahr sahen und damit Hitler beseitigen wollten. Doch die Mehrzahl der Konzerne stand noch hinter Hitler, sonst wäre der Anschlag auf ihn nicht fehlgeschlagen. Stauffenberg gehörte also zu den Adeligen, die Güter in Polen, in der Ukraine, in Weißrussland und den baltischen Ländern besaßen. (Quelle: Willi Dickhut - Proletarischer Widerstand gegen Faschismus und Krieg, 2. Teil Düsseldorf 1987)

Innerhalb des Monopolkapitals gab es Meinungsverschiedenheiten über das weitere Vorgehen gegen Hitler. Von Carl und Rober Bosch, Hjalmar Schacht, Karl Friedrich von Siemens und anderen wurde der Oberbürgermeister von Leipzig, Reichskommissar für Preisbildung, Carl Friedrich Goerdeler, als Nachfolger von Hitler favorisiert. Die Goerdeler Gruppe wollte lediglich die Hitlerdiktatur durch eine Diktatur von Vertrauensleuten des Monopolkapitals und der abtrünningen Militärs von Hitler ersetzen. Sie wollten entweder eine "parlamentarische Monarchie" oder einen Ständestaat. Von einer tatsächlichen Demokratie mit Grundrechten wie das Wahl- und Streikrecht, das Recht auf Parteienbildung oder nur auf Recht auf freie Meinungsäußerung war nie die Rede. Die KPD, eine Bewegung bzw. Partei  gegen diesen unterdrückerischen Kapitalismus, sollte weiterhin bekämpft werden. Stauffenberg schrieb 1939 als Teilnehmer an Hitlers Überfall auf Polen über die unterworfene Bevölkerung, es sei ein unglaublicher Pöbel, sehr viele Juden und sehr viel Mischvolk. Ein Volk, welches sich nur unter der Knute wohlfühlt. (Quelle: Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Kapitel XI, von September 1939 bis Mai 1945, Berlin 1968).

Zwar wurde bereits vor sechs Jahren in der offiziellen Rede in der Gedenkstätte Plötzensee, dem Ort der Hinrichtung der Verschwörer, offen zugegeben, dass diese keine Demokraten waren, trotzdem wurde jede Kritik gegen sie zurückgewiesen. Wahrscheinlich hing das mit dem "bösen Kommunismus" zusammen, den der Adel wie der Teufel das Weihwasser hasste. Der Kommunismus wird auch heute immer noch als Unfreiheit und Unterdrückung der Bevölkerung verteufelt, obwohl die Unterdrückung und Ausbeutung großer Bevölkerungsgruppen in allen Ländern der Welt unter dem Kapitalismus und Imperialismus offensichtlich ist (Beispiel: Die Niedrigstlohnpolitik und Vernichtung von Arbeitsplätzen, die Unterdrückung der Frauen nicht nur in islamischen Ländern, der Raubbau an der Natur, die Flüchtlingssituation).

Die Gedenkveranstaltungen an das Attentat auf Hitler sind weiterhin richtig und wichtig, jedoch sollte die ganze Wahrheit vermittelt werden. Ein Sturz Hitlers hätte keine Freiheit für den größten Teil des deutschen Volkes gebracht, allenfalls vielleicht zu weniger Toten im Verlauf des II.Weltkriegs geführt.

Autor:

Ulrich Achenbach aus Bochum

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